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Babelsberg gewinnt, muss aber weiter zittern

Sieg gegen Hertha II, aber Klassenerhalt noch nicht perfekt Babelsberg gewinnt, muss aber weiter zittern

In der Fußball-Regionalliga ist Babelsberg 03 ein Befreiungsschlag gelungen. Nach dem 1:0 (1:0) gegen Hertha BSC II hat der Drittligaabsteiger am letzten Spieltag in Meuselwitz den Klassenerhalt in der eigenen Hand. Aber ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass es knapp werden kann.

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Dennis Lemke trifft per Kopf zum 1:0.

Quelle: Jan Kuppert

Potsdam. Beinahe hätten die Beine völlig ihren Dienst versagt. Severin Mihm wurde Mitte der zweiten Halbzeit des Fußball-Regionalligaspiels des SV Babelsberg 03 gegen Hertha BSC II von Krämpfen in der rechten und linken Wade erwischt. Vier Magnesiumtabletten hatte Babelsbergs Linksverteidiger geschluckt, aber diese halfen auch nicht mehr. Mihm war wie seine Nebenleute bis an die Leistungsgrenze gegangen. Fünf Minuten vor dem Abpfiff signalisierte der 23-Jährige: Es geht nicht mehr. Doch Cem Efe ignorierte ihn. Der SVB-Trainer wechselte  den großgewachsenen A-Jugendlichen Henrik Müller für Daniel Becker ein. Mit ihm sollte das Abwehrbollwerk gegen die ständig anrennenden Berliner noch dichter gemacht werden.

Und es hielt. Die Platzherren verteidigten im Abstiegskrimi vor 2546 Zuschauern ihren durch Dennis Lemke erzielten Vorsprung (40.) leidenschaftlich. Ähnlich wie Mihm kam die ganze Elf mit dem letzten Tropfen Sprit ins Ziel. Efe atmete auf. „Die Spieler haben gebrannt. Ein Riesenkompliment“, sagte er. Im ersten Abschnitt hatten die endlich mal schnell nach vorn operierenden Babelsberger unter ständiger akustischer Begleitung der Fans auch im Angriff einiges zu bieten. Berlins Keeper Philip Sprint musste sich bei einem Schuss des agilen  Becker lang machen (26.). Dann traf Becker die Latte (30.). Der mit Schmerztabletten wegen seines lädierten Knöchels ins Spiel gegangene Maxi Zimmer suchte zweimal überhastet den Abschluss. Doch dann die Führung: Dennis Lemke verwandelte mit dem Kopf nach Vorarbeit von Becker (40.).

In der Fußball-Regionalliga ist der SV Babelsberg 03 ein Befreiungsschlag gelungen. Nach dem 1:0 gegen Hertha BSC II hat der Drittligaabsteiger am letzten Spieltag in Meuselwitz den Klassenerhalt in der eigenen Hand. Dennis Lemke (40.) traf vor 2546 Zuschauer n. Zuvor hatte es sechs sieglose Spiele in Folge gegeben.

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Die spielerisch überlegenen Gäste kamen hochtourig auch in die zweite Halbzeit. Doch was sie auch anstellten: Alles prallte am sicheren Torwart Marvin Gladrow und seinen Vorderleuten ab. Die größte Tat vollbrachte Gladrow, als er gegen den allein vor ihm aufgetauchten Jerome Kiesewetter rettete (38.). Mit den verletzten Zlatko Hebib und Heiko Schwarz sowie Julian Prochnow (5. Gelbe) mussten die drei erfahrensten Babelsberger Akteure ersetzt werden, zudem schied während der Partie Lucas Albrecht mit einer Schulterverletzung aus. Sascha Rode und Laurin Piechowski erledigten ihren Job als neues Pärchen in der Innenverteidigung mit Bravour. Im zweiten Abschnitt erzielte der sich unermüdlich auf Achse befindliche Lemke nach Vorlage von Mihm zwar noch ein Abseitstor (75.), ansonsten aber gab es wenige kontrollierte Ballstafetten nach vorn. Dafür knieten sich die Gastgeber mit Hingabe in die Verteidigung des 1:0.

„Wenn wir doch immer so gekämpft hätten, dann wären wir nicht in diese Situation gekommen“, befand Zimmer, der nach 67 Minuten vom Platz gehumpelt war. Während sich Hertha-Trainer Ante Covic über die zwei vergebenen Matchbälle (vorher gegen Meuselwitz) zur Sicherung des Klassenerhalts ärgerte, lachte sich Babelsbergs Angreifer Lemke ins Fäustchen: „Augen zu und durch hieß unsere Devise.“

Auf den Punkt brachte SVB-Chef Archibald Horlitz das Spiel. „Endlich hat sich unser Stadion als Zwingburg erwiesen, und die Spieler haben bis zur Schmerzgrenze dazwischengefunkt“, sagte er. Und er fügte seine Überzeugung hinzu: „Zu 70 Prozent haben wir den Klassenerhalt geschafft.“ Dazu muss die Truppe in Meuselwitz den Reservetank öffnen. Mutvoll blickt auch Mihm in die Zukunft. Er hat als erster einen neuen Zweijahresvertrag für die Regionalliga unterschrieben. Zwölf Spieler sind noch für ein Jahr gebunden.

AUSGANGSSITUATION VOR DEM LETZTEN SPIEL

  • Bei einem Sieg am letzten Spieltag in Meuselwitz (Samstag, 13.30 Uhr) sind die Filmstädter (33 Punkte) gerettet.
  • Bei einem Unentschieden ist Babelsberg ebenfalls sicher. Egal, wie die Partie Hertha BSC II (33) gegen den 1. FC Lok Leipzig (31) ausgeht. Und der SVB hat das bessere Torverhältnis gegenüber Meuselwitz (33).
  • Bei einer Niederlage in Meuselwitz müsste Babelsberg bangen. Gewinnt Herthas Reserve oder holt einen Punkt gegen Leipzig, steigen die Sachsen ab.
  • Gewinnt Leipzig , wird es eng. Dann wären Hertha (minus 8 Tore) und Babelsberg (- 12) punktgleich. Leipzig müsste also sehr hoch gewinnen, dass Hertha hinter Babelsberg zurückfällt.

Von Detlef Braune

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