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Bundesstützpunkt Schwimmen in Potsdam in Gefahr

Schwimmen Bundesstützpunkt Schwimmen in Potsdam in Gefahr

Die monatelange Diskussion um den Bundesstützpunkt Schwimmen in Potsdam hat nach der Hauptausschusssitzung des Landesschwimmverbandes Brandenburg noch immer keine Lösungen parat. Im Gegenteil. Der Streit eskaliert immer weiter und das gesamte Projekt gerät in Gefahr.

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Die Zeit für Potsdam läuft ab: Chefbundestrainer Henning Lambertz.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam. Am Mittwoch beginnen die Gespräche des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) über die zukünftigen Bundesstützpunkte. Während für Essen, Heidelberg, Hamburg und Berlin die Signale auf Grün stehen, leuchtet es bei Potsdam Rot. Am Montag riefen besorgte Eltern von Schwimm-Talenten der Potsdamer Sportschule bei der MAZ an, nachdem am Wochenende in der Hauptausschusssitzung des Landesschwimmverbandes (LSV) unter Führung der Präsidentin Sylvia Madeja mehrheitlich gegen die Kooperationsvereinbarung mit dem DSV gestimmt wurde. Auf Nachfrage wollte sich Madeja dazu nicht äußern: „Kein Kommentar“, sagte sie nur. Schwere Vorwürfe hagelte es von allen Seiten. Silvia Lupberger-Stein sagte namens betroffener Eltern: „Die Kinder sind in den letzten Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet nach Potsdam an die Sportschule gekommen. Wenn ihnen jetzt die Zukunft verbaut wird und Potsdam den Status als Bundesstützpunkt verliert, dann waren alle Investitionen vergebens. Frau Madeja ist für das Führungsvakuum verantwortlich.“

Cottbuser Talente wollen nicht mehr nach Potsdam

Nikola Petrov, Vorsitzender der Schwimmabteilung beim Polizeisportverein Cottbus, meinte: „Das ist der letzte Schrei von mir. Der Landersschwimmverband zerstört sich selbst. Wir werden die Talente verlieren. Schon jetzt wollen die Eltern ihre Kinder nicht mehr nach Potsdam lassen, weil dort so ein Chaos unter den Trainern herrscht. Unter Sylvia Madeja ist alles viel schlimmer geworden. Ich will bei der Beerdigung nicht dabei sein, dann trete ich lieber vorher zurück.“ Auch Petrov kann nicht verstehen, weshalb Jörg Hoffmann kein geeigneter Bundesstützpunkttrainer sein soll. „Wir könnten keinen Besseren haben“, erklärte er.

Lambertz: Für den Bundesstützpunkt fließen Bundesgelder

Auch Sportminister Günter Baaske (SPD), der vor einem Monat zum Krisengipfel geladen hatte, konnte den gordischen Knoten offenbar nicht lösen. Zumal sein Ministeriumsvertreter Andreas Hoeppner vor dem LSV-Hauptausschuss verkündete, das DSV-Angebot erhalte keine konkreten Geldzahlungen für den Bundesstützpunkt. Das dementierte am Montag DSV-Chefbundestrainer Henning Lambertz entschieden: „Wenn Potsdam Bundesstützpunkt wird, sind damit auch Bundesgelder zur Standortsicherung verbunden. Außerdem bezahlen wir die Bundesstützpunkttrainerstelle.“ Lösungsideen, einen im Übrigen viel teureren Trainer aus dem Ausland zu holen und einen zusätzlichen Bundesstützpunktleiter zu installieren, seien verworfen worden, weil dafür weder vom Verband noch vom DOSB Gelder bereit stünden. Auf E-Mails des DSV habe laut Lambertz das MBJS, also Baaskes Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, zuletzt nicht mehr reagiert. „Mit diesem Stand der Dinge werden wir am Mittwoch in die Gespräche mit dem DOSB gehen“, so Lambertz.

Wie sagte doch der Cottbuser Schwimmtrainer Petrov: „Es ist längst 25 nach 12. Im Landesschwimmverband wird die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Trainer, die sich für das Schwimmen in Brandenburg eingesetzt haben, zerstört. Ohne Bundesstützpunkt keine Zukunft.“

Von Peter Stein

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