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Christian Prochnow beendet Triathlon-Karriere

"Paule" dreht nur noch eine Runde Christian Prochnow beendet Triathlon-Karriere

Nun ist es offiziell. Christian "Paule" Prochnow hört auf. "Hamburg wird definitiv mein letzter internationaler Auftritt sein, den ich bestreite", versichert der Potsdamer.

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Macht Tempo auf dem Rad: Christian Prochnow.

Potsdam. Dort soll im Rennen der Weltmeisterschaftsserie der letzte Startschuss fallen, dann stürzt sich Prochnow fürs Schwimmen in die Binnenalster.

"Ich bin froh darüber, dass es gerade Hamburg ist und nicht irgendein anderer Ort auf der Welt. Das wird ein cooler Abschluss meiner Karriere", so Prochnow. Der 31 Jahre alte Sportler vom Verein Triathlon Potsdam hat sich gut erholt. "Die letzten zwei Wochenenden hatte ich keine Wettkämpfe. Davor war ich zwei Monate am Stück unterwegs. Ich habe versucht, mich ordentlich in Form zu bringen. Es kann losgehen." Am Sonnabend um 18 Uhr (ZDF) ist es soweit.

Hamburg ist für "Paule" der Ort schlechthin. "Da will jeder dabei sein." Kein Wunder: Treiben doch jedes Jahr rund 300 000 Zuschauer die Athleten zu Spitzenleistungen an. Diesmal werden rund 130 Elitestarter für den Sprint aus 750m Schwimmen, 20km Radfahren und 5 km Laufen erwartet.

Große Rangelei erwartet Prochnow an der Spitze, wenn sich im Männerfeld Cracks wie der Ranglisten-Erste Javier Gomez (Spanien) und dessen Landsmann und direkter Verfolger Mario Mola in Hamburgs Innenstadt duellieren. Nicht zu vergessen das britische Bruderpaar Jonathan und Alistair Brownlee – amtierender Sprint-Weltmeister der eine, London-Olympiasieger der andere. "Mein Ziel sind die Top 20", hält Prochnow fest. "Im Sprint kann immer viel passieren. Vielleicht komme ich mit einer kleinen ersten Gruppe aus dem Wasser, so wie zuletzt in Düsseldorf, und es geht noch ein Stückchen weiter nach vorn", sagt der aktuelle Inhaber des deutschen Sprint-Titels.

Hamburg hat der Sportler in guter Erinnerung: "Vor fünf Jahren konnte ich dort als Fünfter meine beste Platzierung holen." Damals war Prochnow auf dem Rad und beim Laufen vorn dabei. Als 2001 an der Alster noch ein Weltcup ausgerichtet wurde, ließ er kaum ein Rennen aus.

Nicht nur "Paule" hat längst die Taschen gepackt. Auch Franz Löschke, U-23-Weltmeister von 2009, stellt sich der Herausforderung. "In Saarbrücken habe ich gut trainiert, mal sehen, wie ich das umsetzten kann." Kitzbühel, letzte Station der WM-Serie, hatte der 24-Jährige ausgelassen. Er will angreifen. "Beim Sprint denkst du schon im Wasser daran, dass du auf dem Rad und im Lauf Vollgas geben musst."

Aus der Ferne wird Prochnows einstiger Trainer Ron Schmidt den Vergleich der Asse und Paules– Abschied verfolgen. "Mit einem lachenden und einem weinenden Auge." Er betreut am Wochenende den Nachwuchs des Vereins, der bei den deutschen Meisterschaften am viele hunderte Kilometer entfernten Schluchsee auf Titeljagd geht. Dennoch können sich Prochnow und Löschke auf viele Anhänger entlang des Hamburger Kurses verlassen. "Mutter Anette, Vater Torsten und Bruder Paul kommen, um mich anzufeuern", verrät der gebürtige Finsterwalder Löschke. "Ich habe viele Freunde und Unterstützer eingeladen", so Prochnow. "Nach einem Sprint kann man sowieso nicht schlafen. Es wird als so eine muntere Nacht zum Feiern." Alsterwasser inklusive.

Offiziell ist auch, dass "Paule" dem Triathlon nicht vollständig aufgibt. "Das vierte und letzte Bundesliga-Rennen am 31. August in Hannover steht noch im Programm." Danach will er die Seiten wechseln. Als Trainer bleibt er dem geliebten Sport treu.

Von Ralf Thürsam

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