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Bennis Spagat zwischen Fußball und Volleyball

MAZ-Serie: Brandenburgs Stimmen am Mikro Bennis Spagat zwischen Fußball und Volleyball

Benni ist überall. In der MAZ-Serie „Brandenburgs Stimmen am Mikro“ stellen wir diesmal Benjamin Hantschke vor. Der Potsdamer ist Stadionsprecher bei den Fußballern von Energie Cottbus und Hallensprecher bei den Volleyballerinnen des SC Potsdam. Er erzählt, wie er den Spagat hinkriegt.

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Voller Energie: Benjamin Hantschke im Stadion der Freundschaft.

Quelle: Stephan Henke

Potsdam. Wenn Benjamin Hantschke, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Benni“, nicht gerade das Morgen-Magazin bei BB-Radio moderiert, dann nimmt er auch in seiner Freizeit gern das Mikrofon in die Hand. Getreu dem Sendermotto „Voll die Vielfalt“ wagt der 32-Jährige den Spagat zwischen Fußball beim Regionalligisten Energie Cottbus und Volleyball beim Frauen-Bundesligisten SC Potsdam, zwischen Stadion- und Hallensprecher

„Manchmal geht das auch an einem Tag. Dann stehe ich nachmittags im Stadion der Freundschaft und abends in der MBS-Arena“, erzählt Hantschke, der dann nur den roten Schal mal wechseln muss. Seine ansteckende gute Laune, die er jeden Morgen ab 5 Uhr auch im Radio den Zuhörern beim Start in den Tag rüberbringt, hält offenbar 24 Stunden am Tag. Benni scheint einfach immer gut drauf zu sein.

Energie-Dauerkarte vom Jugendweihe-Geld

Eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann („das war nichts für mich“) brach er nach drei Monaten ab, und begann 2005 bei Radio Cottbus. „Das Quatschen lag mir mehr.“ Weil sich der gebürtige Cottbuser von seinem Jugendweihe-Geld mit 14 Jahren eine Dauerkarte bei Energie kaufte, erlebte er den dortigen Fußball-Aufschwung bis in die Bundesliga mit. 2007, da kickten die Lausitzer wieder in der Beletage, fing Hantschke als Blindenreporter für die sehbehinderten Besucher im Stadion an. „Da konnte ich 90 Minuten alles erklären.“

Die Nordwand ist immer da

2010 stieg er zum Stadionsprecher auf, während die Lausitzer mittlerweile nur noch zweitklassig waren. Hantschke hat in den vergangenen Jahren bis hinunter in die Regionalliga viele Trainer kommen und gehen sehen, im Falle des derzeitigen Coaches Claus-Dieter Wollitz auch wieder kommen sehen, aber der „ewige“ Benni blieb, hat quasi den von ihm mitgeschrieben Energie-Song „Wir kommen auch morgen noch wieder“ verinnerlicht. „Energie ist schon eine Herzensangelegenheit“, gibt Hantschke zu, ihm sei da auch egal, ob 15 000 oder nicht mal 5000 Zuschauer im Stadion der Freundschaft sind. „Die Nordwand ist immer da“, sagt er und kann sich auf die treuesten Fans stets verlassen.Er mag die Live-Atmosphäre und holt daraus seine Inspiration. „Ich könnte nicht in der Kabine sitzen, ich muss die Emotionen und die Reaktionen der Zuschauer unmittbar spüren, brauche das Live-Feeling. Das macht mir einen Riesenspaß.“ In sechs Jahren hat er nur ein Heimspiel verpasst. „Weil ich das mit Freude mache, mache ich das auch gern. Das ist keine Belastung für mich“, betont er.

Kuriose Spiele

Als kurioses Spiel blieb ihm gleich sein zweiter Einsatz in Erinnerung. „Energie spielte in der 2. Liga gegen den Karlsruher SC, führte erst 2:0 und lag zur Pause aber 2:4 zurück. In der Halbzeitpause, es war ein Montagabendspiel, spottete TV-Experte Thomas Helmer noch ,na wohl am Wochenende ein bisschen zu viel gefeiert’. Aber dann hat Energie noch aus einem 2:5 ein 5:5 gemacht, Wahnsinn.“ Auch als 2011 sich der Osnabrücker Flamur Kastrati schwer verletzte, das Spiel 20 Minuten unterbrochen war und die Fußballer danach einen Nichtangriffspakt schlossen, fühlte er sich als Stadionsprecher besonders herausgefordert.

Benni als Moderator bei den Volleyballerinnen des SC Potsdam

Benni als Moderator bei den Volleyballerinnen des SC Potsdam.

Quelle: Gerhard Pohl

Ansonsten sei ihm wichtig, alle Namen richtig auszusprechen. „Da gehe ich vor jedem Spiel zu einem Betreuer der Gastmannschaft – beim Fußball genauso wie beim Volleyball“, erzählt Hantschke, der die 150 Kilometer Anreise nach Cottbus gern in Kauf nimmt, nachdem er 2010 wegen des Jobs nach Potsdam gezogen war.

Seit drei Jahren beim Volleyball

Seit drei Jahren ist er in der Landeshauptstadt bei den Volleyballerinnen am Ball. „Weil Manager Eugen Benzel mein Kumpel ist, bin ich dazu gekommen. Beim Volleyball ist alles strukturierter, da wird sieben Minuten vor Beginn die Fanfare eingespielt und los geht’s. Aber mir macht das genauso viel Spaß wie beim Fußball. So lange es geht, will ich beides weitermachen.“ Eben voll die Vielfalt.

Von Peter Stein

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