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Ex-Potsdamer Carlo Paech wird Dritter

Internationales Stabhochsprung-Meeting in Potsdam Ex-Potsdamer Carlo Paech wird Dritter

Carlo Paech feierte am Samstagabend eine triumphale Rückkehr. Nach 13 Monaten Wettkampfpause katapultierte er sich beim 16. Internationalen Stabhochsprung-Meeting in Potsdam bei seinem Comeback sensationell über 5,65 Meter. Der Ex-Potsdamer erfüllte damit als erster Deutscher die Norm (5,65) für die Hallen-Europameisterschaft Anfang März in Prag.

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Carlo Paech wird beim Stabhochsprung-Meeting in Potsdam Dritter.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Der verlorene Sohn feierte am Samstagabend eine triumphale Rückkehr. Nach 13 Monaten Wettkampfpause katapultierte sich Carlo Paech beim 16. Internationalen Stabhochsprung-Meeting im Potsdamer Stern-Center bei seinem Comeback sensationell über 5,65 Meter. Der Ex-Potsdamer, der seit 2013 für Bayer Leverkusen startet, erfüllte damit als erster Deutscher die Norm (5,65) für die Hallen-Europameisterschaft Anfang März in Prag. Bei seinem Heimspiel wurde Paech damit Dritter hinter den Polen Piotr Lisek und Robert Sobera, die jeweils erstklassige 5,80 Meter meisterten. Weil beide anschließend am polnischen Hallenrekord von 5,87 Meter scheiterten, gab es ein Stechen. Da verzichtete Sobera auf einen weiteren Versuch und überließ Landsmann Lisek, EM-Sechster von 2014, so den Sieg.

Beim 16. Stabhochsprung-Meeting in Potsdam vom 5. bis 7. Februar 2015 trifft sich die internationale Hochsprung-Elite. Am Freitag gab es die Konkurrenz der Frauen mit einem Sieg der Schweizerin Nicole Büchler, die als einzige die 4,55 Meter übersprang. Bei den Männern siegten am Samstag Piotr Lisek und Robert Sobera, der Ex-Potsdamer Carlo Paech wurde Dritter.

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Dass Paech vor mehreren tausend Zuschauern bei der Siegerehrung mit ganz vorn stehen würde, hatte er sich nicht träumen lassen – oder? „Nein, nach so einer langen Wettkampfpause kam mir das alles ein bisschen unwirklich vor. Aber ich wusste immer, irgendwann kommt der Tag, an dem ich wieder springen kann. Die 5,65 Meter sind natürlich der Hammer.“ Damit steigerte er seine vor zwei Jahren an selber Stelle aufgestellte persönliche Bestleistung um 12 Zentimeter. „Ich habe ja immer gesagt, das Springen im Stern-Center ist beim Lieblingswettkampf.“

Es war eine Reise in die alte Heimat – natürlich voller Emotionen. Da standen die früheren Mitschüler an der Sportschule wie Diskuswerferin Kristin Pudenz, die 2013 mit Paech in einer Abi-Klasse war, und feuerten ihn an. Da war aber auch die Familie mit Eltern, Bruder und Großeltern. Bei Elektronik Hohen Neuendorf unter Mithilfe von Mutter Kerstin hatte der Junior die ersten Schritte als Stabhochspringer unternommen, ehe 2007 der Wechsel auf die Sportschule nach Potsdam erfolgte. Somit war er schon als Jugendspringer im Stern-Center dabei. Dort traf Paech nun auch seinen früheren Trainer Stefan Ritter wieder und ließ sich gern von diesem coachen. Das war für den Trainer ebenso ein Erlebnis – ihm standen Freudentränen in den Augen, als sich sein ehemaliger Zögling über die fantastischen 5,65 hievte. „Das ist einfach geil“, meinte Ritter, der seinen Musterschüler nur ungern ziehen ließ. Aber sie blieben im engen Kontakt.

Ritter half Paech mit über die schwierige, wettkampflose Zeit. „Carlo hatte Probleme mit dem Wechsel nach Leverkusen, ihm war der Spaß am Stabhochspringen abhanden gekommen, er betrieb nur noch Freizeitsport“, gab Ritter Einblicke in die Phase eines Beinahe-Burnouts. Seit Herbst nun trainiert Paech, der in Köln eine Polizeiausbildung zum Kommissaranwärter absolviert, bei Michael Kühnke. Der Ex-Cottbuser betreut sein Jahren den Olympia-Zweiten Björn Otto, der 2012 im Stern-Center den Meetingrekord mit 5,92 Meter aufstellte. „Wir sind in Leverkusen eine tolle Truppe. Björn mit seiner Erfahrung hilft mir natürlich enorm“, erzählte Paech, der nicht vergaß: „Stefan Ritter habe ich viel zu verdanken.“ Und der ehemalige Trainer fügte hinzu: „Ich war von Carlos Talent absolut überzeugt. Umso mehr freut es mich, dass es jetzt wieder vorwärts geht.“

Die aktuelle deutsche Nummer eins, die wegen seiner kräftigen Statur auch den Spitznamen Obelix trägt, hat nun allerdings ein Problem. „Ich hatte nicht mal die Norm für die deutschen Hallen-Meisterschaften in zwei Wochen in Karlsruhe.

Da die Frist schon abgelaufen ist, weiß ich nicht, ob ich nun noch ein Sonderstartrecht erhalte“, zeigte sich Paech ein wenig ratlos mit seinem Glück. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wäre sicher gut beraten, dem 22-Jährigen den Weg zur Meisterschaft nicht zu verwehren. Übrigens, der „Zaubertrank“, den sich der brandenburgische Obelix nach dem Höhenflug gönnte, war wirklich nur eine Limonade.

Bereits am Freitagabend entschied die Schweizerin Nicole Büchler die Konkurrenz der Frauen für sich. mehr >

Von Peter Stein

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16. Internationales Stabhochsprung-Meeting in Potsdam

Nicole Büchler aus der Schweiz ist die Siegerin beim 16. Internationalen Stabhochsprung-Meeting im Potsdamer Stern-Center. Am Freitagabend übersprang sie die Höhe von 4,55 Meter. Auf den Plätzen folgten die Tschechin Jirina Svobodova und Martina Strutz aus Schwerin, die jeweils 4,45 Meter schafften.

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