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Olympiasieger Harting macht sich in Potsdam fit

Fitness Olympiasieger Harting macht sich in Potsdam fit

Spitzensportler und Trainer sind immer auf der Suche nach dem Optimum. Auf der Suche nach den letzten Leistungsreserven seines Körpers trimmt sich Diskus-Olympiasieger Christoph Harting beim Neuroathletik-Training in der Praxis des Potsdamer Mentalcoachs Marc Uhlmann.

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Christoph Harting „tanzt“ auf dem Trainingsgerät.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Das Brett bewegt sich nach vorn, nach hinten, nach links, nach rechts, es kippelt wie ein Stuhl und rotiert wie eine Drehscheibe. Obendrauf steht Diskus-Olympiasieger Christoph Harting und hält die Balance. Bei 2,07 Metern Größe und 125 Kilogramm Gewicht gar nicht so einfach. Der Computerbildschirm gibt die Übungen und Bewegungsmuster vor: Wippe, Kniebeuge, Einbeinstand, Liegestütz. Unterm roten Haarschopf mit dem kleinen Zopf rinnt der Schweiß hervor. Der Riese wankt auf dem Sportgerät, das sich „Neurotrim“ nennt, aber er fällt nicht.

Mentale Fähigkeiten

Mentale Fähigkeiten: Marc Uhlmann (l.) und Christoph Harting.

Quelle: Bernd Gartenschläger

„Zum Glück“, witzelt Marc Uhlmann angesichts des Muskel-Koloss’. Der Coach steht gleich daneben am Computer und gibt Hinweise. Der Mental- und Neuroathletiktrainer betreut in seiner Potsdamer Praxis Weltklasse-Athleten wie Harting oder die Turbine Bundesligafußballerin Bianca Schmidt ebenso wie Hobbysportler oder Patienten, die nach einer Hüft- oder Knieoperation wieder fit werden wollen. Der Ex-Fußballer Uhlmann, der Linksfuß spielte in der Berlin-Liga bei Schwarz-Weiß Spandau, hat sich nach einer Sportjournalistentätigkeit – er kommentierte unter anderem für den MDR Fußballspiele in der 3. Liga – als Personaltrainer selbstständig gemacht.

Energiesparer bei jeder Bewegung

Sein Alleskönner – mit dem „Neurotrim“ lassen sich 1200 Übungen ausführen – wirke präventiv, entlaste Bänder, Sehnen, Gelenke und trainiere Muskeln, die mit normalen Übungen nicht erreicht werden, aber dem Sportler ungemein viel bringen, die sogenannten intelligenten Muskeln. „Diese Übungen haben ein Mehrwert für den Profisport, du sparst Energie bei jeder Bewegung. Das ist ein Zusatztraining zum vorhandenen Ablauf. Dadurch lassen sich jene fünf bis zehn Prozent Leistungsfähigkeit herausholen, die am Ende entscheidend sein können. Die Sportler sehen das genauso“, meint der 44-jährige Uhlmann, der in Teltow (Potsdam-Mittelmark) wohnt, und deutet auf einen Spruch an der Wand des zimmergroßen Fitnessraums: „Im Profisport hängt der Erfolg zu 80 Prozent von mentalen Fähigkeiten ab“, steht da. Kreiert hat den Merksatz US-Basketball-Trainerlegende Mike Krzyzewski.

Ein Baustein

Der 26 Jahre alte Harting nickt zustimmend und meint: „Dieses Training ist für mich ein Baustein, die letzten Prozente an Leistungsfähigkeit abrufbar zu machen.“ Im Internet ist er auf „Headcoach“ – Kopftrainer – Uhlmann gestoßen. Und so setzt sich Harting mit seinem Trainer Torsten Lönnfors ins Auto, fährt anderthalb Stunden von Berlin-Hohenschönhausen bis zur Villa in der Berliner Straße kurz hinter der Glienicker Brücke und schindet sich 90 Minuten bei Uhlmann.

Antrittsschneller

Antrittsschneller: Turbine-Kickerin Bianca Schmidt.

Quelle: Bernd Gartenschläger

„Nach dem ersten Mal hatte ich total Muskelkater, war erschöpft, auch vom Kopf her“, erzählt Harting. „Die sieben Einheiten, die ich jetzt hinter mir habe, brachten mir eine deutliche Verbesserung des Körpergefühls. Das sind genau die Muskeln und Reize, die ich brauche. Diskuswerfen ist eine sehr trainingsintensive Sportart. Die Übungen geben mir Sicherheit bei der Feinmotorik. Wenn ich in den Diskusring gehe, der ganze Druck auf mir liegt, geht es darum, Bewegungsreflexe abzurufen. Hier trainiere ich Muskeln und den Kopf. Ich bin überzeugt, das führt mich weiter.“

Harting über Uhlmann: Wir sind auf einer Wellenlänge

Während Christoph Harting von „einem besseren Bauchgefühl spricht“, sieht sein Diskus-Trainer Lönnfors in den Potsdamer Extraschichten „intermuskulär und koordinativ das Beste, was ich bisher gesehen habe“. Er ist überzeugt: „Die Effekte sind da, das passt in unser Training. Mehr kann man bald nicht machen. Aber wir sind immer offen für Neues.“

Harting sagt über Uhlmann: „Wir sind auf einer Wellenlänge.“ Der Mentalcoach, der auch Bundestrainer der deutschen U21-Damen im Kanupolo ist und mit diesen nächste Woche in Frankreich den EM-Titel verteidigen will, bestätigt den engen Draht zum Diskuswerfer: „Das passt menschlich so gut und macht Spaß.“

Bianca Schmidt ist antrittsschneller

Die zwei Kilo schwere Scheibe wieder (medaillen-) weit werfen und Spaß haben will Christoph Harting spätestens bei der Leichtathletik-Europameisterschaft im kommenden Jahr in Berlin. Nach der verpassten Weltmeisterschaft in London tritt der gebürtige Cottbuser aber noch beim Internationalen Stadionfest Istaf am 27. August im Berliner Olympiastadion an und wird dort auch auf seinen Bruder Robert Harting treffen.

Eine Woche später startet auch Bianca Schmidt mit Turbine Potsdam in die neue Bundesliga-Saison. Die Rechtsverteidigerin sagt: „Ich hatte lange Rückenprobleme und nach zehn Jahren Leistungssport sind auch die Füße lädiert. Durch das Neuroathletiktraining bei Marc Uhlmann bin ich stabiler geworden. Schöner Nebeneffekt: auch spritziger. Wenn ich mir den Ball an der Gegenspielerin vorbei lege, bin ich weg. Ich bin antrittsschneller geworden.“ Sagt’s und hüpft zur nächsten Übung auf das Wackelbrett.

Von Peter Stein

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