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Fingerspitzengefühl mit Ball und Seil

MAZ-Serie „Treue Seele“ Fingerspitzengefühl mit Ball und Seil

Zu ihrem Trainer-Dasein kam sie nur durch einen Zufall, inzwischen trainiert Imona Otte seit 25 Jahren die Abteilung Rhythmische Gymnastik beim SC Potsdam. Die 52-Jährige steht viermal die Woche mit den Kindern auf der Matte, an jedem zweiten Wochenende folgen dann noch Wettkämpfe – und das alles ehrenamtlich.

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Imona Otte (r.) beim Training mit Lia Kursawe (9) in der Gruppe der 6-bis 12-Jährigen in der Grundschule Am Pappelhain.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Eines Tages war die Trainerin krank geworden und schwups hatte Imona Otte die Gymnastik-Eleven, darunter auch ihre Tochter Karen, unter ihren Fittichen. Und sie blieb bei Keule, Band, Ball, Reifen und Seil. Seit 25 Jahren ist die Potsdamerin, die durch die Heirat von der Ostseeküste nahe Rostock an die Havel kam, nun Gymnastiklehrerin und beim SC Potsdam quasi als wahrhaft treue Seele eine Institution.

Bei 26 Wettkämpfe im Jahr

Die 52-Jährige macht selbst nicht viel Aufhebens darum. Die Grundschullehrerin, die mit der Familie in Drewitz wohnt, hat aufgrund des Ehrenamtes eine ausfüllte Woche: Montags trainiert sie zwei Stunden beim SC Potsdam in der Grundschule Am Pappelhain, mittwochs drei Stunden in der Schul-AG an ihrer Eigenherd-Grundschule in Kleinmachnow, donnerstags steht sie zwei Stunden in der Schule 20 in Drewitz auf der Matte und freitags noch einmal in der GS am Pappelhain. Dann folgen die Wettkämpfe am Wochenende. Summasummarum 26 im Jahr. „Wir sind viel unterwegs“, stellt sie fest.

Wie meistert die Frau das alles? „Mit guter Laune und Liebe zum Sport“, sagt Imona Otte. Was einst mit ihren längst erwachsenen Töchtern Karen (27) und Karolin (21) begann, möchte sie nicht mehr missen. „Die Arbeit mit den Kindern macht mir einfach Spaß“, erzählt die Trainerin mit Fingerspitzengefühl, die an der Eigenherd-Grundschule neben Musik auch Deutsch, Mathe und Englisch unterrichtet. Musik ist auch bei den Übungen der jungen Gymnastinnen gefragt. Ob in der Gruppe oder im Einzel, stets geht es darum, die einzelnen Elemente musikalisch gekonnt zu verbinden. Der Gymnastiktanz werde abseits der leistungssportlichen Orientierung in der Rhythmischen Sportgymnastik immer beliebter.

Ihre Schützlinge bringen regelmäßig Medaillen

Mit Silke Flügel und den anderen teile sie sich die Arbeit gut auf. „Wir sind ein eingespieltes Team.“ Die besten Talente haben Aufnahme in den Bundeskader gefunden, bringen regelmäßig Medaillen von den Deutschen Meisterschaften mit. Darauf ist Imona Otte, zugleich stellvertretende Abteilungsleiterin der Rhythmischen Sportgymnastik, besonders stolz.

Doch nicht nur den Erfolg sieht sie als Lohn ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Vor allem freut sie sich, wenn ihren Schützlingen die Übungen gelingen und das Publikum Freude an den Darbietungen hat. Nicht zuletzt wurde Imona Otte, die früher als Leichtathletin – „Laufen und Hochsprung konnte ich ganz gut“ – aktiv war, für ihr Engagement schon mehrfach geehrt. So erhielt sie schon die Ehrennadel des Märkischen Turnerbundes in Gold und die Ehrennadel des Landessportbundes in Bronze.

Ehemann Dieter ist die große Stütze

Ihre größte Stütze sei jedoch Ehemann Dieter, mit dem sie seit 28 Jahren verheiratet ist. Denn er begleitet sie oft bei den Wettkämpfen, hilft bei der Berechnung der Wettkampfergebnisse. Beide haben viel Spaß an ihrem Hobby. „Anders geht es wohl nicht“, meint Imona Otte.

Von Peter Stein

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