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Dahinten lässt sich nicht von Veilchen aufhalten

Box-Bundesliga Dahinten lässt sich nicht von Veilchen aufhalten

Zweiter Kampftag, zweiter Sieg: Die Boxer von Motor Babelsberg haben einen perfekten Saisonstart in der Bundesliga hingelegt und auch den zweiten Kampf gegen den BSK Seelze souverän für sich entschieden. In der neuen Heimstätte überzeugten die Kämpfer um den Weltergewichtler Eugen Dahinten, der sich auch von einem Veilchen nicht aufhalten ließ.

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Motor-Boxer Eugen Dahinten fixiert in seinem siegreichen Duell den Selzer Gegner Dmitriy Rudenko.

Quelle: Detlev Scheerbarth

Potsdam. Die Boxer von Motor Babelsberg sind an ihrer neuen Wirkungsstätte angekommen. 600 Zuschauer feierten die Athleten am Sonnabend im Autohaus ASL Lichtblau in der Pappelallee nach dem 12:8 gegen den BSK Seelze. Im Hinkampf der 1. Bundesliga hatten sich die Havelstädter in Niedersachsen bereits mit 12:9 durchgesetzt.

Die Gäste, die erst im letzten von sieben Duellen zu einem Punktsieg kamen, haderten mit einigen Urteilen. „Gucken Sie unseren Dmitriy Rudenko an. Er hat ein glattes Gesicht und seinen Gegner mächtig bearbeitet“, meinte BSK-Coach Artur Mattheis. Der Babelsberger Eugen Dahinten hatte ein dickes Veilchen davongetragen, an seinem 3:0-Punktsieg im Weltergewicht war aber nicht zu zweifeln. „Die Verletzung ist durch einen Kopfstoß entstanden“, so Dahinten. „Schon im Hinkampf hat mir der Gegner eine Platzwunde zugefügt.“ Trotzdem trat er seinen Rückflug nach Salzburg zufrieden an. Im Duell zweier Rechtsausleger führte Dahinten die feinere Klinge und traf viel öfter. Putzig sah es aus, wenn sich die beiden Gegner drehten. „Ich musste ständig die Laufrichtung ändern und links um den Kontrahenten weg von seiner Führhand gehen.“ Der Techniker war auf einen Fighter getroffen. „Ich habe mir zuerst seinen Stil mit unsauberem Boxen am Mann aufdrücken lassen“, so Dahinten. „In der zweiten Runde habe ich mich besser bewegt und mir Rudenko weitgehend vom Leibe gehalten.“

Zu Hause ist der 1,72 Meter große Stilist im Ring in Traunreut, einem Städtchen mit 25 000 Einwohnern in der Nähe von Rosenheim. Dahinten war 1994 aus Kasachstan eingewandert. Der Familienvater zweier Mädchen verdient den Lebensunterhalt mit einem Vollzeitjob als Logistiker in einer Firma für Messtechnik. Im Boxring gelangte er bei deutschen Meisterschaften über Bronze und Silber vor einigen Wochen zum Titel. „Für Olympia habe ich mit 31 Jahren keine Chance mehr. Zwei Operationen an der Schulter und eine am Handgelenk haben mir fünf Jahre Verletzungspause eingebracht.“ Doch Motor-Macher Ralph Mantau weiß um die Zuverlässigkeit von Eugen Dahinten. Dieser sagt: „Ich bin überrascht von der tollen Atmosphäre hier am Boxring und möchte mit Motor unbedingt Meister werden.“

In Seelze hatte Motor die beiden ersten Duelle verloren, dann aber in den folgenden fünf Auseinandersetzungen triumphiert. Diesmal schien für die Seelzer nichts übrigzubleiben. Omar Hag (56 kg) revanchierte sich für die Niederlage, für Enrico La Cruz (61 kg) sprang ein Unentschieden heraus. Anschließend entledigten sich Dahinten, Abass Baraou, Max van der Pas und Peter Mullenberg mit Punkterfolgen souverän ihrer Aufgabe.

Ausgerechnet im Superschwergewicht riss die Siegesserie. Motors Weißrusse Yan Sudzilovski hatte in Seelze Eugen Weigel mehrmals durchgeschüttelt und klar gewonnen. Auch diesmal stand Sudzilovski wie eine Eiche und teilte mächtig aus. Doch Weigel, der 2013 Kickboxweltmeister geworden war, steckte alle Schläge scheinbar ungerührt weg, hielt sich ständig in Bewegung und hatte mehr Hände im Spiel. Sein Sieg fiel mit 2:1-Richterstimmen aus. Sudzilovski soll Nachfolger des einstigen Publikumslieblings Vitaljus Subacius werden. Noch fehlt den Fans der Glaube.

Von Detlef Braune

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