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Ehrenplatz für Potsdamer Medaillenjäger

Walk of Fame des Sports Ehrenplatz für Potsdamer Medaillenjäger

Im Potsdamer Luftschiffhafen haben die 103 Potsdamer Medaillengewinner bei Olympischen Spielen nun einen Ehrenplatz. Am Freitag wird der Walk of Fame des Sports eröffnet, die Kanu-Olympiasieger Franziska Weber, Sebastian Brendel (beide 2012), Jürgen Eschert (1964) und Ronald Rauhe (2004) haben sich ihre Stelen bereits angeschaut.

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Franziska Weber, Sebastian Brendel, Jürgen Eschert, LSB-Geschäftsführer Andreas Gerlach und Ronald Rauhe vor der Tokio-Stele.

Quelle: Scheerbarth

Potsdam. Jürgen Eschert kommt ins plaudern. Die Sonne strahlt auf den Vorplatz der MBS-Arena im Potsdamer Luftschiffhafen. Goldiges Winterwetter. „Ich war damals als Favorit ins Rennen gegangen, da ich alle Rennen zuvor gewonnen hatte.“ Der 74 Jahre alte Potsdamer Kanute schwärmt von seinem Goldlauf in Tokio. Im Einer-Canadier über 1000 Meter ließ er der Konkurrenz keine Chance. Eine taktische Meisterleistung. „Ich habe am Anfang alle wegziehen lassen und dann zum Endspurt angesetzt. Bei 750 Metern hatte ich sie eingeholt und gewann mit zwei Bootslängen Vorsprung.“

Jürgen Eschert steht warm eingemummelt wenige Meter entfernt vom historischen Eingangstor zum Sportpark. Umringt von Sebastian Brendel, Franziska Weber und Ronald Rauhe. Alles Olympia-Siegert. Das Trio vom Kanu-Club Potsdam schaut sich eine der 17 neuen Stelen an. 1964 Tokio – steht auf dem gläsernen Schild. Kanurennsport; Jürgen Eschert. Dahinter befindet sich ein goldener Punkt. Direkt darunter: Turnen; Peter Weber. Der orange Punkt steht für Bronze. Eschert blickt stolz. „Ach, so sieht das aus“, wundert sich einstige Champion, der erster Potsdamer Kanu-Olympiasieger wurde.

17 Stelen am historischen Eingang zum Luftschiffhafen

Denn offiziell werden die Stelen erst am Freitag eingeweiht. Noch stehen die Tafeln unter Zelten versteckt. Potsdam hat sich seit dem Olympia-Sieg von Eschert zu einer Sportstadt gemausert. Es regnete weitere 102 Medaillen bei Olympischen Spielen. Goldene steuerten Brendel, Franziska Weber und Rauhe bei. Sie alle werden nun ihren Ehrenplatz bekommen. Der „Walk of Fame des Sports“ wird im Sportpark Luftschiffhafen eröffnet. Auf 17 Stelen steht, welcher Sportler aus Potsdamer Vereinen wann und wo welche Medaille geholt hat. Außerdem gibt es eine Stele, auf der Potsdamer Sportler verewigt sind, die nicht für einen Potsdamer Verein gestartet sind. Auf einer anderen Tafel wird das Gesamtprojekt vorgestellt. Träger ist der Stadtsportbund. Die Aufwendungen von 60 000 Euro werden durch Spenden und eine Projektförderung der Landeshauptstadt Potsdam getragen.

„Die Idee gab es schon lange“, sagt Andreas Gerlach, Geschäftsführer des Landessportbundes Brandenburg. „In anderen Städten wie Cottbus gibt es so etwas schon. Ein Projekt der Potsdamer Sportschule gab schließlich den endgültigen Anstoß.“ Die Tafeln sollen die Sportler würdigen. „Zudem wird das zusätzliche Motivion für den Nachwuchs geben, der im Potsdamer Sportpark trainiert. Der eine oder andere wird noch eine Kohle drauf legen.“

Weber, Brendel und Rauhe wollen noch Medaillen drauflegen

Das will auch Sebastian Brendel in den nächsten Wochen wieder. Der 27-Jährige absolvierte am Montag-Morgen eine Trainingseinheit im Kraftraum bevor ein ­15-Kilometer-Lauf durch Potsdam anstand. Danach trainierte Brendel auf dem Wasser. „Wir fahren zur Freundschaftsinsel und hoffen, dass es eisfrei ist. Wir paddeln zehn Kilometer“, so Brendel, der im Sommer bei Olympia in Rio nach einer weiteren Medaille greift.

Ins statt aufs Wasser ging es für Franziska Weber. „Wir haben uns eine Stunde lang bewegt, sind fünfmal 400 Meter geschwommen“, plaudert „Franzi“ Weber, die 2012 in London im Kajak-Zweier über 500 Meter Gold holte. „Ins Boot steige ich nicht. Das ist zu riskant mit dem Eis. Kommt man da mit dem Paddel falsch auf, fällt man auf der anderen Seite ins Wasser. Das ist ein bisschen kalt. Ich laufe noch nach Geltow und gehe dann in den Kraftraum.“ Franziska Weber will auch das Ticket nach Brasilien lösen. „Dafür haben wir uns ja die letzten vier Jahre abgerackert.“

So wie Ronald Rauhe. Für den 34 Jahre alten Kanuten werden die Spiele am Zuckerhut die letzten sein. „Mein Ziel ist eine Medaille. Ich hoffe, dass die dann auch die richtige Farbe hat“, macht Rauhe keine Geheimnis daraus, dass er sich gern noch einmal die Goldene umhängen möchte. Dafür wird er sich in den nächsten Monaten ins Zeug legen. Am Montag musste Rauhe gleich zweimal in den Kraftraum. Im Februar wird es dann ins Trainingslager nach Florida gehen. Im März nach Italien. Und immer Gold im Blick. So wie damals Eschert – 1964.

Von Sebastian Morgner

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