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Glückshormone gewinnen den Kampf

Potsdamer Frauenlauf Glückshormone gewinnen den Kampf

Gisela Gehrmann war total erschöpft, aber glücklich. Die 60-Jährige absolvierte am Sonntag beim Potsdamer Frauenlauf im Volkspark ihren ersten 5-Kilometer-Lauf. Erst vor zwei Jahren hatte die Potsdamerin mit dem Laufen begonnen. Aber sie blieb in ihrer Trainingsgruppe beim Potsdamer Lauf-Club beharrlich und verbesserte sich Sekunde um Sekunde.

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130 Läuferinnen über fünf oder zehn Kilometer durchquerten am Muttertag den Potsdamer Volkspark.

Quelle: Verein

Potsdam. Körperhaltung und Mimik sendeten zwei verschiedene Signale. Als Gisela Gehrmann die Ziellinie des 14. Potsdamer Frauenlaufes im Volkspark überquerte, legte sich ein Lächeln über ihr Gesicht. Die Schultern ließ sie Sonntagmittag jedoch hängen und schlurfte gequält ein paar Meter, um der Familie in die Arme zu fallen. „Ich war total fertig, aber glücklich“, sagte die Potsdamerin. Denn es war ihr erster Lauf über fünf Kilometer.

Alles Kopfsache

Schon nach der ersten von zwei Runden wurden ihr die Beine schwer. „Aber bei Halbzeit habe ich mir gesagt: Renn weiter. Das ist alles Kopfsache“, sprudelte es aus Gisela Gehrmann heraus. Die Glückshormone gewannen den Kampf gegen die Erschöpfung immer mehr. Ihre Zeit von 42:22 Minuten fand sie allerdings „grottig“. Doch das war vielleicht ein bisschen kokettiert, wichtig war das Ankommen.

Füße und Schienbeine taten weh

Denn die 60-Jährige hat erst vor zwei Jahren mit dem regelmäßigen Laufen begonnen. Alleine laufen habe ihr keinen Spaß gemacht. „Da tun die Füße und die Schienbeine weh und die Pumpe macht es nicht.“ Deshalb schloss sie sich einem Starterkurs beim Potsdamer Lauf-Club (PLC) an. Die Einschätzung des Trainers nach zehn Wochen: „Die schafft keine ganze Runde um den Sportplatz.“ Das stimmte sogar. Doch Gisela Gehrmann wollte unbedingt in eine Trainingsgruppe. Auch wenn die Anforderungen zunächst heftig waren. Als der Trainer um ein zwanzigminütiges Einlaufen bat, erschrak sie: „Was? Das ist doch schon mein Training.“ Doch Gisela Gehrmann ließ sich nicht entmutigen. „Ich fühle mich in der Gruppe wohl. Es ist nicht schlimm, dass ich die Langsamste bin.“ Sie kann zwar mit ihren Trainingspartnerinnen nicht mithalten. „Aber jede Sekunde Verbesserung freut mich. Bei meinem Ehrgeiz geht es um mich selbst.“ Als der Übungsleiter einmal darum bat, dass sich zwei gleichschnelle Läuferinnen zum Training zusammenfinden, war Gisela Gehrmann traurig. „Ich hatte Angst, dass ich die Gruppe verlassen muss.“

Musste sie zum Glück nicht, mittlerweile spult sie halt teilweise ihr eigenes Programm ab. Immer montags trifft sich ihre Trainingsgruppe. Hinzu kommen noch ein bis zwei eigenständige Läufe oder Radtouren.

Treppensteigen fällt leichter

Gisela Gehrmann

Gisela Gehrmann

Quelle:

Dank des Sports fühlt sich Gisela Gehrmann, die drei Kinder und sieben Enkel hat, schon viel fitter. „Das Treppensteigen fällt mir schon viel leichter. Ich bin nicht mehr tomatenrot, wenn ich oben ankomme. Ich habe eine ganz andere Körperhaltung“, sagt die Alterswissenschaftlerin, die das Potsdamer Projekt „Schickes Altern“ leitet. Das ist eine Art Jugendclub für Senioren, der das Leben spannender macht. Die Besucher nehmen etwa Seminare wahr, verreisen, machen Musik oder Gedächtnistraining. Für diese Arbeit zieht Gisela Gehrmann auch aus dem Laufen Kraft. Einen Marathon schließt sie jedoch aus. „Das ist jenseits von Gut und Böse.“ Vielleicht nimmt sie sich beim Frauenlauf 2017 aber schon die zehn Kilometer vor.

Von Ronny Müller

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