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Martina Otto ist die Mutter des Regenbogen-Cups

MAZ-Serie: Treue Seele Martina Otto ist die Mutter des Regenbogen-Cups

In der MAZ-Serie „Treue Seele“ stellen wir diesmal Martina Otto vom SC Potsdam vor. Die 55-Jährige ist seit 40 Jahren ehrenamtlich als Übungsleiterin in der Leichtathletik tätig. Und nicht nur das.

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Martina Otto (M.) und ihre Assistentin Florentina Robert verteilen Gummibärchen an die jungen Leichtathleten.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. „Der Verein ist für mich wie eine große Familie. Ich habe eine Ader dafür, mit den Kindern zu arbeiten. Ich mache das, weil ich es möchte. Im Sportverein fühle ich mich wie zu Hause.“ So begründet Martina Otto ihr ehrenamtliches Engagement. Beim SC Potsdam leitet die 55-Jährige seit Jahrzehnten den Leichtathletik-Nachwuchs an. Sie gilt neben Jörg-Peter Schäperkötter vom Jugendclub Offline als Erfinderin und damit als die Mutter des Regenbogen-Cups, der in diesem Jahr am 6. Juni zum neunten Mal im Stadion Luftschiffhafen stattfinden wird. Dann sind rund 700 Kinder aus den Kitas von Potsdam und dem Umland auf der Piste. Neben dem sportlichen Wettstreit in Disziplinen wie 30 Meter Sprint, Weitsprung, Schlagballweitwurf und Slalomlauf geht es auch um Themen wie gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise.

Einst Hochspringerin

Martina Otto sagt dazu: „Kinder können mehr, als ihnen oft zugetraut wird. Bei uns können sie sich ausprobieren, mutig sein. Wenn man sieht, mit welchem Elan sie die Wettbewerbe bestreiten, da lohnt sich aller Organisationsaufwand.“ Bunt wie der Regenbogen seien die sportlichen Angebote. Die Kids werden sogar mit zwei Sonderfahrten der Straßenbahn in den Luftschiffhafen gebracht. Nur dass Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bisher beim Regenbogen-Cup trotz Einladung nie vorbeigeschaut hat, hält sie für „ein schwaches Zeichen der Stadt“.

Martina Otto, die Gartenbau studiert hat und in der Verwaltung des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums tätig ist, war früher selbst Leichtathletin, erzielte im Hoch- und Weitsprung ihre besten Ergebnisse. Sie nahm im damaligen Bezirk Potsdam an Bezirksmeisterschaften teil. Sie war aber nie auf der Sportschule. Bereits ab dem 15. Lebensjahr hat sie nebenher schon als Übungsleiterin den Leichtathletik-Nachwuchs angeleitet. Erst bei Lok Potsdam, nach der Wende dann beim wieder gegründeten SC Potsdam. Dabei ist es bis heute geblieben.

Spaß am Sporttreiben vermitteln

Martina Otto erzählt: „Inzwischen ist die nächste Generation herangewachsen. Schaue ich in die Augen der Kleinen, erkenne ich Mutti oder Vati wieder.“ Weil ihre Tochter Luisa (26), die als Physiotherapeutin arbeitet, noch ein Studium der Gesundheitswissenschaften aufgenommen hat, ist Martina Otto eingesprungen und hat deren Gruppe der Sieben- bis Neunjährigen übernommen, die sich einmal in der Woche im Luftschiffhafen treffen. Bis zu 45 Kinder können das sein. Auch Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel bringt seine Tochter in die Gruppe von Frau Otto.

Manche ihrer Schützlinge schaffen später den Sprung auf die Sportschule. Aber das sei nicht ihr vorrangiges Ziel. Ihr sei es wichtig, den Kids den Spaß am Sporttreiben zu vermitteln. „Damit kann man nicht früh genug beginnen“, findet Martina Otto, die auch schon die Gruppe der Drei- bis Sechsjährigen unter ihren Fittichen hatte.

Von Peter Stein

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