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Dramatisches Drehbuch beim UJKC

Judo-Bundesliga Dramatisches Drehbuch beim UJKC

Die Potsdamer Judoka schrammten im Viertelfinal-Hinkampf der Bundesliga nur knapp an der Sensation vorbei und schafften ein beeindruckendes 7:7 gegen den Meisterschaftsfavoriten TSV Großhadern. Vor dem letzten Kampf stand es 7:6 für die Potsdamer, ehe die Hallensprecherin in der MBS-Arena ein ganz besonderes Duell aufrief.

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Doppelte Medaillenhoffnung für Potsdam

Die Mannschaft des UJKC Potsdam feierte das 7:7 gegen Großhadern vor rund 400 Zuschauern fast wie einen Sieg.

Quelle: Verein

Potsdam. Als der letzte Kampf des Abends angesagt wurde, war das Drehbuch an Dramatik kaum mehr zu überbieten. 7:6 führte das Team des UJKC Potsdam am Samstagabend im Viertelfinal-Hinkampf der Judo-Bundesliga gegen den TSV Großhadern, als Potsdams Robert Kopiske und Gegner Igor Wandtke in der MBS-Arena auf die Tatami traten. „Ich glaube, wir hätten das beide nicht gebraucht“, sagte Wandtke, der bis 2013 für Potsdam kämpfte und Kopiske seit Jahren kennt. Am Ende behielt Wandtke die Oberhand und sicherte dem Meisterschaftsfavoriten Großhadern das 7:7, der nach Wertungspunkten mit 70:59 vorne lag.

Ein Ergebnis, mit dem die Potsdamer mehr als zufrieden waren. „Ich will den Mund nicht zu voll nehmen, aber es fühlt sich fast wie ein Sieg an“, erzählte Kopiske nach seinem einzigen Duell des Abends. Dabei kam er erst zehn Minuten vor Beginn des Viertelfinals in die Halle und wurde von Trainer Mario Schendel gefragt, ob er kämpfen möchte. „Er ist ja eigentlich nur noch ein Freizeitsportler“, erklärte Schendel über den Publikumsliebling, der seit 2012 nur noch unregelmäßig trainiert. Und Kopiske gab zu: „An der Kraft hat es nicht gelegen. Das Judospezifische hat gefehlt, das macht dann schon etwas aus.“ Auch deshalb sagte WM-Starter Wandtke: „Ich muss den Kampf gewinnen. Wenn ich ihn verliere, lyncht mich mein Team. Aber ,Kopi’ kann einen immer überraschen“, sagte der 24-Jährige nach dem Kampf.

Wandtke: „Es ist mir schwer gefallen, gegen die Potsdamer zu kämpfen“

Für den Ex-Potsdamer war es ein besonderer Tag, zum ersten Mal seit seinem Abschied kam er zurück an seine alte Wirkungsstätte. „Es ist so ein bisschen, als würde man als Gast in die Heimat kommen. Es ist mir schwer gefallen, gegen die Potsdamer zu kämpfen“, gab Wandtke zu. Was sich an den Ergebnissen allerdings nicht ablesen ließ: Neben Kopiske zog auch Tim Richter in der Gewichtsklasse -73 kg den Kürzeren. „Vor vier, fünf Jahren war ich so ein junger Kämpfer wie Tim“, sagte Wandtke anschließend.

Neben Wandtke waren Markus Nyman (-90 kg) und Vizeweltmeister Karl-Richard Frey (-100 kg/+100 kg) auf Seiten der Gäste die Punktegaranten. Bei den Potsdamern gewannen Gaststarter Ivalyo Ivanov (-81 kg) und Martin Setz (-66 kg) jeweils beide Kämpfe. Dazu wählte Schendel in der ersten Runde die Aufstellung seines Teams geschickt, so dass die Potsdamer mit einem 4:3 in die halbstündige Pause gingen. „In der 2. Runde haben wir hoch gepokert und sind volles Risiko gegangen. Wir wollten den Sieg“, erklärte der 31-jährige Coach.

Kopiske: „Wir haben den Zuschauern eine gute Show geliefert“

Die Rechnung ging allerdings nicht ganz auf, gab der Trainer zu. So reichte es letztlich nicht zu einer noch größeren Überraschung, als es das Unentschieden schon war. „Das erklärte Ziel war das Viertelfinale, das haben wir geschafft. Ich denke, dass wir den Zuschauern eine gute Show geliefert haben“, sagte Kopiske nach dem begeisternden Duell mit dem TSV Großhadern. Und sein Trainer ergänzte: „Wenn mir vor dem Kampf jemand ein 7:7 vorausgesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt.“

Für den Rückkampf rechnet er allerdings mit einem deutlich besser besetzten Gegner, bei dem auch Wandtke wieder kämpfen wird. „Über kurz oder lang hoffe ich, dass wir ihn wieder in Potsdam sehen werden“, sagte Schendel. In Großhadern wird er ihn schon in zwei Wochen beim Rückkampf wieder begrüßen können. Das Duell Kopiske gegen Wandtke wird dann allerdings ausfallen, der Potsdamer wird definitiv nicht mit nach München reisen.

Die Kämpfe im Überblick

1. Runde:

-81 kg: Ivalyo Ivanov (Potsdam) – Hugo Murphy (Großhadern) 1:0

-90 kg: Paul Gaffke (Potsdam) – Markus Nyman (Großhadern) 0:1

-100 kg: Willy Pufahl (Potsdam) – Karl-Richard Frey (Großhadern) 0:1

-60 kg: Yanislav Gerchev (Potsdam) – Christoph Köberlin (Großhadern) 1:0

-66 kg: Martin Setz (Potsdam) – Lukas Vennekold (Großhadern) 1:0

+100 kg: Maksym Chykurda (Potsdam) – Tim Güther (Großhadern) 1:0

-73 kg: Tim Richter (Potsdam) – Igor Wandtke (Großhadern) 0:1

2. Runde:

-81 kg: Ivalyo Ivanov (Potsdam) – Julian Kolein (Großhadern) 1:0

-90 kg: Maksym Chykurda (Potsdam) – Markus Nyman (Großhadern) 0:1

-100 kg: Willy Pufahl (Potsdam) – Felix Ditschek (Großhadern) 0:1

-60 kg: Paul Schwisow (Potsdam) – Christoph Köberlin (Großhadern) 1:0

-66 kg: Martin Setz (Potsdam) – Maximilian Heyder (Großhadern) 1:0

+100 kg: Faruch Bulekulov (Potsdam) – Karl-Richard Frey (Großhadern) 0:1

-73 kg: Robert Kopiske (Potsdam) – Igor Wandtke (Großhadern) 0:1

Von Stephan Henke

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