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Quereinsteiger Abramov fegt schwere Jungs von der Matte

Judo Quereinsteiger Abramov fegt schwere Jungs von der Matte

Der 17-jährige Judoka vom UJKC Potsdam überzeugt beim 7:7 in der Bundesliga gegen Witten und gewinnt seine beiden Kämpfe. Dabei hat der Sportschüler erhebliche Gewichtsnachteile.

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Erik Abramov (oben) wechselte erst zur elften Klasse auf die Sportschule.

Quelle: Olaf Möldner

Potsdam. Erik Abramov machte die Schotten dicht. Der Judoka des UJKC Potsdam bestritt am Samstagabend im Mannschaftsbundesliga-Duell mit der Sport-Union Witten den letzten Kampf. Beim Zwischenstand von 6:7 musste der Potsdamer gewinnen, um ein Unentschieden zu retten. Ein enormer Druck für den 17-Jährigen bei seinem ersten Heimauftritt in der Bundesliga. „Ich habe alles ausgeblendet und mich nur auf den Kampf konzentriert“, sagte Abramov später. „Wenn man sich zu sehr unter Druck setzt, kann man meist nicht gut kämpfen.“ Auch die Anfeuerungsrufe des Publikums überhörte er. „Ich bin eh schon aufgeregt, wenn ich vor vielen Zuschauern kämpfe.“

Zwei Siege beim Heimdebüt

Dafür erledigte der gebürtige Potsdamer, dessen Eltern aus Kasachstan stammen, seinen Job aber sehr gut. Abramov gewann nicht nur seinen ersten Kampf gegen Pierre Borkowski, sondern setzte sich auch im abschließenden Gefecht gegen Manuel Neumann durch und rettete dem UJKC ein 7:7-Unentschieden.

Dass Potsdam damit vorübergehend die Tabellenführung der Nord-Staffel eroberte, führte jedoch nicht zu Jubelausbrüchen. Trainer Mario Schendel war eher enttäuscht. Auch wenn sein Team auf die Leistungsträger Martin Setz und Philipp Galandi (beide sind mit der Nationalmannschaft in Japan) verzichten musste, hatte er sich mehr ausgerechnet. „Wir müssen froh sein, dass wir nicht verloren haben. Mehr war heute nicht drin, wir haben zu viele Fehler gemacht.“

Von der Achillesferse zum Faustpfand

Auf Erik Abramov bezog sich diese Einschätzung nicht. Der Schwergewichtler hatte erst zwei Wochen zuvor beim 10:4-Sieg in Bottrop sein Bundesliga-Debüt gegeben und gewonnen. Nun besserte er seine Statistik auf drei Siege aus drei Kämpfen aus. „Ich habe lange damit gewartet, ihn aufzustellen. Ich wollte Erik nicht verheizen“, sagte Schendel. Doch nun sei die Zeit gekommen. „Er ist genau der Schwergewichtler, den wir gebraucht haben. Erik kann ein wichtiger Bestandteil dieser Mannschaft werden.“ Lange war die Klasse über 100 Kilogramm die Achillesferse des UJKC. Mit Abramov könnte sie zum Faustpfand werden. Schendel: „Erik gehört zu den besten Schwergewichtlern in Deutschland.“ Der deutsche U18-Meister von 2016 sei „ein Athlet mit Gefühl für Judo“.

Fußtechnik gegen Neumann

Abramov ist mit 111 Kilogramm eher leicht, sein Gegner im zweiten Kampf hatte 20 Kilo mehr auf den Rippen. „Ich muss halt versuchen, den Gegner mit Schnelligkeit und Techniken aus der Puste zu bringen.“ So wie bei der Fußtechnik gegen Neumann, die ihm einen Ippon einbrachte. Dennoch wolle er zulegen. „Aber ich muss Schnelligkeit, Kraft und Masse im Gleichschritt aufbauen.“

Seit dem Wechsel auf die Sportschule habe er dafür genug Zeit. Zunächst wollte Abramov die Schule nach der 10. Klasse beenden und eine Ausbildung absolvieren. Doch Schendel überzeugte ihn von einem anderen Weg. So wechselte Abramov als Quereinsteiger erst zur elften Klasse auf die Potsdamer Sportschule. „Das Angebot konnte ich nicht ablehnen.“ So kann er seinem Vorbild, dem französischen Olympiasieger Teddy Riner, noch besser nacheifern.

Von Ronny Müller

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