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Brandenburgs Laufvereine verärgert über DLV

Ein-Euro-Abgabe pro Finisher an den Verband Brandenburgs Laufvereine verärgert über DLV

Die Brandenburger Laufvereine gehen auf Konfrontationskurs mit dem Deutschen Leichtathletikverband (DLV). Der hatte Ende Juli eine neue, bundeseinheitliche Gebührenordnung für Straßen- und Volksläufe erlassen. Inhalt: Für jeden Sportler, der das Ziel erreicht, müssen die Veranstalter ab dem 1.Januar 2016 eine Finisher-Gebühr von einem Euro berappen.

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Auf die Läufer in Brandenburg, wie hier beim Traditionslauf Hohen Neuendorf, kommen voraussichtlich höhere Startgebühren zu

Quelle: Stefan Zwahr

Potsdam.  „Das ist einfach eine Frechheit gegenüber den Lauf-veranstaltenden Vereinen“, beschwert sich Andreas Gerlach, Geschäftsführer des Landessportbundes Brandenburg (LSB). „Das ist ein Beschluss, der auf keinerlei Gegenleistung beruht. Die Vereine bleiben auf ihren Kosten und Risiken sitzen.“ Normalerweise seien die Verbände dazu da, den Vereinen ihre Aufgaben zu erleichtern, in diesem Fall sei es genau umgekehrt, sagt Gerlach.

Die Vereine pflichten dem LSB-Chef bei. „Ich war, ehrlich gesagt, erschrocken, als ich das gehört habe“, sagt Hans Ziehe und bezeichnet die Gebühr als „unverschämt“. Der Vorsitzende der Leichtathletikabteilung vom SV Stahl Hennigsdorf kündigt an: „Wir werden dagegen einen Protest anmelden.“ Ihm schwant bereits, dass sich einige, vor allem kleinere Läufe künftig nicht mehr im Laufkalender halten. „Wenn ich die Gebühr hochrechne, dann ist sie mindestens zehnmal so hoch als bisher. Das ist in meinen Augen nicht zu vertreten“, erklärt Ziehe.

Seine Kollegen vom VfL Brandenburg haben schon einige Gedankenspiele angestellt, wie sie die Gebührenerhöhung stemmen können. „Wir überlegen bereits, für das nächste Jahr den Laufkalender etwa auszudünnen“, sagt der Vorsitzende Detlev Voigt.

Hans Ziehe meint, dass durch die DLV-Gebühr auch die Startgebühr für die Läufer erhöht werden muss. „Wir haben relativ niedrige Startgebühren und kommen meist gerade so hin oder haben ein kleines Plus. Um eine Erhöhung kommen wir jetzt überhaupt nicht herum.“ Auch Andreas Gerlach ist sich sicher: „Man wird keine andere Möglichkeit haben, als die Startgebühren zu erhöhen.“

Bislang haben die Brandenburger Vereine eine Pauschale von 25Euro pro Volks- oder Straßenlauf an den Verband entrichtet, bei Straßenläufen kam zusätzlich eine Finisher-Gebühr von 25Cent hinzu, die jeweils zur Hälfte an den DLV und an den Leichtathletik-Verband Brandenburg (LVB) floss. Beim LVB hält man sich bei diesem heiklen Thema bedeckt und verweist auf den DLV.

Dessen Beschluss fußt auf einem Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf vom 2.April 2013. Begründet wird die Gebühr damit, dass auch private und kommerzielle Anbieter von Läufen von der Verbandsarbeit und dem Regelwerk des Leichtathletik-Verbandes profitieren, sich aber bisher dem Solidarsystem der Verbände nicht angeschlossen haben.

Für LSB-Chef Gerlach ist indes klar: „Das ist eine ganz schlechte Entscheidung für die Laufszene in Deutschland.“


4000 EURO ZUSATZKOSTEN FÜR POTSDAMER SCHLÖSSERLAUF

  • Für viele Veranstalter bedeutet die neue Gebühr eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung .
  • So müssten beispielsweise die Veranstalter des Potsdamer Schlösserlaufs bei rund 4000 Läufern auch rund 4000 Euro Finisher-Gebühr an den Deutschen Leichtathletikverband bezahlen.
  • Die Startgebühren einiger Brandenburger Läufe in der Übersicht:
    • Schlösserlauf (Potsdam): 25 bis 35 Euro (Halbmarathon);
    • Preußische Meile (Potsdam): 15 Euro;
    • Beetzseelauf (Brandenburg an der Havel): 10 Euro (Halbmarathon);
    • Hubertuslauf (Neuruppin): 8 Euro (27 Kilometer);
    • Teltowkanal Halbmarathon (Teltow): 10 bis 15 Euro.

Von Marcus Alert und Stephan Henke

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