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Werfer hoffen auf guten Saisonstart

Leichtathletik, SC Potsdam Werfer hoffen auf guten Saisonstart

Die Top-Leichtathleten des SC Potsdam starten in die Freiluftsaison, deren Höhepunkt die Weltmeisterschaften im August in London sind. Die Werfer treten am Samstag in Wiesbaden an, eine Woche später folgt der Wettkampf in Halle/Saale.

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Kristin Pudenz, Henning Prüfer, Markus Münch und Clemens Prüfer (v.l.) starten in Wiesbaden.

Quelle: Foto: Peter Stein

Potsdam. Wenn die deutsche Elite beim Werfer-Cup in Wiesbaden am Samstag in die Leichtathletik-Saison 2017 einsteigt, sind auch die Diskus-Asse des SC Potsdam dabei. „Mein Ziel ist es, gleich im ersten Wettkampf die WM-Norm zu überbieten“, erklärt Kristin Pudenz selbstbewusst. „Nach den Trainingsleistungen müsste das machbar sein.“ Bei 61,20 Meter hat der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) die Norm für die Weltmeisterschaften im August in London festgelegt. „Ich weiß natürlich, dass diese Weite nicht ausreichend sein wird, um sich für die WM zu qualifizieren. Da wird man schon 65 Meter stabil werfen müssen. Mein Ziel sind in dieser Saison 63,50 Meter.“

Starke nationale Konkurrenz

Kristin Pudenz kennt das Problem seit Jahren. Auch im Vorjahr hatte sie die Olympia-Norm erfüllt, aber die nationale Konkurrenz ist weitaus stärker. Drei Startplätze gibt es bei der WM für Deutschland „und mindestens sechs Kandidatinnen“, meint die Potsdamerin, die Soziale Arbeit studiert und ihre Bachelor-Arbeit zum Thema „Möglichkeiten und Grenzen bei der Prävention und Resozialisierung von jugendlichen Straftätern“ schreibt. Die 24-Jährige, die 2015 Dritte der U23-EM wurde, lässt sich dadurch nicht entmutigen. „Im September habe ich bereits mit der Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. Ich bin gut vorbereitet und fit.“ Ihre Bestleistung steht seit 2015 bei 62,61 Metern. Vielleicht fällt die Marke ja bereits in Wiesbaden.

Markus Münch will 65-Meter-Marke knacken

Großes hat auch Markus Münch vor. Der mittlerweile 30-Jährige erklärt mutig: „Ich will noch mal nach London.“ Die Olympischen Spiele 2012 waren sein letztes Großereignis, danach waren stets andere besser, nicht nur die Olympiasieger-Brüder Robert und Christoph Harting. Die WM-Norm bei den Männern steht bei 65 Metern. „Das sollte machbar sein“, meint Münch, „wird aber für die WM-Teilnahme nicht reichen. Da muss ich mindestens 67 Meter anbieten.“ Seine Bestweite steht seit 2011 bei 66,87 Metern. Zuletzt trainierte er vier Wochen lang auf Zypern. Daher will er schon in Wiesbaden eine gute Leistung anbieten und in der WM-Quali mitmischen, wie er sagt.

Prüfer-Brüder kämpfen um Ticket für U23-EM

Der dortige Helmut-Schön-Sportpark gilt als Werferparadies, wird auch als Segelwiese bezeichnet. „Wenn die Bedingungen stimmen, kann man dort auch noch ein bisschen weiter werfen als anderswo“, bestätigen die Brüder Henning und Clemens Prüfer, die wie Kristin Pudenz in Potsdam bei Jörg Schulte trainieren, dessen Vater Peter Schulte das Meeting in der hessischen Landeshauptstadt organisiert. Saisonziel der Prüfers ist die U23-EM im Juli in Bydgoszcz/Polen. Auch sie wollen das Thema Norm (59,00 Meter) schnell abhaken. „Wenn in Wiesbaden die Bedingungen stimmen, dann kann man schon für eine kleine Überraschung sorgen“, meint Clemens Prüfer (19), der den zwei Kilo schweren Männer-Diskus im Vorjahr schon auf 61,62 Meter schleuderte. „In diesem Bereich will ich mich stabilisieren“, sagt der Sportsoldat, der im Herbst die Grundausbildung bei der Bundeswehr absolvierte, und wirft seinem älteren Bruder schon mal den Fehdehandschuh in den Ring.

Henning Prüfer (21), der nach vielen Rückschlägen aufgrund von Verletzungen wieder bereit zu neuen Taten ist, gibt sich gelassen. „Ich werde im Ring zeigen, was ich kann. Nur das zählt.“ Auf jeden Fall sei das Bruder-Duell für beide eine große Motivation – wenngleich sie an die Hartings noch nicht heranragen.

Von Peter Stein

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