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Duell der Scharfschützen im Handball-Derby

Handball, 3. Liga Nord Duell der Scharfschützen im Handball-Derby

Yannik Münchberger (VfL Potsdam) und Dominic Kehl (Oranienburger HC) sind in dieser Saison die Aufsteiger ihrer Teams. Münchberger hat in den vergangenen sechs Spielen 52 Tore geworfen, Kehl führt mit 193 Treffern die Torschützenliste der Liga an. Vor dem Handball-Derby in der 3. Liga Nord am Sonntag hat die MAZ die beiden Rückraumspieler unter die Lupe genommen.

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Potsdams Yannik Münchberger (l.) warf in den vergangenen sechs Partien 52 Tore, Dominic Kehl führt mit 193 Treffern die Torschützenliste der Liga an..

Quelle: Julius Frick, Robert Roeske

Potsdam. Die Quote von Yannik Münchberger liest sich derzeit beeindruckend. 52 Tore gelangen dem Spielmacher des VfL Potsdam in den vergangenen sechs Partien – dreimal traf er zweistellig, fünfmal war er der beste Werfer seines Teams. In der vereinsinternen Torschützenliste des Handball-Drittligisten liegt er nur noch zehn Treffer hinter Linksaußen Julius Dierberg (104 Tore). „Das ist in der Mannschaft aber überhaupt kein Thema“, sagt der 19-Jährige, der in seiner ersten kompletten Saison im Männerteam steht.

Nach dem Abgang des ehemaligen Bundesligaspielers Philipp Reuter Anfang Februar in die Schweiz ist Münchberger der einzige nominelle Mittelmann im Kader der Adler, die am Sonntag (16 Uhr, MBS-Arena) den Oranienburger HC zum Derby empfangen. „Dadurch, dass Philipp weg ist, habe ich mehr Verantwortung dazugewonnen. Ich spiele jetzt auf meiner angestammten Position, dadurch bekomme ich auch mehr Würfe“, sagt der Rechtshänder. So habe er mehr Sicherheit, schließlich spielte er auf dieser Position schon vergangene Saison in der A-Jugend-Bundesliga. Dort gelangen ihm im Schnitt sogar zwölf Tore pro Spiel, eine Einladung zur Junioren-Nationalmannschaft war der Lohn.

Für Münchberger war Burgdorf-Spiel der Durchbruch

Dass er sich so schnell an die neue, härtere Liga gewöhnt, damit hatte er selbst nicht gerechnet. „Wir hatten einen klaren Plan und gesagt, dass wir das ganz behutsam machen und mich nicht verheizen“, erzählt der Sportschüler, für den in einem Monat die Abiturprüfungen beginnen. Mit den 20 Minuten Spielzeit zum Anfang der Saison sei er bereits zufrieden gewesen. „Dann kam das Burgdorf-Spiel, das wir zwar knapp verloren haben, aber es war ein bisschen die Initialzündung. Da hat es im Kopf Klick gemacht, dass es geht“, sagt Münchberger über die Partie, bei der er rund 50 Minuten zum Einsatz kam. Sein Trainer bescheinigt ihm eine gute Entwicklung. „Ich glaube, dass er noch viel Potenzial hat. Körperlich, aber auch durch die jetzige Situation, in der er Erfahrung sammeln kann“, sagt Jens Deffke, der 2013 vom OHC zum VfL Potsdam kam.

Für Münchberger ist die Partie am Sonntag ebenfalls etwas Besonderes. „Erstmal ist es wichtig, weil es ein Derby ist. Wir wollen nicht zweimal in einer Saison gegen den OHC verlieren“, sagt er zur Hinspielniederlage. Und außerdem wolle das Team noch Rang zwei erreichen – der Derbysieg wäre dafür ein Anfang.

Kehl vor der magischen Grenze

Die 200 blinkt schon Richtung Oranienburg. 200 Tore. Siebenmal muss Dominic Kehl den Ball noch im Netz zappeln lassen – dann hat der Shooter des Oranienburger Handball-Clubs die magische Grenze durchbrochen. „Klar gucke ich auf die Torschützenliste“, sagt der 24-Jährige. „Es ist schon ein schönes Gefühl. Ich war noch nie bester Torschütze.“ In dieser Saison ist das aber so. Der Linkshänder thront in der Wertung auf Platz 1 der 3. Liga Nord – mit 18 Toren Vorsprung vorm Zweiten. Diese Tatsache ist ein Ausdruck seiner Leistungsexplosion gegenüber dem Vorjahr. „Ja, in der letzten Saison hatte ich noch einige Probleme.“ Jetzt spielt der frühere „Fuchs“ aus Berlin im zweiten Jahr beim OHC – und es läuft.

In dieser Saison strotzt der Hüne nur so vor Selbstbewusstsein. Er nimmt sich Würfe in schier unmöglichen Situationen – und trifft. Er jagt die Bälle nach klugen Spielzügen ins Tor. Er liegt in der Siebenmeterstatistik vorn (85 Tore). Lediglich zehn Fehlversuche hat er sich geleistet. „Fahrkarten“ wirft er aus dem Spiel heraus viele, aber er übernimmt immer wieder aufs Neue Verantwortung. „Vielleicht liegt es daran, dass ich gezwungen bin, viel zu spielen, weil Lasse Scharge schon lange verletzt ist“, sagt Dominic Kehl. „Trotzdem war mit dieser Form nicht zu rechnen. Ich bin selbst überrascht.“

Auftreten und Körpersprache haben sich bei Kehl verändert

Sein Trainer Christian Pahl hat schon im Sommer gesehen, „dass da ein anderer Dominic Kehl“ im Team steht. Sein Auftreten, seine Körpersprache, die Vorbereitung, in der er – anders als im Jahr zuvor – alles durchgezogen habe. „Er übernimmt Verantwortung im Training und Spiel und verkörpert das, was wir uns von ihm versprochen hatten.“ Und er habe noch Potenzial.

In seiner ersten Oranienburger Saison tastete er sich langsam an seinen neuen Verein heran, wechselte sich mit Lasse Scharge im rechten Rückraum ab. Jetzt ist er der einzige Linkshänder auf der Position und der Schrecken der gegnerischen Torhüter. Wenn Dominic Kehl hochsteigt und „losflakt“, sehen die Torwarte kein Land.

Am Sonntag geht es ins Landesderby zum VfL Potsdam, den OHC sieht er als Außenseiter. Für den OHC geht es aus seiner Sicht darum, das Spiel offen zu halten und die Potsdamer vielleicht zu ärgern. Der VfL liegt ihm, im Hinspiel traf er elfmal. „Der letzte Siebenmeter war mein schönstes Tor in dieser Saison.“ Es war der 27:26-Siegtreffer in der Schlusssekunde.

Von Stephan Henke, Stefan Blumberg

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