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Drama nach der Schluss-Sirene

Potsdam muss sich mit 25:25 gegen Schwerin begnügen Drama nach der Schluss-Sirene

Knapper geht es nicht: Das Spiel war schon eine halbe Stunde aus. Doch Bengt Bornhorn saß auf einer Bank und starrte bedröppelt auf die leere Spielfläche der Arena im Luftschiffhafen. Nur kurz zuvor hätte er den entscheidenden Treffer landen können.

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Robert Weiß (Mitte) erzielte sechs Tore.

Quelle: Benjamin Feller

Potsdam. Kreisläufer Bengt Bornhorn des Handball-Drittligisten 1. VfL Potsdam hatte am Samstagabend beim 25:25 (12:14) gegen den SV Mecklenburg Schwerin den Sieg in der Hand. Aber Bornhorn scheiterte nach Ablauf der Spielzeit mit einem Siebenmeter.

"Wir sind ein bisschen betrübt", gab VfL-Trainer Jens Deffke zu. "Denn wir hatten Chancen auf mehr." Freilich hatten sich die sechstplatzierten Havelstädter gegen den Tabellenelften einen Sieg ausgerechnet. Doch die Schweriner präsentierten sich vor 684 Zuschauern stark. "Es war ein Spiel auf Augenhöhe", sagte Gäste-Trainer Holger Antemann. "Die Tabelle täuscht über Schwerins Potenzial", meinte Deffke. "Vom Spielverlauf her ist das Remis ein Punktgewinn."

Grund für die Enttäuschung waren jedoch die vergebenen Möglichkeiten. Insgesamt vier Siebenmeter brachte der VfL nicht im Tor unter. Hinzu kamen mehrere freie Würfe. Deffke: "Schwerins Torwart Oliver Mayer hat stark gehalten. Wir hätten aber auch einen Tick besser werfen können." Obwohl sich Schwerin gut auf die Potsdamer Spielweise eingestellt hatte und zahlreiche Konter unterbinden konnte, kam der Gastgeber zu ausreichend klaren Chancen.

"Mit einer besseren Effizienz gewinnen wir das Spiel", bedauerte Potsdams Rückraumspieler Robert Weiß. Die Stimmung in der Mannschaft sei daher etwas gedrückt, offenbarte der 26-Jährige nach dem Spiel. Kämpferisch müsse sich das Team jedoch nichts vorwerfen. Weiß: "Wir haben uns bis aufs Blut reingehauen." Nach der Pause drehte der VfL auf ‒ und den Halbzeitrückstand in eine zwischenzeitliche Führung. Jan Piske musste zwar mit einer Handverletzung passen, dafür kam Alexander Schmidt im zweiten Durchgang besser in die Partie und erzielte noch drei Tore.

Auf einem konstant hohen Level agierte Robert Weiß. Der Neuzugang, der im Sommer von Lok Pirna gekommen war, hatte in dieser Saison insbesondere in der Offensive eher eine Nebenrolle besetzt. "In der Abwehr habe ich schon öfter gespielt", bilanzierte der Physiotherapeut. "Aber heute ist auch im Angriff der Knoten geplatzt." Acht Tore hatte der 1,92 Meter große Weiß, der früher in Eisenach gespielt hat und dem Bundesliga-Aufsteiger die Daumen drückt, bis dato in acht Partien geworfen. Am Samstag kamen gleich sechs hinzu. "Darüber freue ich mich", strahlte Weiß, gab aber auch zu: "Das Ankommen in Potsdam hat etwas länger gedauert, weil ich im Frühjahr noch eine schwere Knieverletzung hatte." Der Auftritt von Robert Weiß freute auch Trainer Deffke: "Robert hat einen großen Schritt nach vorn gemacht. Er hat gut geworfen und gute Anspiele dabei gehabt."

Daher schnitt Deffke den letzten Spielzug auf Weiß zu. 22 Sekunden vor Schluss hatte der Trainer beim Stand von 25:25 eine Auszeit genommen und den letzten Zug geplant. Der klappte sogar wie besprochen, doch Weiß wurde beim Abschluss mit der Schlusssirene gefoult, so dass es noch einen Siebenmeter gab. "Schade", so Weiß, "ich hätte den Ball gerne reingemacht." Dann wäre Bornhorn gar nicht mehr in die Siebenmeter-Verlegenheit gekommen.

Von Ronny Müller

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