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Lektionen auf dem Liebenberger See

Olympiasiegerin Franziska Weber lud Paddel-Nachwuchs ins Trainingscamp Lektionen auf dem Liebenberger See

Sportlich gesehen, haben Franziska Weber vom KC Potsdam und ihre Bootspartnerin Tina Dietze aus Leipzig ihre Versprechen gehalten. Nach der Heim-WM in Duisburg standen zwei Titelgewinne zu Buche. Einer im Sprint über 200 Meter und einer über beider Paradestrecke, der 500-Meter-Distanz, die ihnen im Vorjahr sogar den Olympiasieg im Kajak eingetragen hatte.

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Noreen Zingraff, Kyra Klaft, Franziska Weber, Marie Mix und Katinka Hofmann (v.l.).

Quelle: Hans-Peter Wagner

Potsdam. Am Wochenende nun erfüllte das weltbeste Damen-Duo im Kanu ein gänzlich anderes Versprechen. Bei den deutschen Meisterschaften hatten beide einen Sonderpreis ausgelobt. "Im September hatten wir die besten Nachwuchs-Fahrerinnen zu einem Trainingslager eingeladen", erzählt Franziska Weber. "5000 Euro für den Erfolg bei Olympia wollten wir nicht einfach in eine Vereinskasse tun", meint die Paddlerin über ihre persönlich gehaltene Fördermaßnahme. "Tina und ich, wir haben überlegt, was wir in diesem Alter gern gehabt hätten. So ein Camp wäre es gewesen."

Am Wochenende war es soweit: Im Bundesleistungszentrum Kienbaum trafen sich Kyra Klaft, Noreen Zingraff, Marie Mix, Katinka Hofmann sowie Saskia Regorius und Deike Classen, um mit den Olympiasiegerinnen zu trainieren. Die jungen Kanutinnen hatten erste und zweite Plätze bei den Schülerinnen der Altersklassen 13 und 14 sowie in der Jugend der Alterklasse 15 erkämpft.

"Das war richtig schön", sagt Saskia Regorius, die in Potsdam von Petra Welke trainiert wird. "Wir sind im Vierer und Zweier gefahren, waren auch gemeinsam im Kraftraum." Die 15 Jahre alte Sportlerin hatte schon vor den Titelkämpfen vom Vorhaben des Duos Weber/Dietze gehört. "Da wollte ich unbedingt dabei sein." Einer-Gold ebnete ihr den Weg. Für Regorius und die jüngere Pauline Rybarz hatte Franziska Weber vor ungefähr einem Jahr die Sportpatenschaft übernommen.

Auf dem Liebenberger See kam es dann zum Showdown im Vierer-Boot. "Jedes Team startete von der gegenüberliegenden Seite der Strecke", beschreibt Weber. "Wir sind aufeinander zugefahren, dann kam die Wende und wir haben die 1500-Meter-Marke in der Mitte zuerst überquert", ergänzt Saskia Regorius, die auf Position drei im Boot saß. Doppel-Weltmeisterin Weber saß zwar ganz hinten, hat sich aber nicht nur "kutschieren" lassen. "Sie hat uns angefeuert und angeleitet", sagt Saskia Regorius, "hat erklärt, wann wir mehr Druck ans Paddel bringen müssen oder länger fahren sollen." Ganz praktisch, mit den Besten in ihrem Metier aufs Wasser zu gehen.

Neben dem Sport stand der Spaß im Vordergrund. Gleich zum Kennenlernen gab es für die Kanutinnen aus Verden, Hamburg, Berlin und Baden-Württemberg ein kleines Turnier auf der Kegelbahn in Kienbaum. Auf den Zimmern wartete bereits eine Überraschung auf sie. "Wir haben einen Windbreaker und eine Weste für die kalten Tage auf dem Wasser bekommen", erzählt Saskia. Zur Neuausstattung gehörte außerdem ein Glücksbringer. "Eine kleine Schildkröte."

Schon bei der Einladung hatten die Nachwuchsfahrerinnen gestaunt. Tina Dietze und ihre Schwester Claudia hatten gebastelt, mit Playmobil-Figuren. "Unter einer Plastikkuppel gab es Wasser, ein Boot darauf und einen Sonnenstuhl", plaudert Saskia Regorius über die Details ihres Geschenks, das seitdem auf dem Schrank im Wohnheim der Sportschule steht. Genauso beeindruckt war die Sportlerin, als Franziska Weber und Tina Dietze nochmals ihren Weg zu den Olympischen Spielen 2012 in London Revue passieren ließen: "Gänsehautfeeling. Und wir waren mit den Kanu-Stars zusammen."

Drei Tage sei es im Brandenburgischen gelungen, für ein "Super-Erlebnis" zu sorgen, findet Franziska Weber. "Diesmal haben wir uns eben um alles gekümmert. Die Mädchen waren pflegeleicht und hoch motiviert." Das Camp in Kienbaum hat selbst die Olympiasiegerin gefordert. "Mich hat die Muskelmietze angefallen", spürt sie nach den Einheiten, die nun auf dem Templiner See fortgesetzt werden, ihren Körper. "Jede von uns konnte an diesem Wochenende etwas mitnehmen." Beispielsweise die Erinnerung daran, dass es in einer Sportbar im A-10-Center kuriose Speisen beim gemeinsamen Abendessen gab - etwafrittierte Heuschrecken mit Honigüberzug.

Von Ralf Thürsam

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