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Potsdam sorgt für Überraschung

Sieg gegen Vizemeister Dresden Potsdam sorgt für Überraschung

Mit seinem 3:1-Sieg über den deutschen Volleyball-Vizemeister SC Dresden hat der SC Potsdam für die größte Bundesliga-Überraschung des Wochenenendes gesorgt. In der heimischen Arena am Luftschiffhafen lieferten die Potsdamerinnen vor 1420 Zuschauern eine Glanzleistung ab.

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Jubel beim SC Potsdam.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Das hat die Arena im Luftschiffhafen noch nicht erlebt, der SC Potsdam in seinen fünf Jahren erster Bundesliga sowieso noch nie. Die Volleyballerinnen rangen am Samstagabend in den in ihrer Dramatik kaum zu überbietenden zwei Stunden und fünf Minuten den Dresdner SC mit 3:1 (25:19, 20:25, 38:36, 25:22) nieder. Nach dem ersten Bundesligaerfolg gegen den Vizemeister überhaupt gab es kein Halten mehr. 1420 Zuschauer feierten mit „Standing Ovations“ die roten Schmetterlinge, die wie wild über das Feld flatterten. Voller Glückseligkeit, aber vor allem voller Stolz genoss die Mannschaft von Trainer Alberto Salomoni den Tusch von den Rängen. Selbst Nikolina Jelic, die sich im ersten Satz am rechten Knie verletzt hatte, humpelte gestützt von den Teamkolleginnen mit auf das Feld und ließ sich zurecht feiern.

Potsdam, 02.11.2013 - Der SC Potsdam hat für eine Überraschung in der Volleyball-Bundesliga der Frauen gesorgt. Die Potsdamerinnen bezwangen am Samstagabend vor 1420 Zuschauern in der Arena im Luftschiffhafen sensationell den deutschen Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer Dresdner SC mit 3:1 (25:19, 20:25, 38:36, 25:22). 

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Die emotionale Achterbahnfahrt zuvor hatte viel Kraft und viele Nerven gekostet. Potsdams Trainer Alberto Salomoni wirkte geschafft, aber happy, weil seinen Damen ein unerwarteter Coup gelang. Der Italiener hatte sichtlich Mühe, seine Emotionen in Worte zu fassen: „Dresden ist Dresden“, stammelte er. „Die spielen normalerweise in einer anderen Liga, aber wir haben sie geschlagen.“

Und wie! Kulminationspunkt des Mega-Matches war der dritte Satz. Trotz anfänglicher Führung rannte Potsdam ständig einem Rückstand hinterher, war aber beim 21:21 auf Augenhöhe. Beim 23:24 nahm Salomoni noch mal eine Auszeit, nicht ahnend, welch ein Drama danach einsetzte. Die Gäste hatten sechsmal in Folge Satzball, aber Potsdam glich stets aus. Dann wendete sich das Blatt. Beim 31:30 gab es den ersten Satzball für die Salomoni-Sechs. Doch sie traten nicht nur vier weitere Male vergeblich an, beim 34:35 waren plötzlich die Sächsinnen wieder an der Reihe. Sie konnten jedoch Nummer sieben und acht nicht nutzen. Und beim 37:36 bekam Dresden nach einem erneut starken Aufschlag von Zuspielerin Doreen Engel den Ball nicht mehr unter Kontrolle. Nach 44 Minuten „für die Ewigkeit“ und dem längsten Satz der Vereins-Bundesliga-Geschichte führte der Sportclub mit 2:1. Selbst der Live-Stream im Internet-TV war bei 36 Zählern am Anschlag, während sich auf dem Spielfeld das Punkte-Rädchen unerbittlich bis zum 38:36 weiterdrehte.

Im vierten Durchgang machten die Havelstädterinnen den Sack zu, nutzten den zweiten Matchball zum 25:22. „Das ist sensationell“, jubelte Doreen Engel, die im Zuspiel erneut für den schwächelnden Kapitän Elisa Muri eingewechselt wurde und überzeugte. „Wir haben Dresden nicht nur erstmals geschlagen, sondern nach dem neuen Modus sogar drei Punkte geholt.“ Obwohl das rassige Duell mindestens gefühlte fünf Sätze dauerte.

„Wenn du so einen Super-Satz gewinnst, gibt dir das einen Kick. Das hat uns gepuscht und Dresden endgültig den K.o. versetzt“, analysierte die 31-jährige Ballverteilerin. „Wir sind über den Kampf ins Spiel gekommen und haben gezeigt, unser Team funktioniert.“ Während die Slowakin Nikola Radosova mit 25 Punkten erneut zur wertvollsten Spielerin beim Sieger gekürt wurde, ragte bei den Gästen Nationalspielerin Lisa Izquierdo (22) heraus.

Als seine Spielerinnen am Boden lagen und mit der Gymnastikrolle die müden Muskeln ausmassierten, anerkannte Dresdens Trainer Alexander Waibl: „Potsdam hat verdient gewonnen. Ich hoffe, am Mittwoch sind wir besser drauf.“ Dann kommt es um 19 Uhr an selber Stelle im Pokal-Achtelfinale erneut zum Duell des nunmehrigen Liga-Dritten Potsdam gegen den -Zweiten Dresden.

Von Peter Stein

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Mittwochabend (19 Uhr, Arena im Luftschiffhafen) empfängt der SC Potsdam im Achtelfinale des DVV-Pokals der Frauen den Dresdner SC. Erst vor vier Tagen hatte der SCP in der Bundesliga sensationell gegen Dresden gewonnen. Potsdams Mittelblockerin Kathy Radzuweit (31) sowie Dresdens Mittelblockerin und Kapitän Stefanie Karg (27) stellen sich dem MAZ-Interview.

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