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Emotionen am Mattenrand

Judo Emotionen am Mattenrand

Melissa Mache gehörte zu den besten Judo-Talenten in Deutschland. Wegen einer Schulterverletzung beendete sie ihre Karriere, bevor sie richtig angefangen hat. Am Samstag kommentierte die 21-Jährige den Viertelfinal-Rückkampf der Mannschafts-Bundesliga zwischen den UJKC Potsdam und Großhadern. Viele Potsdamer Kämpfer kennt sie sehr gut.

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Melissa Mache.

Quelle: Gerhard Pohl

Potsdam. Melissa Mache streckte dem Arm seitlich aus. Das Zeichen für einen Wazaari – einen halben Punkt. Die Hallensprecherin des UJKC Potsdam fieberte beim Heimkampf der Judo-Bundesliga gegen den TSV München Großhadern mit. „Ich bin emotional sehr berührt, da ist es schwer ruhig zu bleiben“, erzählte die 21-Jährige, die den Job 2014 übernahm. „Aber ich halte das Mikro weg, wenn ein emotionaler Ausbruch kommt.“

Großhadern fährt alle Stars auf

Am Samstagabend hielten sich die Ausbrüche in Grenzen. Der UJKC Potsdam verlor den Viertelfinalrückkampf gegen den TSV Großhadern mit 5:8. Die Mannschaft von Trainer Mario Schendel war bereits im Hinkampf mit 3:11 unterlegen. Schon nach den ersten vier Einzelkämpfen und dem 1:3-Rückstand in der MBS-Arena vor 300 Zuschauern stand fest, dass Potsdam die Hypothek aus dem Hinkampf nicht mehr abtragen kann. „Das ist schade für die Fans, die Luft war schnell raus“, sagt Melissa Mache. „Aber Großhadern ist mit vielen sehr guten Leuten gekommen.“ Der amtierende Meister hatte sich vom komfortablen Vorsprung nicht in Sicherheit wiegen lassen und ging den Rückkampf voll konzentriert an. Neil MacDonald (zwei Siege im Limit bis -60 kg), Robert Kopiske (-66 kg), Jan Gosiewski (-73 kg) und Tim Gramkow (-81 kg) holten die Punkte für den UJKC, der zumindest lange an einem Sieg im Rückkampf schnupperte.

Gesundheit geht vor

Deshalb forderte Melissa Mache das Publikum immer wieder auf, die Potsdamer Judoka zu unterstützen. Sie stellte zudem die Kämpfer vor und erklärte die Techniken sowie die Zeichen der Kampfrichter. „Moderieren macht mir einfach Spaß“, sagte sie. Und das Fachliche hat sie eh drauf. Von der 8. Klasse bis zum Abitur besuchte die Klein Loitzerin (Spree-Neiße) die Potsdamer Sportschule und galt als eines der größten deutschen Judo-Talente. Sie wurde 2011 deutsche U17-Meisterin, holte Medaillen bei Eurocups und nahm an der Weltmeisterschaft 2011 teil. Doch dann kugelte sie sich die Schulter aus und musste operiert werden. 2012 machte die Schulter erneut Probleme. Die Ärzte wollten wieder operieren. „Aber das wollte ich nicht, die Gesundheit geht vor“, sagte sie.

Mittlerweile studiert Melissa Mache in Göttingen Jura, sie kommt ins fünfte Semester. „Aber für die Heimkämpfe kommt sie immer wieder gerne nach Potsdam. „Judo ist eine Sucht, kann nicht davon lassen. Mit vielen der Jungs bin ich außerdem zur Sportschule gegangen.“ Gerne besucht sie auch ihre alte WG mit dem UJKC-Kämpfern Martin Setz und Tom Schulz. Dann grübelt sie manchmal, ob es richtig war, die OP abzusagen und mit dem Judo aufzuhören. „Es fällt mir heute noch schwer.“ Aber sie ist ja immer noch hautnah dabei.

Von Ronny Müller

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