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Linkes WM-Abenteuer mit Oma Helga (87)

Leichtathletik, SC Potsdam Linkes WM-Abenteuer mit Oma Helga (87)

Die Potsdamer Geher wussten bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London eine große Fanschar aus der Heimat hinter sich. Der WM-Fünfte Christopher Linke hatte sogar seine 87 Jahre alte Oma Helga dabei.

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Die Potsdamer Geher mit ihren Fans inklusive Oma Helga (2.v.l.) in London.

Quelle: Foto: privat

London. Christopher Linke hatte am Sonntag beim 20 Kilometer Gehen bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London seine eigene Queen. Denn auf dem Rundkurs vor dem Buckingham Palace wurde der WM-Fünfte von seiner Oma Helga angefeuert. Die 87-Jährige aus Werder war mit einer großen Fan-Schar aus der Heimat angereist, viele mit dem Bus, andere wie die rüstige Seniorin mit dem Flugzeug.

Linke hatte fast die gesamte Familie dabei. Neben der Oma, die das erste Mal nach London gereist war, auch seine Eltern Olaf und Karis, sein Zwillingsbruder Norman, Onkel, Tante, Nichte und Handballfreunde von Grün-Weiß. Sie hatten sich extra blaue T-Shirts mit dem Konterfei des Europacupsiegers übergestreift. „Die blaue Wand hat mich begeistert. Das war großartig, wir haben uns alle für die Unterstützung bedankt“, erzählte er am Montag auch im Namen seiner Potsdamer Vereinsgefährten Nils Brembach und Hagen Pohle sowie Trainer Ronald Weigel.

Anfeuerungsrufe als Motivationshilfe

Linke meinte: „Es waren noch viele andere Fans aus Deutschland an der Strecke. Das war ein richtiges Geherfest und hat gezeigt, Gehen ist genauso populär wie Marathon oder andere Leichtathletikdisziplinen. Obwohl ich extrem angespannt und fokussiert war, habe ich die Anfeuerungsrufe

Christopher Linke bei der WM in London

Christopher Linke bei der WM in London.

Quelle: dpa

wahrgenommen. Das hilft ungemein. Da wollte ich keinen enttäuschen und habe bis zum Schluss gekämpft. Da gibt man alles, gibt nicht auf und ignoriert die Schmerzen.“ Auch die Fans hat der Wettkampf begeistert. Vater Olaf Linke sagte: „Wir haben die deutschen Geher gepusht. Das war eine gelungene Veranstaltung. Ich leide ja bei jedem Wettkampf mit, aber diesmal war es besonders, weil sich Christopher aufgrund der Vorleistungen einiges ausgerechnet hatte. Mein Wunsch war es, dass er endlich belohnt wird, für die vielen Jahre harter Arbeit. Obwohl es nicht ganz zu einer Medaille gereicht hat, ich bin sehr stolz auf ihn.“

Wieder unter den Top fünf in der Welt

Noch am Montag fühlte sich Christopher Linke, „als hätte ich ein 50 Kilometer Gehen bestritten“, so der 28-Jährige. „Der Wettkampf ging an die Substanz, das spürt man in Muskeln und Knochen. Aber es ist auch ein gutes Gefühl. Ja, ich bin zufrieden, weil ich zu den Top fünf in der Welt gehöre. Voriges Jahr in Rio war das noch eine Überraschung mit dem fünften Platz. Nun habe ich das bestätigt.“

Weiter meinte der Sportsoldat: „Es war von Anfang an eine starke Saison. In den letzten Jahren hätte meine Zeit immer zu einer Medaille gereicht. Es war auch richtig, dass ich mir die Medaille zum Ziel gesetzt hatte. Ich habe die ganze Zeit um die Medaille mitgekämpft. Ich muss mir nichts vorwerfen.“

Vorfreude auf die EM 2018 in Berlin

Linke hofft, dass das Gehen nun auch in Deutschland wieder mehr Beachtung findet. Mit dem Fan-Club habe es hinterher leider nur noch ein kurzes Treffen gegeben, da er zur Dopingkontrolle musste. Aber nächstes Jahr bei der Europameisterschaft in Berlin werde die Fanschar sicher noch größer sein. Oma Helga ist auf dem EM-Kurs am Ku’damm bestimmt wieder mit an der Strecke. Und Linke verspricht ihr und den anderen schon jetzt: „Nächstes Jahr hole ich mir meine Medaille, wenn ich gesund bleibe.“

Von Peter Stein

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