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Haase: „Die Kooperation mit Werder ist beendet“

Handball, 3. Liga Nord Haase: „Die Kooperation mit Werder ist beendet“

Der VfL Potsdam hat die beste Saison seit dem Zweitligaabstieg 2012 gespielt. Im MAZ-Interview zieht der sportliche Leiter Alexander Haase Bilanz zum Abschneiden seines Teams. Außerdem spricht er über die Erwartungen an die Rückraumspieler in der kommenden Saison und den Drittligaaufstieg von Kooperationspartner Werder – und die Konsequenzen daraus.

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Alexander Haase ist auch Co-Trainer der Nationalmannschaft.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Der sportliche Leiter des Handball-Drittligisten VfL Potsdam, Alexander Haase, zieht Bilanz zum Abschneiden seines Teams, kündigt weitere Neuzugänge an und erzählt, was er vom Aufstieg des Kooperationspartners Grün-Weiß Werder hält und spricht über Yannik Münchberger, der von den Fans zum Spieler der Saison gewählt wurde.

Das Ziel vor der Saison war Platz eins bis fünf, Rang drei ist die goldene Mitte. Sind sie zufrieden?

Alexander Haase: Ich denke, dass wir eine wirklich, wirklich gute Runde gespielt haben. Nach dem Abstieg des VfL Potsdam aus der 2. Liga 2012 war das mit Abstand die beste Saison, die der VfL in der 3. Liga gespielt hat, sowohl von der Platzierung als auch von den Punkten. Ich denke, dass das auch im Bereich der Möglichkeiten liegt, die diese Mannschaft hat.

Lange Zeit war auch noch zumindest der 2. Platz und damit die Relegation in Reichweite. Dann gab es aber so überraschende Niederlagen wie beim Tabellenletzten HSV Insel Usedom oder die deutliche 28:37-Pleite im „Spiel um Platz zwei“ gegen den SC Magdeburg II. War da die Mannschaft noch nicht reif genug?

Haase: Ich denke, dass sind zwei unterschiedliche Spiele. Gegen Usedom habe ich noch vor der Partie gewarnt. Das war so ein Klassiker, dass die Mannschaft das Spiel offensichtlich gedanklich schon gewonnen hatte. Und gegen Magdeburg muss man zwei Sachen sagen: Zum einen sind wir auf eine unglaublich starke Magdeburger Mannschaft getroffen. Und zum anderen waren wir an dem Tag einfach nicht bereit. Ich will gar nicht sagen, dass uns der Wille gefehlt hat, aber die Mittel, um unsere PS auf die Straße zu bringen.

Welche positiven Aspekte gab es?

Haase: Wenn ich das rein sportlich sehe, dann sicherlich die Tatsache, dass wir mit Yannik Münchberger, Caspar Jacques und Paul Twarz schon Leute gesehen haben, die die Zukunft des VfL Potsdam darstellen können. Dass ich finde, dass die gesamte Mannschaft sich wirklich als Einheit präsentiert hat und der Weggang von Philipp Reuter im Winter insgesamt gar keine große Rolle gespielt hat. Positiv ist auch, dass wir unsere Zuschauerzahlen noch einmal ein Stückchen nach oben bringen konnten. Gerade der Freitagsspieltag hat sich für uns etabliert. Wenn wir das irgendwie hinkriegen, wollen wir das auch in der kommenden Saison so umsetzen. Das Rundumpaket bei den Heimspielen hat sich bewährt, auch wenn wir da sicher noch lange nicht am Ziel sind.

Was war negativ?

Haase: Dieses Magdeburg-Spiel wog schon schwer. Da hatten wir viele Zuschauer, eine hohe Erwartungshaltung. Und dieser sind wir an diesem Tag nicht gerecht geworden. Das sind vielleicht die Schritte, die die Mannschaft in nächster Zeit machen muss, um ganz oben dabei zu sein.

Gibt es Spieler, von denen Sie nächste Saison mehr erwarten?

Haase: Natürlich erwarte ich mehr von unseren beiden Halbpositionen, von Jan Piske und Daniel Deutsch. Ich glaube, dass beide wissen, dass sie mehr können, dass es aber aus irgendwelchen Gründen nicht so funktioniert hat. Ich denke, dass da auch noch einmal ein Schritt nach vorne zu erwarten ist. Genauso auch von Christian Schwarz. Da sage ich nicht, dass ich unzufrieden bin. Ich denke nur, dass man im zweiten Jahr bestimmte Abläufe besser kennt und man sich nicht mehr einleben muss.

Wie kam es zu ihrem Meinungsumschwung bei Torhüter Sebastian Schulz, der den Verein eigentlich verlassen sollte und nun doch einen neuen Vertrag unterschrieben hat?

Haase: Basti war nach der Mitteilung, dass wir den Vertrag nicht verlängern, unglaublich loyal. Er hat konstant gute Leistungen angeboten. Und manchmal muss man sich vielleicht nicht zu schade sein, eine Entscheidung zu revidieren.

Die Fans hatten teilweise mit Unverständnis auf die Nicht-Verlängerung reagiert. Hat das eine Rolle gespielt?

Haase: Nein. Ich lebe nicht mit der Erwartungshaltung, dass es jemand gut findet, wenn ich ihm mitteile, dass er nicht bleiben kann. Und dass alle anderen das auch gut finden. Das ist doch eine völlig normale Reaktion.

Tobias Frank, Yannick Schindel und Robert Schütz bekamen ebenfalls vor Saisonende gesagt, dass es nicht weitergeht, Alexander Schmidt und Matthias Frank beenden ihre Karriere. Aus der Mannschaft gab es Stimmen: „Die Verträge wurden nicht verlängert, aber den Aufstieg sollen wir trotzdem holen.“ Und, dass das nicht zusammenpasse.

Haase: Das ist eine Situation, die du in jedem Jahr hast – in jedem Verein der Welt. Ich drehe es mal um: Was wäre, wenn ich es ihnen erst jetzt gesagt hätte? Dann wäre ihnen viel weniger Zeit geblieben, einen neuen Verein zu finden, den sie inzwischen alle haben. Insofern gibt es zwei Seiten einer Medaille. Ich denke, dass die Jungs das, bis auf dieses Magdeburg-Spiel, professionell über die Bühne gebracht haben. Sie haben in Dessau eine gute Leistung gezeigt und die beiden letzten Spiele gewonnen. Es war klar, dass es mit dem Aufstieg nur über die Relegation gehen würde. Und das war ja auch noch theoretischer Natur. Wenn wir Spiele wie Usedom, wie Magdeburg und noch zwei, drei andere betrachten, dann muss man sagen, das war eine Nummer zu groß.

Sind weitere Abgänge geplant?

Haase: Nein.

Dominik Steinbuch kam im Winter vom Kooperationspartner Füchse Berlin II, von wo auch Rechtsaußen Nils Gugisch und Spielmacher Matti Spengler im Sommer dazustoßen werden. Drei Spieler aus der eigenen Jugend kommen. Gibt es weitere Zugänge?

Haase. Zwei werden noch kommen, im linken Rückraum und ich denke am Kreis.

Wird Sven Keck weiterhin Co-Trainer von Jens Deffke bleiben?

Haase: Sven Keck wird nicht mehr Co-Trainer sein, es gibt auch noch keinen neuen. Sven wird sich künftig intensiver um die Spieltagsorganisation kümmern, damit wir auch auf diesem Gebiet noch einmal einen Schritt nach vorne machen.

Kooperationspartner Grün-Weiß Werder ist aufgestiegen. Wie beurteilen Sie den Erfolg?

Haase: Es ist quasi faktisch eine zweite Mannschaft des VfL Potsdam und es freut uns, dass diese in der Lage war, in die 3. Liga aufzusteigen. Das spricht durchaus für die Qualität, die hier in Potsdam ausgebildet wird. Leider ist mit dem Aufstieg die Kooperation auch beendet.

War das vertraglich geregelt?

Haase: Welchen Sinn soll eine Kooperation ergeben, wenn man in derselben Liga spielt?

Wusste Werder von dieser Konsequenz?

Haase: Ich gehe davon aus.


Interview: Stephan Henke

Von Stephan Henke

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