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Comeback des Urgesteins

Wasserball Comeback des Urgesteins

Jacob Drachenberg spielt wieder für den Wasserball-Bundesligisten OSC Potsdam. Beim Spitzenspiel am Samstag gegen Neukölln wird der 26-Jährige wohl seine 100. Bundesligapartie für Potsdam absolvieren. In stressigen Situationen ist Drachenberg für das Team ein guter Ratgeber, er arbeitet als Coach für stressgeplagte Menschen.

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Jacob Drachenberg (l.) lernt von Alexander Tchigir.

Quelle: Verein

Potsdam. Sein Platz ist am Beckenrand. Jacob Drachenberg unterstützt den Wasserball-Bundesligisten OSC Potsdam seit dieser Saison als Co-Trainer. Doch am vergangenen Wochenende musste sich der 26-Jährige T-Shirt und Trainingshose ausziehen und ins Wasser springen. Beim 11:7-Sieg gegen den Duisburger SV 98 gab das OSC-Urgestein überraschend sein Comeback. Mit neun Jahren hatte der Potsdamer mit dem Wasserball begonnen. Er wurde mit dem OSC deutscher Meister bei den C-, B- und A-Junioren. Mit den Männern vom Brauhausberg schaffte er den Bundesligaaufstieg, arbeitete sogar als Jugendtrainer.

Lernen von Alexander Tchigir

In der Saison 2013/14 erlag er einem Angebot des Bundesliga-Rivalen SG Neukölln. „Ich wollte nochmal eine andere Erfahrung machen.“ Doch als er mit seinem Psychologie-Studium fertig war, nahm er auch die Wasserball-Kappe ab. Als ihm OSC-Trainer Alexander Tchigir anbot, sein Co-Trainer zu werden, musste Drachenberg nicht lange überlegen. „Das ist eine superspannende Aufgabe. Alexander war zweimal bester Torwart der Welt. Ich kann mir von ihm als Trainer ziemlich viel abgucken.“

Personalsorgen beim OSC

Doch am Sonntag musste er die Perspektive wechseln. Weil Ferdinand Korbel gegen Duisburg gesperrt war, Jack Collier langfristig verletzt ist und Maximilian Ghalayini aus schulischen Gründen nicht mehr zum Bundesliga-Kader gehört, hatte der OSC Personalnot. Und was lag näher, als Drachenberg ins Wasser zu schubsen. Das sportliche Risiko war gering. „Ich bin noch zweimal die Woche mit im Wasser, habe es nicht komplett verlernt“, sagt Drachenberg. Dass er körperlich nicht auf dem Niveau der Stammspieler steht, ist allerdings klar. „Die Jungs trainieren sieben mal die Woche.“

Kurzeinsätze im Wasser

Doch Drachenberg muss im Spiel nicht mehr so ein Pensum leisten wie früher: Als OSC-Kapitän spielte er fast durch, ging nur selten aus dem Becken. „Ich habe jetzt eine ganz andere Rolle. Ich komme für ein paar Minuten rein damit die anderen Pausen bekommen. Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft.“ Auch wenn er das wasserballspezifische Training runtergefahren hat, ist Drachenberg fitter als Otto-Normalbürger. „Ich gehe regelmäßig Joggen, will in diesem Jahr noch einen Marathon laufen.“ Das dürfte ihm in den kommenden Wochen zugute kommen. Denn wahrscheinlich bleibt es nicht bei dem einmaligen Einsatz als Spieler. Möglich, dass Drachenberg schon im Spitzenspiel am Samstag (18 Uhr) bei seinem Ex-Verein SG Neukölln erneut ins Wasser springt. Es wäre sein 100. Bundesligaspiel für den OSC.

Workshops zum Thema gesunde Stressbewältigung

„Wir können das Derby selbstbewusst angehen“, sagt Drachenberg. „Aber auch Neukölln ist im Moment gut drauf.“ Doch der Anspruch des OSC sei es, die restlichen Spiele der Gruppe B zu gewinnen. „Und wir haben sogar noch Steigerungspotenzial.“ Solche Potenziale zu heben, ist Drachenbergs Job. Der Psychologe hat sich als Coach selbstständig gemacht und gibt in Unternehmen Workshops zum Thema gesunde Stressbewältigung. Sollte ein Spieler am Samstag vor dem Spiel des Tabellenzweiten gegen den Spitzenreiter nervös sein, kann er sich bei Drachenberg Ratschläge holen.

Von Ronny Müller

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