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Pechstein geht mit privatem Männer-Team in Olympia-Vorbereitung

Talk unterm Turm Pechstein geht mit privatem Männer-Team in Olympia-Vorbereitung

In der Reihe „Talk unterm Turm“ plauderte der Potsdamer Moderator Dirk Thiele am Mittwochabend mit zwei Stars des Wintersports in den Berliner Rathauspassagen. Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein und Eric Frenzel, Olympiasieger in der Nordischen Kombination, waren zu Gast.

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Claudia Pechstein gewann im Februar WM-Silber über 5000 Meter.

Quelle: DPA

Berlin. Beifall und Blumen für Eis-Queen Claudia Pechstein beim „Talk unterm Turm“ in den Berliner Rathauspassagen. Moderator Dirk Thiele schlug die 45-Jährige mit zwei Eintragungen für das Guinness-Buch der Rekorde vor. Einmal als älteste WM-Medaillengewinnerin im Eisschnelllauf und einmal als die mit über 500 Dopingkontrollen am meisten getestete Athletin in den letzten neun Jahren. „Das ist schon hart. Ich habe mich auch bei der Antidoping-Agentur Nada für diese Gesprächsrunde abgemeldet“, verrät die Berlinerin. Fast ein bisschen trotzig fügte die fünfmalige Olympiasiegerin hinzu: „Ich lasse alle Tests über mich ergehen. Ich habe nichts zu verbergen. Ich kämpfe weiter gegen die Ungerechtigkeit des Internationalen Verbandes. Wir haben uns an das Bundesverfassungsgericht gewandt. Die Richter ließen uns wissen, dass mein Fall in diesem Jahr noch verhandelt wird.“ Trotzdem lässt sie nicht von ihrem Ziel abbringen: „Ich werde alles dafür tun, bei den Olympischen Winterspielen in Pjöngjang im nächsten Jahr meine zehnte olympische Medaille zu holen.“

Skaten als Sommerbeschäftigung

Natürlich wird auch in dieser Woche eisern trainiert. Crosslauf, „mache ich nur ungern,“ Gymnastik und Rollerskaten umfasst jetzt im Mai das Trainings-Programm. „Im Skaten starte ich auch bei den Deutschen, den Europa- und Weltmeisterschaften. Natürlich bei den Masters, wo ich auch hingehöre. Ich laufe nicht nur wegen der Siegchancen immer möglichst weit vorn. Ich will auch Stürze vermeiden“, erklärt die Topathletin. Beim Wort skaten spitzte am Nachbar-Mikrofon der Olympiasieger und fünfmalige Weltmeister Eric Frenzel (28) die Ohren.

König des nordischen Skisports

König des nordischen Skisports: Kombinierer Eric Frenzel.

Quelle: dpa

„Skaten ist auch unsere Sommerbeschäftigung. Wir führen sogar unsere Deutschen Meisterschaften im Sommer auf Skirollern durch. Die Skater rollen etwas leichter als unsere Geräte“, erklärt Frenzel.

Am 20. Mai bekommt die Schanze in Bad Freienwalde einen Namen

Dirk Thiele verriet dem König der Nordischen Kombination. „Am 20. Mai ist großer Skitag in Bad Freienwalde. Die nördlichste deutsche Skischanze erhält den Namen Helmut Recknagel.“ Stars wie Martin Schmitt, Adam Malysz und Ulrich Wehling – durchweg Olympiasieger – haben sich angesagt. Da kann Frenzel nur lächeln. Er muss nicht 80 wie Recknagel werden, um seinen Namen am Schanzentisch zu sehen. Beim WSV Geyer , seinem ersten Verein, wurden bereits 2014 alle drei Schülerschanzen als „Eric-Frenzel-Schanzen“ getauft. Auf eine Claudia-Pechstein-Halle kann die Goldläuferin noch nicht verweisen, die schon mitten in der Olympia-Vorbereitung für 2018 steckt. Dafür kommen im Juni drei Norweger, drei Russen, ein Holländer und wahrscheinlich auch noch ein Japaner nach Berlin. „Ich brauche die Männer als Tempomacher. Die deutschen Frauen sind zu langsam.“ Neben dem Training muss Claudia Pechstein noch Dienst als Hauptwachtmeister bei der Bundespolizei schieben. „Beim Fußballspiel Hertha gegen RB Leipzig war ich im Einsatz. In der Uniform hat mich gar keiner erkannt“, erzählt sie.

Internationales Team soll auf dem Weg zu Olympia 2018 helfen

Claudia Pechstein hat in Absprache mit DESG-Sportdirektor Robert Bartko ein Privatteam gegründet. Da ergibt sich schon die Frage, wie eine Frau, die durch die vielen Prozesse fast ihr gesamtes Vermögen verloren hat, ein solches Team finanziert: „Das geht nur durch die Unterstützung meines Lebenspartners Matthias Große und einiger Sponsoren. Trainer Peter Müller erhält ein Gehalt wie andere deutsche Eisschnelllauf-Trainer auch. Das ist nicht sonderlich üppig. Die Jungs wohnen in einem Haus von Matthias, erhalten Essengeld und werden mit einem Kleinbus zum Training gefahren. Die Männer sind nicht anspruchsvoll. Sie hoffen durch unser gemeinsames Training auch ein Olympia-Ticket für 2018 zu erwischen.“ Solche Sorgen drücken Eric Frenzel nicht. Mit Stars wie den Weltmeistern Johannes Rydzek, Björn Kircheisen oder Fabian Rießle schart sich reichlich Weltklasse um ihn. Im Juni wird er aber wohl mehr allein im heimatlichen St. Ötzen in der Oberpflaz trainieren. Ehefrau Laura (26) erwartet dort nach Philipp (10) und Leopold (19 Monate) das dritte gemeinsame Kind.

Von Manfred Hönel

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