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Linke geht bei der WM um eine Medaille

Leichtathletik, SC Potsdam Linke geht bei der WM um eine Medaille

Gibt es für den SC Potsdam endlich wieder eine Leichtathletik-WM-Medaille? Geher Christopher Linke hat sich das fest vorgenommen. Bei seiner historischen Mission ist er nicht allein, sondern wird von zwei Potsdamer Vereinsgefährten begleitet.

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Wie beim Europacup möchte Christopher Linke auch in London bei der WM jubeln.

Quelle: Philipp Pohle

Potsdam. Christopher Linke hat ein großes Ziel. Der 28-Jährige vom SC Potsdam will am Sonntag (15.20 Uhr/ARD), am Abschlusstag bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London, eine Medaille im 20 Kilometer Gehen gewinnen. Das gelang einem Deutschen zuletzt 2003 mit dem Ex-Potsdamer Andreas Erm, der über 50 Kilometer Gehen in Paris WM-Dritter geworden war.

Bei der Parade der Weltbesten auf dem zwei Kilometer langen Rundkurs vor dem Buckingham Palace will sich der 1,91 Meter große Lulatsch nicht verstecken, sondern selbstbewusst angreifen. „Ich habe sehr gut trainiert, fast so gut wie nie. Die Saison war bisher die erfolgreichste meines Lebens. Nun fehlt noch das i-Tüpfelchen. Ich hoffe, ich kann das in London umsetzen und um eine Medaille kämpfen“, erklärt er selbstbewusst. Der Olympia-Fünfte von 2016 konnte im Mai beim Europacup triumphieren, außerdem steigerte er seinen Hausrekord auf 1:18:59 Stunden. „Wenn ich wieder in diesen Bereich gehe, ist eine Medaille auf jeden Fall drin. Ich werde viel riskieren und hoffe, dass ich auch belohnt werde.“ Trotz eines zweimonatigen Bundeswehrlehrgangs nach Olympia in Rio hat er sich seit Jahresbeginn mächtig auf Trab gebracht. „Im Training habe ich ja immer mal Probleme, mich zu motivieren. Aber im Wettkampf ist das ganz anders bei mir. Da freue ich mich auf jeden Start“, meint der mehrfache deutsche Meister, der sich auch international „inzwischen anders wahrgenommen“ fühlt. „Die Gegner schauen auf mich.“

Starkes Trio vom SC Potsdam

Linke ist bei seiner historischen Mission, dem Sturm aufs Podium, nicht allein. Denn er wird von zwei Trainings- und Vereinsgefährten begleitet: Hagen Pohle und Nils Brembach.

Hagen Pohle, Nils Brembach und Christopher Linke (vl)

Hagen Pohle, Nils Brembach und Christopher Linke (v.l.).

Quelle: Peter Stein

Linke meint über seine fast täglichen Begleiter – alle drei werden von Coach Ronald Weigel betreut – auf ungezählten Trainingskilometern auf einsamen Wegen: „Da unterhält man sich schon mal über Gott und die Welt. Klar muss im Wettkampf jeder für sich allein gehen. Ich will auch nicht der schlechteste Deutsche sein. Aber es hilft, wenn man alles zusammen bestreitet. Da hat man immer noch mal einen, den man fragen oder mit dem man einfach nur ein wenig quatschen kann. Das lenkt ein bisschen ab.“

Von St. Moritz nach London

Während sich nach einem gemeinsamen vierwöchigen Höhencamp auf dem Belmeken in Bulgarien nun Linke und Brembach den letzten WM-Schliff in St. Moritz in der Schweiz holten, verzichtete Pohle auf die Berge und blieb im flachen Brandenburg, trainierte im Olympiazentrum in Kienbaum (Oder-Spree), nicht weit von seiner Heimatstadt Beeskow entfernt. Der 25 Jahre alte Polizeimeister sagt: „In diesem Jahr läuft es bei mir noch nicht so rund.“ Platz 19 bei der WM 2015 und Platz 18 bei Olympia 2016 würde er dennoch gern ein wenig verbessern wollen. Brembach hat sich von einem Mentaltrainer beraten lassen, um fokussierter in den Wettkampf zu gehen. „Ich will endlich mal das umsetzen, was ich trainiert habe“, sagt der 24-Jährige. Ein Top 20-Platz sei auf jeden Fall sein Ziel. Wenngleich nur Linke ein Medaillenkandidat ist, die beiden anderen hätten am möglichen Edelmetall mindestens eine Aktie.

Trainer Weigel, der gestern in St. Moritz seinen 58. Geburtstag feierte, meint: „Sie pushen sich gegenseitig.“ Der Potsdamer Weg, den der Coach als Weltmeister von 1983 mitbegründete, soll nun endlich wieder zum Erfolg führen.

Von Peter Stein

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