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Olympia im Visier

Fünfkämpferin Anna Matthes gilt als Kandidatin für 2020 Olympia im Visier

"Ich konnte nicht werfen und nicht springen", sagt Anna Matthes über ihre sportlichen Anfänge. Da die Potsdamerin aber unbedingt auf die Sportschule gehen wollte, entschied sie sich für eine seltene Disziplin: den Modernen Fünfkampf. Darin ist sie inzwischen richtig gut - und nimmt kommende Woche an der Jugend-Olympiade in China teil.

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Das Combined - also die Verbindung aus Laufen und Schießen - ist die Lieblingsdisziplin von Anna Matthes.

Quelle: Gutsche

Potsdam. Wenn die Moderne Fünfkämpferin Anna Matthes die letzte Disziplin eines Wettkampftages – das Combined, also die Verbindung aus 4x800 Meter Laufen und vier Schießeinlagen – angeht, steckt ihr bereits ein hartes Programm in den Knochen: Degenfecht-Duelle im Jeder-gegen-Jeden-Modus, 200 Meter Freistilschwimmen und ein Reitparcours über zwölf Hindernisse. Dennoch bewahrt die Athletin vom OSC Potsdam zum Abschluss zwischen den kräftezehrenden Laufrunden die nötige Konzentration. Mit ruhiger Hand hält sie ihre Laserpistole und erfasst das in zehn Meter Entfernung befindliche Ziel. Ein im Durchmesser 56 Millimeter großes, kreisrundes Trefferfeld. Sie hat es genau im Visier. Genauso wie ihren großen Traum: „Ich möchte irgendwann bei den Olympischen Spielen starten.“

Ab Samstag geht für das Nachwuchstalent bereits der erste, kleine olympische Traum in Erfüllung, denn die 16-Jährige nimmt an den 2. Jugend-Sommerspielen im chinesischen Nanjing teil, die bis zum 28.August stattfinden. „Das wird ein schöner Abschluss meiner internationalen Saison. Ich möchte Spaß haben und Erfahrungen sammeln“, sagt Anna Matthes, die einen Top-15-Platz anpeilt. Als 1998er-Jahrgang zählt die B-Jugendliche zu den Jüngsten im Teilnehmerfeld, für das Sportler der Jahrgänge 96 bis 99 startberechtigt sind. Bei den Olympic Youth Games wird der Wettbewerb (22./23. August) nur als Vierkampf ausgetragen. Ohne Reiten.

Seit fünf Jahren beim Fünfkampf

Die Neuntplatzierte der diesjährigen Jugend-A-Weltmeisterschaft, die bei der EM zudem Vierte mit der Staffel und 14. im Einzel wurde, habe ihr „erfolgreichstes Jahr hinter sich“, ordnet OSC-Trainerin Claudia Adermann ein: „Diese Saison hat Anna richtig gerockt.“ Claudia Adermann mag die ehrgeizige Einstellung ihres Schützlings: „Sie weiß genau, was sie will. Bei Wettkämpfen kann sie sich pushen und extrem motivieren.“

Anna Matthes ist eine, die nach hohen Zielen strebt und für deren Erfüllung mit vollem Einsatz kämpft. Eine solche Zielstellung hatte sie überhaupt erst zum Modernen Fünfkampf geführt. „Ich wollte unbedingt auf die Sportschule“, erzählt die Potsdamerin, die daraufhin die Optionen sondierte. „Ich war früher beim Potsdamer Laufclub, aber ich konnte nicht werfen und nicht springen.“ Leichtathletik kam also nicht infrage, ebenso fiel der Schwimmsport durch das Raster. „Zum damaligen Zeitpunkt wurden nur leistungssportorientierte Gruppen angeboten, doch so gut war ich einfach noch nicht.“ Gerne geritten sei sie seit frühester Kindheit, im Fechten hatte sie sich ebenfalls ausprobiert. „Da dachte ich mir, Schießen kann man lernen. Dann bin ich 2009 zum Fünfkampf gekommen und es hat sofort Spaß gemacht. 2010 wurde ich an der Sportschule angenommen.“

Die Abwechslung gibt ihr den "Kick"

Nur noch eine einzige Sportart auszuüben, ist für die mehrfache deutschen Meisterin im Jugendbereich heute nicht mehr denkbar. „Ich brauche die Abwechslung“, erklärt Anna Matthes, die vor allem das Combined mag – die direkten Positionskämpfe geben ihr zum Abschluss nochmal den „richtigen Kick“. Obwohl sie zu den guten Schwimmerinnen gehört, sei dies hingegen nicht unbedingt ihre Lieblingsdisziplin.

Die bewusste Art im Training, die mentale Stärke und das bereits hohe Leistungsniveau von Anna Matthes wecken bei Claudia Adermann bereits große Hoffnungen. „Sie ist eine Kandidatin für Olympia 2020 in Tokio, dieses Ziel werden wir angehen“, meint die Trainerin. Vorher steht aber zunächst einmal die olympische Vorstufe des ganz großen Spektakels an.

Kristin Ranwig startet im Triathlon

  • 84 Nachwuchssportler wurden vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die 2. Youth Olympic Games vom 16. bis 28. August in Nanjing nominiert.
  • Als dritte Teilnehmerin aus Potsdam wird Kristin Ranwig vom Verein Triathlon Potsdam bei den Spielen in China an den Start gehen.
  • Die 16-Jährige hatte in diesem Jahr Rang 14 bei der Junioren-Europameisterschaft belegt. Dies war ihr EM-Debüt.
  • Kristin Ranwigs Wettkampf in Nanjing findet bereits am Sonntag rund um den Xuanwu-See statt.

Von Tobias Gutsche

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