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Für Sabine Zanin zählt der Teamgeist

Drachenboot, OSC Potsdam Für Sabine Zanin zählt der Teamgeist

In dieser Woche starten die Preussen Drachen vom OSC Potsdam bei den Weltmeisterschaften in Venedig/Italien. Mit im Boot sitzt Sabine Zanin. Die Freizeitsportlerin hat viel investiert und setzt auf den Teamgeist.

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Sabine Zanin (r.) auf Trainingsfahrt mit ihrem Team Preussen Drachen vom OSC Potsdam.

Quelle: Foto: verein

Potsdam. Nun ist es endlich soweit. In dieser Woche treten die Preussen Drachen vom OSC Potsdam bei den Weltmeisterschaften in Venedig an. Die WM ist eingebettet in die Vogalonga, dem großen Drachenbootspektakel auf und rund um den Kanale Grande der italienischen Stadt.

Fünf bis sechs Mal pro Woche hat Sabine Zanin für diesen Höhepunkt trainiert. Nicht nur auf der Havel, sondern auch in den Wäldern rund um das Potsdamer Wohngebiet Stern. Die Freizeitsportlerin ist das Küken ihrer Mannschaft, deren Mitglieder durchschnittlich über 50 Jahre alt sind.

Die Jüngste im Team

Die Begeisterung für Wasser und Sport liegt bei der 45-Jährigen wohl in ihrer Familie: „Mein Opa ist zur See gefahren und mein Vater war begeisterter Seesportler. Ich habe früher selbst Kutter im Deutschen Seesportverband gerudert“, erzählt Sabine Zanin. Dann standen aber Kinder und Beruf im Vordergrund, es blieb wenig Zeit für Sport. Seit ihre Tochter Isabelle an der Sportschule Potsdam zu einem erfolgreichen Nachwuchstalent als Canadierfahrerin avanciert, haben Sabine Zanin wieder Ansporn und Begeisterung gepackt. „Wir haben hart trainiert, ein Platz auf dem Treppchen wäre schon schön“, hofft die gebürtige Potsdamerin auf eine erfolgreiche WM.

Im 20er Canadier auf dem Kanale Grande

Drachenboot wird ähnlich wie bei einem Canadier mit Stechpaddel, aber sitzend gefahren. Je zehn Sportler sitzen links und rechts auf schmalen Bänken nebeneinander, ein Steuermann im Heck und ein Trommler auf dem Bug, der den Takt des Schlagmanns weitergibt. Bei den Weltmeisterschaften in Venedig sind achtzehn internationale Mannschaften dabei. Das Team „Preussen Drachen“ startet in zwei Altersklassen Ü40 und Ü50 auf den Distanzen 200, 500 und 2000 Meter. Sowohl im 20er als auch im 10er Boot sowie mit einer reinen 10er Damenmannschaft stellen sie sich der Konkurrenz. Vorbereitet hat sich das Potsdamer Team dreimal pro Woche mit Training auf dem Wasser und Hanteltraining im Kraftraum sowie monatlichen Trainingslagern. Sabine Zanin verschafft sich ihre Grundausdauer durch Joggen.

Bereit für den Start

„Are you ready – attention – go!“, lautet das Startkommando. Zanin taucht ihr Paddel ins grüne, durch Wind aufgekräuselte Wasser. Synchron kommen kräftige Züge von zwanzig Wassersportlern, je nach Renndistanz zwischen 60 und 85 Schläge pro Minute. Es herrscht konzentrierte Stille im Boot, der sonore Trommeltakt übertönt das Atmen und Eintauchen der Paddel. Passanten auf der Langen Brücke beobachten, wie der Steuermann das gut zwölfeinhalb Meter lange Boot gekonnt durch die Alte Fahrt manövriert. „Nächste Steigerung – drei, zwo, eins“, zählt er an. Für die letzten 500 Meter heißt es jetzt nicht nur für Sabine Zanin noch mal Zähne zusammenbeißen. Am Ende der Freundschaftsinsel ist Wendepunkt und Halbzeit der rund viereinhalb Kilometer langen Trainingsstrecke.

Entspannte Stimmung im Boot

„Anders als bei anderen Sportarten ist die Stimmung der Drachenboot-Mannschaften untereinander selbst im Wettkampf familiär und entspannt“, beschreibt Sabine Zanin ihre Motivation, sich seit über einem Jahr auf den Saisonhöhepunkt in Venedig vorzubereiten. Die Teilnahme an den Weltmeisterschaften ist nicht der erste internationale Wettkampf. Zusammen mit den Preussen Drachen holte sie bereits Anfang August Gold und Silber bei den Europameisterschaften im ungarischen Szeged. „Momentan ist mein Hobby sehr zeitintensiv“, erzählt Zanin. „Es ist nicht immer leicht, das neben meiner Arbeit und anderen Verpflichtungen in meiner Freizeit noch hinzubekommen“, gibt sie zu. „Aber meine Familie unterstützt mich und ich war lange nicht mehr so fit wie jetzt“, ergänzt sie lachend. Warum Drachenbootfahren so viel Freude macht? „Nach zwei langen, dunklen Wintern im Großraumbüro hatte ich genug. Wir trainieren draußen in der traumhaften Kulisse der Potsdamer Seenlandschaft und es sind noch 20 nette Menschen um mich herum“, sagt Zanin. Sie und ihre Mannschaft sind bereit für Venedig.

Von Andreas Berg

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