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Orientierungslauf Karte, Kompass, Pokal

Monika Jensch vom Orientierungslauf Klub Mark Brandenburg aus Michendorf ist mit dem Ehrenamts-Award des Kreis-Sportbundes Potsdam-Mittelmark ausgezeichnet worden. Sie wusste von nichts. Zu der Veranstaltung wurde sie unter einem Vorwand gelockt.

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Monika Jensch war 2000 deutsche Meisterin.

Quelle: Ronny Müller

Werder. Monika Jensch schaute fragend um sich. Nein, keine Verwechslung. Sie wurde soeben bei der Auszeichungsveranstaltung des Kreis-Sportbundes Potsdam-Mittelmark auf die Bühne gebeten. Die 54-Jährige vom Orientierungslauf Klub Mark Brandenburg (OKMB) aus Michendorf erhielt am Donnerstagabend in Werder neben fünf weiteren Sport-Funktionären den Ehrenamts-Award. „Ich war völlig überrascht“, erzählte Monika Jensch. „Das hat der Vorstand des Vereins hinter meinem Rücken ausgeheckt.“ Ihr Mann hatte sie unter einem Vorwand nach Werder gefahren. Man sei dort mit einer Bekannten verabredet, hieß es.

Schon 33 Mitglieder

2014 gehörte Monika Jensch zu den 13 Gründungsmitgliedern des OKMB. Zuvor war sie Mitglied beim Orientierungslaufverein Potsdam. Doch weil der Sport in Michendorf immer mehr Anhänger fand, dachte man sich: Sparen wir uns die Fahrt nach Potsdam und gründen einen eigenen Verein. Mittlerweile hat der OKMB 33 Mitglieder. Hinzu kommen ein gutes Dutzend Jugendliche in einer Schul-AG. Monika Jensch engagiert sich als Schatzmeisterin für die Verwaltung des jungen Vereins und trainiert den Nachwuchs zwischen zwölf und 18 Jahren. Der 16-jährige Henning Kapischke hat es sogar schon bis in den Jugend-Nationalkader geschafft.

Mit 17 DDR-Meisterin

Die Bauingenieurin Jensch weiß, wovon sie spricht. Als Kind hatte sie den Geländelauf mit Karte und Kompass begonnen. Mit 17 Jahren war sie DDR-Meisterin. Damals habe Orientierungslauf noch einen höheren Stellenwert als heute gehabt. Obwohl detailliertes Kartenmaterial schwer zu beschaffen war. Monika Jensch startete sogar für die Nationalmannschaft der DDR. „Ich durfte als Mädchen schon bei den Damen laufen“, plauderte die Michendorferin, die sich gerne an eine Wettkampfreise nach Ungarn erinnert.

Orientierungslauf-Familie

Während des Studiums lernte Monika Jensch ihren Mann Fred kennen. Der spielte damals bei Lok Seddin Fußball. „Ich habe ihn vom Fußball weggelockt“, sagte sie mit einem Lächeln. Heute ist auch Fred Jensch ein begeisterter Orientierungsläufer. Im Jahr 2000 feierte die Familie den deutschen Meistertitel von Monika Jensch.

Fast jedes Wochenende unterwegs

Seit diesem Monat trainieren die Michendorfer Orientierungsläufer wieder vermehrt draußen. Meist reines Lauftraining, für Orientierungslauf ist es einfach noch zu früh dunkel. Im Winter hatten sie auch eine Hallenzeit. Monika Jensch: „Da haben wir vermehrt Kraft trainiert.“

Denn eine Saison ist ziemlich zehrend. Nahezu jedes Wochenende ist die Familie Jensch bis zum Herbst unterwegs. „Orientierungslaufen ist sehr aufwändig“, sagt Monika Jensch. Am 23. April etwa steht die deutsche Ultralang-Meisterschaft in Storkow (Oder-Spree) auf dem Programm. Die Frauen laufen 15 Kilometer, die Männer 26. Wo an den Kontrollpunkten einst Lochzangen verwendet wurden, kommt heute moderne Technik zum Einsatz. Die Läufer tragen neben Karte und Kompass auch einen Chip bei sich. Dieser registriert, wenn der Kontrollposten abgelaufen wurde. Einfach losflitzen kann man beim mehr als 100 Jahre alten Orientierungslauf, der seine Wurzeln in Skandinavien hat, aber nicht. Die Karte, die sehr detailliert das Gelände abbildet, muss vorher studiert werden, um etwa Hindernisse zu erkennen und umlaufen zu können. Monika Jensch: „Man muss auch das Köpfchen anstrengen.“

Von Ronny Müller

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