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Andreas Anker, der ewige Heber

MAZ-Serie: Treue Seele Andreas Anker, der ewige Heber

In der MAZ-Serie „Treue Seele“ stellen wir diesmal Andreas Anker vor. Seit 32 Jahren ist er als Gewichtheber aktiv und seit ein paar Monaten auch Vorsitzender des AC Potsdam.

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Leichtschwergewicht Andreas Anker wuchtet die Hantel nach oben.

Quelle: Foto: PRIVAT

Potsdam. „Das Gewichtheben ist Teil meines Lebens und wird es immer bleiben“, sagt Andreas Anker. Denn der Vorsitzende des Athletik-Clubs Potsdam tritt noch selbst an die Hantel und stemmt das Eisen in die Höhe. „Mir macht es einfach noch Spaß“, erzählt der 42-Jährige.

Als Zehnjähriger wurde der Potsdamer an der Schule für diesen Sport „gesichtet“, wie er sagt. „Ich hatte mich ja vorher im Boxen, Judo und Fußball versucht, aber unter Trainer Fred Altenkirch habe ich mich bei den Gewichthebern der BSG Aufbau Potsdam gleich wohl gefühlt.“ Und Anker war schnell erfolgreich, wurde mehrfach DDR-Jugendmeister und 1989 sogar DDR-Spartakiadesieger in der Altersklasse 15. Die Sportklubs in Frankfurt (Oder) und in Berlin zeigten längst Interesse, aber Anker winkte ab, blieb Potsdam treu. „Das habe ich nie bereut“, sagt er noch heute.

Der Bunker im Brauhausberg-Bad als zweites Zuhause

Denn nach dem Mauerfall brachen neue Zeiten an. Anker ging zum AV 03 Speyer, wuchs mit dem Team aus Rheinland-Pfalz von der Oberliga bis in die Bundesliga. Aktuell stellt Speyer den deutschen Mannschaftsmeister. Anker ist nach 13 Jahren längst wieder zurück in Potsdam, stemmt wie eh und je das Eisen im spartanischen Keller der Schwimmhalle am Brauhausberg, den die Heber einfach Bunker nennen. Seit Mai ist Anker auch Vereinsvorsitzender beim AC Potsdam, nachdem er 20 Jahre lang Jugendwart war. Die Potsdamer haben in diesem Jahr den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Anker wurde von Jüngeren aus dem Team gedrängt. „Das ist auch richtig so, schließlich habe ich die Jungs zum Teil mit ausgebildet.“ Denn sein Hauptaugenmerk liegt auf der Arbeit mit dem Gewichtheber-Nachwuchs, der bei den Potsdamern durchaus vorhanden ist.

Als Trainer für den Nachwuchs im Einsatz

Mit seinem Neffen Manuel Zandeck (17), immerhin deutscher Vizemeister in seiner Alters- und Gewichtsklasse, Max Leuschner (17) und Max Männicke (20) nennt er drei hoffnungsvolle Talente. Von den knapp 150 Vereinsmitgliedern sind 50 aktiv, der Jüngste sei sechs, der Älteste 65 Jahre alt. Bei den jungen Sportlern, die Anker und seine Trainerkollegen betreuen, sind auch Mädchen dabei. „Wir gehen wie früher an die Schulen, werben für unseren Sport und versuchen, Vorurteile abzubauen“, sagt Anker. Gewichtheben sei nicht gefährlich oder gar gesundheitsgefährdend. „Bei uns werden die Kinder vielseitig ausgebildet, lernen turnen, ja selbst die Rolle vorwärts bringen wir ihnen bei“, berichtet er aus dem Trainingsalltag. Mindestens dreimal in der Woche schult der selbstständige Maler, der auch als Ausbilder beim Bildungszentrum tätig ist, den Nachwuchs. „In unserer Trainingsstätte haben wir den großen Vorteil, flexible Zeiten anbieten zu können. Wir sind nicht wie andere an Hallenbelegungszeiten gebunden“, informiert Anker. Insofern sei der „Bunker“ auch Luxus.

Bei den Masters mehrfach deutscher Meister

Mit der bevorstehenden Schließung der Schwimmhalle sind die Tage der Gewichtheber im Athletik-Keller gezählt. Dort finden auch die Bundesliga-Kämpfe statt. Nächster Termin ist der 17. Dezember. Aber im Schlaatz werde es im nächsten Jahr ein neues Quartier geben. Die Planungsgespräche mit der Stadt seien auf einem guten Weg, zeigt sich Anker überzeugt, für den nicht nur das Gewichtheben Teil seines Lebens ist, sondern auch der Verein quasi ein zweites Zuhause darstellt. „Wir sind wie eine große Familie, viele sind schon über Jahrzehnte dabei. Daher sind viele enge Freunde darunter“, schwört der Chef auf seinen Verein.

Wenn nebenbei noch Zeit bleibt, dann wuchtet der 94-Kilo-Mann selbst noch die Hantel in die Höhe. Bei 122,5 Kilo im Reißen und 160 Kilo im Stoßen liegen seine persönlichen Rekorde. Bei den Masters wurde der Potsdamer schon fünf Mal deutscher Meister und auch EM-Dritter sowie WM-Fünfter. Im März will Anker seinen nationalen Titel in der Ü40 gern verteidigen.

Von Peter Stein

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