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Klappe, die Nächste

Ex-Nulldreier ist Teil eines Dokumentarfilms und sucht einen Trainerjob Klappe, die Nächste

Stephan Schmidt ist Teil eines Dokumentarfilms. Er spielte rund drei Jahre im Karl-Liebknecht-Stadion. Später kam er über Hertha BSC zum Trainerberuf. In der Dokumentation wurde er über eine Saison begleitet. Er wurde jedoch noch in der Saison entlassen. Nun sucht er einen neuen Trainerjob.

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Stephan Schmidt als Trainer in Paderborn.

Quelle: dpa

Potsdam. Stephan Schmidt hat noch einen kurzen Draht zum SV Babelsberg 03. Der Ex-Profi spielte bei den Potsdamern einst mit dem heutigen Sportchef Almedin Civa zusammen. Mit Trainer Cem Efe kickte er gemeinsam im Nachwuchs der Reinickendorfer Füchse in Berlin. Der 36 Jahre alte Schmidt hat sich kürzlich sogar das Testspiel gegen den Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli (2:4) angesehen.

Der eine oder andere hat Schmidt im Karl-Liebknecht-Stadion auf den Film "Trainer!" angesprochen. In dieser Dokumentation blickt Regisseur Aljoscha Pause hinter die Kulissen des Trainerberufes. Dafür begleitete er eine Saison Stephan Schmidt (SC Paderborn), André Schubert (St. Pauli) sowie Frank Schmidt (1.FC Heidenheim) und interviewte zusätzlich Koryphäen wie Hans Meyer und Jürgen Klopp.

Schubert und Stephan Schmidt sind noch während der Dreharbeiten entlassen worden. Der Film, der im Kino lief und mittlerweile als DVD erhältlich ist, sei eine interessante Erfahrung gewesen, erzählt Stephan Schmidt. "Die Idee war, mich in der Situation als Trainer zu zeigen."

Die Szenen weisen Schmidt als akribischen und selbstbewussten Coach beim Zweitligisten Paderborn aus, der in dem Film sagt: "Ich werde in der ersten Liga trainieren. Das ist Fakt." Das sei halt sein Ziel, erklärt Schmidt im Gespräch mit der MAZ. "Viele formulieren es defensiver. Aber das ist mein Ansporn."

Etwa ein Dutzend Mal wurde Schmidt von dem Filmteam in Paderborn besucht. Bis er kurz vor Saisonende überraschend freigestellt wurde. Schmidt: "Das war eine einvernehmliche Trennung. Ich musste akzeptieren, dass sich der Verein anders ausrichten wollte." Sein sportliches Ziel, den Klassenerhalt, hatte Schmidt erreicht. "Souverän." Daher sei er mit dem sportlichen Abschneiden der stark verjüngten Mannschaft zufrieden. Und eine positive Erkenntnis hat er aus dem knappen Jahr als Zweitligatrainer gewonnen: "Wenn der Druck steigt, werde ich ruhiger."

So richtig getroffen fühlt sich der studierte Sportmanager von dem Streifen indes nicht. "Ich bin in den Käfigen Berlins groß geworden, dort herrscht ein raues Klima. Es wird getreten und geschlagen", beschreibt er in einer Sequenz seinen Weg vom Kind in den eingezäunten Spielfeldern zum Zweitligatrainer. Das klingt nach einer harten Kindheit in einem Problembezirk, er habe aber ein sehr gutes Elternhaus genossen. "Der Mensch und der Trainer Schmidt sind viel komplexer als in dem Film dargestellt", sagt er.

Nach der letzten Klappe in Paderborn schaut der Berliner nun wieder nach vorn und sucht die nächste Herausforderung als Trainer. Es habe ein paar interessante Anfragen gegeben. "Aber ich will erstmal abwarten und viele Spiele sehen." Schmidt möchte gerne bei Vereinen in der Bundesliga und im Ausland hospitieren, sich bei erfahrenen Trainern weiterbilden. "Ich muss von Tag zu Tag wachsen." Wenn dann ein passendes Angebot kommt, "werde ich gut vorbereitet sein."

Auf dem Weg in das Profigeschäft sei Babelsberg eine wichtige Station gewesen, erinnert sich Schmidt. Insgesamt drei Jahre ‒ unterbrochen von einem Engagement bei Preußen Münster ‒ kickte er im Karli. "Von Trainer Hermann Andreev habe ich definitiv etwas übernommen", erzählt Schmidt. "Er steht für das Kurzpassspiel aus der Spartak-Moskau-Schule."

Später lief der Mittelfeldmann für Tennis Borussia und die Amateure von Hertha BSC auf. Dort fand er auch den Einstieg in den Trainerjob. "Dafür bin ich Hertha dankbar." Schmidt hospitierte während seiner Ausbildung zum Fußballlehrer beim damaligen Cheftrainer Lucien Favre und schwärmt noch immer von dem jetzigen Mönchengladbacher: "Seine Taktikvermittlung an das Team und individuell zeichnet ihn aus." Von 2009 bis 2012 arbeitete Schmidt im Nachwuchs des VfL Wolfsburg und wurde mit den A-Junioren 2011 deutscher Meister. In der Mannschaft standen die heutigen Wolfsburger Bundesliga-Profis Maximilian Arnold, Tolga Cigerci und Robin Knoche ‒ sowie Aaron Berzel, der in der vergangenen Saison in der 3. Liga für Babelsberg 03 gespielt hat und derzeit beim englischen Zweitligisten FC Reading vorspielt.

2012 wagte Schmidt den Sprung in das Haifischbecken zweite Liga. Seine Erfahrung: "Die Überzeugungsarbeit bei Profis ist anders als bei A-Jugendlichen." Er musste damit klarkommen, dass es einigen Profis recht schwerfällt, sich auf neue Ideen eines jungen Coaches in der täglichen Trainingsarbeit einzulassen. Diese Erkenntnisse will Stephan Schmidt in eine neue Aufgabe einfließen lassen. Der nächste Film soll ein besseres Ende haben.

Von Ronny Müller

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