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Die Quadratur des Kreises

Diskuswerfer Henning und Clemens Prüfer aus Potsdam wandeln in den Spuren der Harting-Brüder Die Quadratur des Kreises

Der Große gibt den Ton an. Clemens Prüfer hat damit kein Problem. Schließlich sagt der 16-jährige Schüler an der Potsdamer Eliteschule des Sports: "Mein Bruder ist mein Vorbild.

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Fühlen sich wohl in Potsdam: Henning (r.) und sein jüngerer Bruder Clemens Prüfer im Diskusring im Stadion Luftschiffhafen.

Quelle: Peter Stein

Potsdam. " Und bisher sei er nie schlecht gefahren, wenn er dem Älteren gefolgt sei. Seit August sind Henning und Clemens Prüfer wieder vereint. Ein Jahr nach dem Großen, also Henning, kam auch Clemens Prüfer von Neubrandenburg nach Potsdam. Beide haben ein gemeinsames Zimmer im Internat der Sportschule. "Wir kommen klar", gibt Henning Prüfer vor und lässt weitere Nachfragen bezüglich der Zimmerordnung und dessen Reinigung außen vor. Schließlich geht es bei den beiden Zwölftklässlern ‒ Henning drückt in der 12 S2 und Clemens in der 12 S1 mit gestrecktem Abitur die Schulbank ‒ zuerst um den Sport.

Und da gibt der 17-jährige Henning Prüfer nun mal den Ton an in seiner Altersklasse. Der kräftige junge Bursche wurde in diesem Sommer in Donezk jeweils U-18-Vizeweltmeister mit Diskus und Kugel. Er wandelt dabei in den Spuren von Olympiasieger Robert Harting. Der Berliner wurde mit 17 ebenso Vizeweltmeister, warf die 1,5 Kilogramm schwere Scheibe aber nur 63,70 Meter weit. Henning Prüfer schleuderte das antike Wurfgerät heuer auf 65,87 Meter. Es derzeit mit Harting aufzunehmen, käme der Quadratur des Kreises nah. Der Jungspund schätzt den Champion durchaus: "Das ist schon ein herausragender Sportler. Jedoch: Seine Jugendleistungen interessieren jetzt nicht mehr", bleibt der gebürtige Rostocker, der in Güstrow aufgewachsen ist, bescheiden. Dabei bringt er mit 2,01 Meter Größe und 125 Kilo Gewicht exakt Hartingsches Format aufs Trapez.

Robert (r.) und Christoph Harting

Quelle: dpa

Und wie der Dreifach-Weltmeister mit seinem sechs Jahre jüngeren Bruder Christoph Harting ein erfolgreiches Diskus-Paar bei der Männer-Elite abgibt, sind die Prüfers nun in Potsdam zu zweit unterwegs. In der Trainingsgruppe von Jörg Schulte fühlen sie sich wohl und werden ab 2014 auch für den SC Potsdam starten. Der Coach, zugleich Bundesnachwuchstrainer, spricht im Falle von Henning Prüfer von einem "außergewöhnlichen Talent". Zumal dieser auch im Kugelstoßen (mit der fünf Kilogramm schweren Kugel) mit 21,94 Meter eine bärenstarke Vorstellung ablieferte. Zum Vergleich: Der heutige Weltmeister David Storl wuchtete das Fünf-Kilo-Eisen seinerzeit als U-18-Weltmeister "nur" auf 21,40 Meter.

Bei den deutschen U-18-Meisterschaften in diesem Sommer in ihrer Geburtsstadt Rostock standen die Prüfers prompt doppelt auf dem Podest. Im Kugelstoßen siegte Henning vor Clemens, im Diskuswerfen wurden sie Zweiter und Dritter. Die Söhne zweier Ex-Ruderer ‒ Vater Lutz und Mutter Cornelia waren einst beim Sportclub in Berlin ‒ favorisieren für die Zukunft aber das Diskuswerfen. "Das ist sicher die spektakulärere Disziplin. Im Training wird aber beides weiter geübt. Das ist abwechslungsreich", findet Clemens Prüfer, der zwar körperlich bei 1,95 Meter Größe und 106 Kilo Gewicht noch nicht mit seinem Bruder mithalten kann, aber technisch durchaus begabter scheint. Beide indes sind so cool, dass sie kaum aufgeregt in den Wettkampf gehen. Deshalb gilt Henning Prüfer schon als Mann mit starken Nerven, der die Konkurrenz gleich im ersten Versuch ‒ siehe Donezk ‒ schocken kann.

Der Teenager mit der wehenden schulterlangen Lockenmähne, die er im Ring mit einem Stirnband zähmt, sagt: "In Potsdam haben wir beste Voraussetzungen. Deshalb ist es gut, wenn Clemens auch hier ist. Wir können uns gegenseitig puschen." Das natürlich nicht nur bei den Computerspielen "Starcraft 2" oder "League of Legends", wenn der Große als "Sejurai" und der "Kleine" als "Ahri" in den Kampf ziehen.

Für nächstes Jahr haben beide wieder große Ziele: Henning will zur U-20-WM nach Eugene/USA und Clemens zu den Olympischen Jugendspielen nach Nanjing/China. Die Hartings können sich den Namen Prüfer ruhig schon mal merken.

Von Peter Stein

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