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Judo Kurz und knapp

Die Männer des UJKC Potsdam hatten es eilig. Im Mannschaftkampf der Judo-Bundesliga gewannen sie am Samstag gegen Holle mit 9:5. Bemerkenswert: Alle Kämpfe endeten vor Ablauf der fünf Minuten mit einem vollen Punkt. In den hohen Gewichtsklassen war Potsdams Trainer Mario Schendel aber nicht zufrieden.

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Die Männer des UJKC Potsdam peilen nun den zweiten Platz in der Nord-Staffel an.

Quelle: fotos: bernd förster

Potsdam. So etwas hatte Mario Schendel noch nie erlebt. Der Trainer des UJKC Potsdam staunte nach dem 9:5-Sieg gegen „Judo in Holle“ in der Judo-Mannschafts-Bundesliga. „Ich kann mich nicht erinnern, dass schon einmal alle Kämpfe vorzeitig zu Ende waren“, sagte Schendel am Samstagabend. Sowohl die gewonnenen als auch die verlorenen Kämpfe endeten mit einem vollen Punkt. Erhält ein Kämpfer für eine Technik einen Ippon, ist der Kampf beendet – egal, wie viel von den fünf Minuten Kampfzeit abgelaufen sind.

Neues Ziel

Nach dem Schnelldurchlauf rief Schendel ein neues Ziel aus. Bisher hatte sich der UJKC die Teilnahme am Viertelfinale auf die Fahnen geschrieben, also mindestens Platz vier in der Nord-Staffel. „Jetzt wollen wir Zweiter werden.“ Mit einem Sieg am 16. Juli in Bottrop stünden die Chancen gut. Potsdam hat als Dritter ebenso 4:2 Punkte wie Witten, doch der derzeitige Zweite tritt beim favorisierten Spitzenreiter Hamburger JT an. Als Zweiter hätte Potsdam eine bessere Ausgangslage für das Viertelfinale, in dem dann der JC Rüsselsheim warten würde.

Benjamin Bouizgarne nutzt Gewichtsvorteil nicht

Trotz des Turbo-Sieges vor etwa 500 Zuschauern war Schendel nicht mit allen Auftritten zufrieden. „Der erste Durchgang war mir zu knapp“, bewertete der Coach den Stand von 4:3 nach den ersten sieben Gefechten. Die Neuzugänge Benjamin Bouizgarne (+100 kg), Daniel Zorn (-100 kg) und Christopher Schwarzer (-90 kg) gaben Punkte ab. Insbesondere mit der Niederlage von Schwergewichtler Bouizgarne haderte Schendel. Zumal dessen Gegner Maximilian Schrader eigentlich ein „Hunderter“ ist. „Benjamin muss eigentlich den Wurf vorher ansagen und ihn dann ausführen. Aber er hat seinen Massevorteil nicht genutzt, war zu verhalten“, urteilte Schendel. Im zweiten Durch­­­­­gang verlor auch Domenik Schönefeldt im Limit bis 100 Kilo. Bouizgarne und Schönefeldt sind die wichtigsten Neuzugänge, da sich der UJKC mit ihnen in den hohen Gewichtsklassen deutlich breiter aufgestellt sieht.

Domenik Schönefeldt nicht top fit

Insbesondere über die Zusage von Schön­e­feldt freuen sich die Potsdamer, da er von der halben Bundesliga gejagt wurde. Bei Schönefeldts Niederlage zeigte sich Schendel nachgiebig: „Domenik ist noch jung, das kann passieren. Der Lette Aigars Milenbergs ist ein guter Mann.“ Der 20-jährige Schönefeldt gab sich nach seinem Heimdebüt für den UJKC selbstkritisch. „Technisch-taktisch war das nicht so toll. Die Kraft hat auch etwas gefehlt.“ Denn der Hannoveraner hatte sich vor knapp drei Wochen an der Schulter verletzt, musste zwei Wochen mit dem Training aussetzen. Deshalb sei er „zufrieden, dass alles gehalten hat. Aber ich merke noch die Defizite.“

2. Dan für Robert Kopiske

Die sind aber schnell wieder aufgearbeitet. Denn Schönefeldt, der kürzlich sein Abitur abgelegt hat, bekommt täglich Anschauungsunterricht. In Hannover trainiert er unter anderen mit Dimitri Peters, Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2012, zusammen. Auch der Ex-Potsdamer Igor Wandtke und André Breitbarth, die beide für Olympia in Rio im August nominiert sind, gehören zu seinen Trainingspartnern. Schönefeldt: „Ich kann mir von den Jungs etwas abgucken, wie sie sich im Training reinhauen.“ Das muss er auch, um sich seinen großen Traum selbst zu erfüllen. Schönefeldt träumt von den Olympischen Spielen 2020 in Tokio, der Heimat des Judo.

Punktegaranten waren am Samstag Jan Gosiewski (-73 kg), Tim Gramkow (-81 kg) und Robert Kopiske (-66 kg), die jeweils zwei Kämpfe gewannen. Der 26-jährige Kopiske konnte sogar dreimal jubeln. Er wurde mit dem 2. Dan ausgezeichnet.

Von Ronny Müller

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