Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Trauer um Trainer-Legende Heinz Rieger

Leichtathletik, SC Potsdam Trauer um Trainer-Legende Heinz Rieger

Der SC Potsdam, die Sportstadt Potsdam trauern um Heinz Rieger. Die Trainer-Legende, die seit 1950 im Luftschiffhafen tätig war, ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Voriger Artikel
Ljubica Kecman verlängert
Nächster Artikel
Natasa Cikiriz kommt, Roslandy Acosta geht

Heinz Rieger kümmerte sich zuletzt viele Jahre auch um das Athletiktraining der Bundesliga-Volleyballerinnen.

Quelle: Verein

Potsdam. „Er war der Trainer, vor dem ich den meisten Respekt hatte“, sagt Kugelstoß-Olympiasieger Udo Beyer zum Tod von Heinz Rieger. Der Ehrenpräsident des SC Potsdam verstarb am Freitag im Alter von 85 Jahren. Der Potsdamer und der Brandenburger Sport haben ihm viel zu verdanken.

Beyer, Vizepräsident des SC Potsdam, erklärt weiter: „Herr Rieger hatte richtig Ahnung vom Sport. Ich kannte ihn seit 1973, obwohl ich nie bei ihm trainiert habe. Wenn er sagte, das ist gut, dann war es auch gut. Ihn brauchte man nicht um Rat zu fragen, er hat es gesehen, wenn man bestimmte Übungen anders trainieren konnte und hat von sich aus Hinweise gegeben.“

Olympiasieger Kevin Kuske: Sein Training hat mich geprägt

Ähnlich äußert sich der viermalige Bob-Olympiasieger Kevin Kuske: „Ich habe viele Jahre bei Heinz Rieger trainiert. Er hat mich zu meinem ersten Olympiasieg geführt. Sein Training hat mich geprägt, davon profitiere ich heute noch. Er hat sich immer für die Athleten engagiert. Sein Tod ist ein großer Verlust für den gesamten Potsdamer Sport.“ SC-Präsident Torsten Bork erklärt tief betroffen: „Wir verlieren auch einen wertvollen Freund. Er war und ist für uns alle als Trainer und Sportler ein absolutes Vorbild. Jetzt sind unsere Gedanken bei der Familie.“

Heinz Rieger, der bis zur vorigen Saison noch das Athletiktraining der Bundesliga-Volleyballerinnen anleitete und zuletzt selbst vom Krankenbett aus Trainingspläne für Bobsportlerin Stephanie Schneider in Vorbereitung auf Olympia 2018 schrieb, sagte einmal über seinen geliebten Trainerberuf: „Jemandem etwas beizubringen, damit er besser ist als die anderen, darin habe ich meine Erfüllung. Wegen des Geldes mache ich das nicht.“

Bis zuletzt für die Athleten da

Der Kriegsflüchtling aus dem niederschlesischen Loswitz lernte zunächst in Löbau Schmied, ehe er 1950 zum Sport nach Potsdam kam. Beim Armeesportklub betreute der Leichtathletik-Trainer vor allem Springer und Mehrkämpfer. Jörg Drehmel wurde 1972 Olympiazweiter im Dreisprung, Burglinde Pollak holte 1972 und 1976 Olympia-Bronze im Fünfkampf. Auch Sohn Peter Rieger, seit Jahrzehnten Geschäftsführer beim SC Potsdam, führte der Vater als Weitspringer 1980 zum Olympiastart.

Obwohl längst in Rente war Heinz Rieger all die Jahre fast täglich im Luftschiffhafen anzutreffen. Von seinem Schreibtisch aus hatte er freien Blick auf das Stadion Luftschiffhafen. Den Alltag dort im Trainingsbetrieb hat er über 60 Jahre wie kein Zweiter mitgeprägt. Allein das ist eine rekordverdächtige Lebensleistung. Heinz Rieger hat mit seiner sachlichen, kompetenten, aber auch energischen Art Generationen von Sportlern betreut. Dabei war ihm der Olympiasieger genauso wichtig wie der Kreismeister. Natürlich wollte er immer Erfolg mit seinen Sportlern, aber ihm ging es auch um den Menschen. Trainer zu sein, war sein Leben.

Heinz Rieger hinterlässt neben Ehefrau Hermine, mit der er über 65 Jahre verheiratet war, drei Kinder, acht Enkel und zwei Urenkel.

Von Peter Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus SC Potsdam