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Aus Abneigung wird Zuspruch

Julian Prochnow spielt mit Babelsberg 03 gegen Neustrelitz Aus Abneigung wird Zuspruch

Er war überall auf dem Platz zu finden und spulte als typischer „Grashalmfresser“ ein großes Pensum ab. Doch nun spielt Julian Prochnow beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 eine andere Rolle - auch gegen Neustrelitz. Dann wird er auch auf einen alten Mannschaftskameraden aus alten Nulldrei-Zeiten treffen.

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Umsichtiger Abwehrorganisator beim SV Babelsberg 03: Der 27 Jahre alte Julian Prochnow.

Quelle: Jan Kuppert

Potsdam. Der 27-Jährige Prochnow  musste zu Saisonbeginn seine Rolle als Sechser im defensiven Mittelfeld aufgeben und als Abwehrstabilisator ins Deckungszentrum rücken. Die Umstellung ist geglückt. Bis auf das letzte Heimspiel gegen Jena (0:1) verdiente sich Prochnow stets gute Noten. Als einziger Akteur stand er bisher ständig auf dem Platz. Auch am Freitag, 4. Oktober 2013, wird sich der Abwehrchef reinknien, wenn zum 9. Spieltag um 19 Uhr erstmals unter Flutlicht die TSG Neustrelitz im Karl-Liebknecht-Stadion aufkreuzt.

„Ich kam mir als Notlösung vor, als ich nach hinten gehen sollte“, sagt „Jule“ Prochnow. „Ich hatte meine alte Rolle doch schon verinnerlicht.“ Doch aus derAbneigung ist Zuspruch geworden. „Ich fühle mich jetzt in der Innenverteidigung wohl. Vielleicht kann ich da sogar länger Fußball spielen“, lacht er. Ausflüge in den gegnerischen Strafraum sind ihm nicht untersagt. Zuletzt stillte der 1,86 Meter große Akteur sogar seinen kleinen Torhunger. Beim 2:0-Sieg in Rathenow erzielte er das 1:0 per Kopf. „Es wurde auch mal wieder Zeit“, so Prochnow, „den letzten Treffer habe ich in der vorvergangenen Saison in der dritten Liga in Saarbrücken erzielt.“

Auf die Babelsberger kommt Freitagabend einiges zu. In den vier Oberliga-Jahren von 2003 bis 2007 gewannen die Nulldreier gegen die TSG fünf Partien und spielten (zu Hause) drei Mal remis. Doch die Mecklenburger stellen jetzt eine andere Truppe, die sich als Tabellenzweiter in den Kreis der Aufstiegsanwärter eingereiht hat. Im „Karli“ geben sie ihre Visitenkarte mit zuletzt sechs Siegen in Folge ab. Eine dicke Aktie am Aufschwung hat Trainer Thomas Brdaric, einst als Stürmer ein Schlitzohr in der Bundesliga. Die Rolle als Geheimfavorit lehnt er ab. Sein Motto lautet: „Wir streben erfrischenden, munteren Fußball, stets aktiv gegen den Ball, an.“ Seine Autorität bringt die Akteure ins Laufen. Im Mittelfeld zieht der spielstarke Toni Fuchs mit seinen bescheidenen 1,68 Meter Körpergröße die Fäden, und vorn kennen Velimir Jovanovic (fünf Tore) und Dino Medjedovic (vier) den Standort der Kiste.

„Das wird ein hartes Stück Arbeit, wir müssen kompakt stehen“, weist Nulldrei-Trainer Cem Efe auf den Brocken Neustrelitz hin. „Die Elf ist mindestens so stark wie Jena und kann befreit aufspielen, weil im Gegensatz zu den Thüringern der Druck fehlt.“ Bei den Babelsbergern fehlt weiterhin Marvin Gladrow. Beim Torwart war beim Warmmachen in Rathenow eine alte Meniskusverletzung wieder aufgebrochen. Süleyman Koc (Reizung im Knie) dagegen konnte seit Dienstag alle Übungen mitmachen. Innenverteidiger Zlatko Hebib soll wieder an die Seite von Prochnow in die Innenverteidigung rücken.

Ein kleines „Gipfeltreffen“ gab es bereits vor der Partie. Prochnow führte die Nulldreier in Rathenow als Kapitän aufs Feld. In einer Arztpraxis am Stuttgarter Platz in Berlin traf er den Spielführer der Neustrelitzer, den Ex-Babelsberger Rico Morack. Das Wiedersehen wurde mit Neckereien begangen. „Rico hat seine Truppe unheimlich starkgeredet, aber ich habe gegengehalten“, so Prochnow.

Von Detlef Braune

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