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Kevin Kuske bereitet sich auf fünfte Winterspiele vor

Bobsport, SC Potsdam Kevin Kuske bereitet sich auf fünfte Winterspiele vor

Kevin Kuske lässt die Muskeln spielen. Der 38 Jahre alte Bobanschieber vom SC Potsdam schwitzt im Kraftraum. Er bereitet sich auf seinen letzten Winter vor. Ziel sind die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang/Südkorea.

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Olympia immer im Blick: „Eisenmann“ Kevin Kuske beim Krafttraining.

Quelle: Foto: Julian Stähle

Potsdam. Mitten im Sommer denkt Kevin Kuske nur an den nächsten Winter. Für den Potsdamer Bobanschieber wird es der letzte im Eiskanal sein. Nach den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang/Südkorea (9. bis 25. Februar 2018) will er seine lange und erfolgreiche Karriere beenden.

Doch bevor der 38-Jährige seine fünften Winterspiele bestreiten kann, schwitzt er derzeit tagtäglich im Kraftraum der Leichtathletikhalle im Luftschiffhafen. „Daran hat sich all die Jahre nichts verändert. Der Bobsportler wird im Sommer gemacht“, sagt Kuske. Seine Muskeln spannen sich unter der Last der Eisenhantel. Das T-Shirt droht fast zu platzen. Oben über dem schweißtreibenden Arbeitsplatz hängt die Uhr mit der aktuellen Tageszeit von Pyeongchang. Der ansonsten spartanische Kraftraum mit Blick auf den Templiner See ist mit ein paar olympischen Devotionalien ausstaffiert. „Das habe ich mir selbst ein wenig eingerichtet“, erzählt er.

1999 begann die Eis-Karriere

1999 begann die Bob-Karriere des ehemaligen Sprinters, der nun in seine 19. Saison geht. Der Dauerbrenner hat viele Bobsportler kommen und gehen sehen. Dass er selbst mal so einen langen Atem haben würde, hätte er damals nicht gedacht. Der Potsdamer war der Turbo-Antrieb, der den Oberhofer André Lange zum erfolgreichsten Bob-Piloten der Welt machte.

Kevin Kuske ist bereit

Kevin Kuske ist bereit.

Quelle: Julian Stähle

Kuske, der 1998 noch Bronze mit der deutschen viermal 100-Meter-Staffel bei den Junioren-Weltmeisterschaften der Leichtathleten gewonnen hatte, setzte weltweit mit seiner Schnelligkeit und seinen Bärenkräften Maßstäbe. Kniebeugen mit 200 Kilo vor der Brust sind für den 1,96 Meter großen und 118 Kilogramm schweren Koloss kein Problem, 500 Kilo auf der Beinpresse auch nicht.

Der letzte Winter

Kuske trainiert sich seit ein paar Jahren allein. „Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, auf meinen Körper zu hören. Wenn es mir gut geht, trainiere ich ein bisschen mehr. Wenn ich schlechter drauf bin, lasse ich auch mal was weg, bevor ich eine Verletzung riskiere. Dann hole ich das beim nächsten Mal nach“, meint der viermalige Olympiasieger und siebenmalige Weltmeister, der im letzten Winter am Königssee mit Bronze im Vierer von Nico Walther (Oberbärenburg) seine 15. WM-Medaille gewann.

Mit dem Sachsen Walther will Kuske, der nach seiner Laufbahn eine Trainertätigkeit anstrebt, auch nach Pyeongchang, dort möglichst im Zweier und Vierer starten bei seinen fünften Winterspielen.

Harte Arbeit an der Beinpresse

Harte Arbeit an der Beinpresse.

Quelle: Julian Stähle

Nur einen Winter – 2014/15 – musste der Hüne vom SC Potsdam wegen einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung pausieren. „ich liebe das, ich bin Sportler durch und durch.“ Die Härte zu sich selbst habe er bei seinem früheren Trainer, dem kürzlich verstorbenen Heinz Rieger gelernt. Auch das stundenlange Kufenschleifen ist längst zum liebgewonnenen Ritual geworden.

Am 2. September Anschubtest auf dem Eis

Wenn am 2. September auf Eis in Oberhof der erste nationale Anschubtest ansteht, entscheidet sich bereits vieles. „Da will ich ganz vorn dabei sein“, hat Kuske noch immer den Anspruch, die Jüngeren hinter sich zu lassen. Er kokettiert nicht mit dem Alter, am Ende zähle nur die Leistung. Angst vor Stürzen kennt er in der Formel 1 des Wintersports bei Tempo 140 km/h nicht, vertraut seinen Piloten. „Ich bin in meiner Karriere zwei-, dreimal gestürzt. Zum Glück nicht so schlimm.“

Selbst bei Temperaturen unter minus zehn Grad schiebt Kuske die Ärmel seines hautengen Rennanzuges hoch und hat die Wade frei. Das tut er nicht, damit jeder seine Tatoos sieht. Auf der rechten Wade prangt die Heilige Maria Magdalena. „Ich war das aus der Leichtathletik so gewohnt, in kurzen Hosen zu laufen. So fühle ich mich am wohlsten, kann die Wettkampfspannung am besten aufbauen“, sagt der Routiniert ganz lapidar. Inzwischen haben das viele Bobsportler kopiert. Der Mann setzt halt in jeder Hinsicht Maßstäbe.

Von Peter Stein

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