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Detlef Claus ist der Mann hinter der Clowns-Maske

24. Preußische Meile Detlef Claus ist der Mann hinter der Clowns-Maske

Wenn die Bambinis an den Start gehen, dann kommt die große Stunde von Detlef Claus bei der Preußischen Meile. Der 50-Jährige schlüpft dann in sein Clowns-Kostüm und animiert die Kinder zum mitmachen. Auch am kommenden Freitag, wenn die 24. Auflage des Internationalen Sparkassenlaufs ansteht, hat der Clown wieder jede Menge Kuscheltiere mitgebracht.

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„Seid ihr alle startklar“, ruft Clown, alias Detlef Claus, den Jungen und Mädchen bei der Preußenmeile zu.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Detlef Claus kann sich nicht mehr genau daran erinnern, in welchem Jahr er erstmalig in das Clowns-Kostüm schlüpfte. „1998, 1999 oder 2000 kann es gewesen sein.“ Aber der lustige Kobold in seiner schwarz-roten Flatterhose und der ebenso schwarz-roten Weste, mit dem rothaarigen Kopfschmuck à la Pumuckl und der roten Nase ist eine Institution bei der Preußischen Meile. Der Internationale Sparkassenlauf erlebt am Freitag seine 24. Austragung – und der erste Startschuss fällt um 17.30 Uhr traditionell für die Bambinis. Claus, Gründungsmitglied des veranstaltenden Potsdamer Laufclubs, turnt dann vornweg.

Die Plüschtiere sammelt Claus das ganze Jahr über

„Wir haben damals überlegt, wie wir die Kinder dazu bekommen, dass sie alle in eine Richtung laufen. Da kam mir das Clowns-Kostüm in den Sinn, dass ich irgendwie vom Fasching noch zu Hause hatte. Damit haben sie einen Fixpunkt, nachdem sie sich richten können. Unser Konzept ging auf“, erzählt Claus. Er kümmert sich zudem darum, dass im Ziel nach der circa 400 Meter langen Strecke für die zwei- bis fünfjährigen Kinder im Vorschulalter auch genügend Plüschtiere in einer Kiste bereit liegen. „Die sammele ich das ganze Jahr über, mittlerweile wird mein Bestand immer wieder gut aufgefüllt“, berichtet Claus, der die Knuddeltiere vorher in die Waschmaschine steckt und dann auf der Leine trocknen lässt. „Da haben sogar meine Nachbarn Freude dran.“

Beim nächsten Mal erzählen ihm die Mädchen und Jungen dann, was für ein Plüschtier sie vom Vorjahr noch zu Hause haben. „Aber das Wichtigste ist den Kids die Startnummer und nicht das Plüschtier. Schließlich wollen sie alle mal große Läufer werden und freuen sich über ihre Startnummer“, plaudert der 50-Jährige. „Die Eltern, die ja auch mitlaufen dürfen, erzählen mir, dass die Startnummer im Kinderzimmer überm Bett einen Ehrenplatz hat und die Kinder stolz darauf sind.“

Claus: „Die Jüngsten sollen bei uns Spaß am Laufen finden“

Vor allem aber geht es Claus um eins: „Die Jüngsten sollen bei uns Spaß am Laufen finden. Hier geht es nicht darum, wer Erster, Zweiter oder Dritter wird, die Freude am Lauferlebnis soll vermittelt werden.“ Bilder, wie aus dem österreichischen Linz, wo vor ein paar Wochen Eltern ihre Sprösslinge beim Bambini-Lauf ins Ziel zerrten, weil sie nicht schnell genug waren, werde es bei der Preußenmeile nicht geben. „Das mache ich den Eltern auch vorher klar. Die Kinder können bei uns ohne Anmeldung und ohne Kosten teilnehmen, da soll es auch locker und entspannt zugehen“, so Claus, der bei den „Lockerungsübungen“ in seiner Verkleidung natürlich in die Hauptrolle schlüpft. Wenn der Clown um die Ecke geflitzt kommt und laut ruft, „habt ihr alle schön geübt“, dann ertönt es lauthals aus den Kinderkehlen: „Jaaaaa!“ Claus sagt: „Dann habe ich sie alle auf meiner Seite und kann vorneweg turnen, ein paar Späßchen gehören schließlich dazu.“

15 Läufe in 3 Stunden

Bei der 24. Preußenmeile am Freitag fällt um 17.30 Uhr der erste Startschuss für den Bambini-Lauf.

Danach folgen die Starts für die Schülerläufe nach Klassenstufen im Zehn-Minuten-Takt. Los geht es mit den Mädchen der 1. Klasse um 17.45 Uhr über 1,8 km (1 Runde). Der Jugendlauf über 3,6 km (2 Runden) für die 9. bis 13. Klasse oder 1. bis 3. Lehrjahr wird um 19.45 Uhr gestartet.

Zum Abschluss erfolgt der Internationale Sparkassenlauf Preußische Meile (7532,48 Meter) als Wertungslauf im MBS-Cup. Start: 20.15 Uhr. Bis eine halbe Stunde vor dem Start sind noch Nachmeldungen möglich.

Den rot-schwarzen Harlekin-Anzug gegen ein anderes Kostüm eintauschen, möchte er nicht. „Wenn mal kurz vor dem Start etwas kaputt geht, hilft eine Sicherheitsnadel. Am meisten muss ich auf meine rote Nase aufpassen, die mir allzu dreiste Burschen mit flinken Händen gerne mal abreißen wollen. Aber auch da habe ich immer eine Reserve dabei.“ Das Ehrenamt übernimmt der Baumaschinenmeister gern. „Es gibt keinen schöneren Lohn als dieses Lachen und die strahlenden Augen der Kinder.“

Blaubeersuppe gegen den Hungerast

Der ausgebildete Trainer, der beim PLC mit Olaf Beyer die sogenannte Dienstagsgruppe betreut, die außer dienstags auch donnerstags im Luftschiffhafen übt, rennt anschließend – aber ohne Verkleidung – auch noch beim Hauptlauf über die 7532,48 Meter der Preußischen Meile mit. Der passionierte Hobbyläufer hat mittlerweile über 60 Marathons und Ultraläufe bestritten. Eben erst hat er zum siebten Mal die 300 Kilometer lange Nonstoptour der Vätternseerundfahrt in Schweden mit 25 000 gleichgesinnten Hobbyradlern bestritten – in elfeinhalb Stunden ohne Schlaf und mit viel Blaubeersuppe gegen den Hungerast.

Seine Erkenntnis: „Im Alter muss man alles mit Bedacht auswählen. Der Weg ist das Ziel. Wenn ich auch mit 85 noch laufen will, kann ich es nicht übertreiben. Man wird nicht mehr schneller.“ Aber den Clown will er möglichst noch viele Jahre bei der Preußenmeile spielen.

Von Peter Stein

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