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Der Recke fordert Respekt

Torhüter Marvin Gladrow will sich beim SV Babelsberg 03 weiterentwickeln und peilt einen einstelligen Tabellenplatz an Der Recke fordert Respekt

Sein sportliches Fortkommen stellt Marvin Gladrow über die Höhe des Gehaltsschecks, denn: "Geld allein macht nicht froh." Mit dieser entspannten Einstellung geht der Torhüter für zwei Jahre die Aufgaben bei seinem neuen Arbeitgeber SV Babelsberg 03 an.

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Marvin Gladrow

Quelle: Jan Kuppert

POTSDAM. Seit 2005 stand der gebürtige Mecklenburger in Diensten von Energie Cottbus, saß beim Zweitligisten während 18 Spielen auf der Bank als Ersatztorwart und durfte die Handschuhe in der Reserveelf überstreifen, mit der ihm 2010 der Aufstieg in die Regionalliga gelang. Dort spielt in dieser Saison nun Drittliga-Absteiger Nulldrei.

Gladrow lockten Babelsbergs "gute Adresse", die insgesamt professionellen Trainingsbedingungen samt der Aussicht, sich hier weiterzuentwickeln. "Angebote für die Bank hatte ich genug, aber ich will spielen und habe eine neue Herausforderung gesucht", sagt der 23-Jährige, der als Knirps beim SV Loitzer Eintracht unter den Augen seines (Trainer-)Vaters kickte – zuerst im Sturm, bei Bedarf gern zwischen den Pfosten. In der C-Jugend des Greifswalder SV 04 fand Gladrow dort seine finale fußballerische Berufung. Sein Vorbild: Manuel Neuer vom FC Bayern München – "einer der besten Torhüter der Welt".

Den Nationalkeeper und Babelsbergs Schlussmann trennen zwar drei Ligen (Gladrow: "im Fußball gehört eben auch immer Glück dazu"), körperlich jedoch nur zwei Zentimeter. Stattliche 1,91 Meter misst Gladrow: "Bei hohen Bällen ist es wichtig, dass man groß ist." Aber der Recke möchte vor seinem Kasten mehr Eindruck machen und dem Gegner schon optisch Respekt einflößen, deshalb an Muskelmasse zulegen. Also geht–s ab in den Kraftraum, gezielt Gewichte stemmen. "Vom Typ her passt Marvin wunderbar in den Verein", freut sich Babelsbergs sportlicher Leiter Almedin Civa.

Bei den Filmstädtern traf Gladrow Kumpels aus dem Energie-Stall wieder: Severin Mihm und Heiko Schwarz. In der Nulldrei-Truppe sieht der Tormann "viel Potenzial. Wir müssen uns zwar erstmal finden und das Bestmögliche rausholen, aber ich sehe recht wenig Schwächen. Ein einstelliger Tabellenplatz am Saisonende sollte also drin sein", prophezeit der Neu-Babelsberger und lobt die altersmäßig recht homogene Mannschaft. "Da gibt–s keine Grüppchenbildung zwischen jungen und alten Leuten."

Auch abseits des Fußballs fühlt sich Gladrow im Kiez gut aufgehoben – dank eines weiteren Ex-Cottbussers. BB-Radio-Moderator Benjamin Hantschke hat wie Gladrow an der Lausitzer Sportschule in Cottbus sein Abitur abgelegt. Freunde des Handballclubs LHC Cottbus kennen Hantschke vielleicht auch als Hallensprecher. Vor ein paar Tagen genoss Gladrow bei einer Floßfahrt auf der Havel Potsdams schönste Seiten vom Wasser aus, Fankontakte inklusive. Mit von der Partie war TV-Star Thomas Drechsel aus "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", der gern im Karl-Liebknecht-Stadion kiebitzt. Noch lebt Gladrow mit dem Nulldrei-Nachwuchs im Internat in der Freiliggrathstraße. Anfang August bezieht der Kicker in Potsdam eine eigene Wohnung. Dann kommt auch seine Freundin nach, die eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte absolviert.

Die beiden kamen in der zehnten Klasse der Sportschule zusammen: Marvin, der Kicker, und Melanie, die 100-Meter-Sprinterin, die er erst von der "schönsten Nebensache der Welt" überzeugen musste. Längst drückt die junge Frau ihrem Süßen auf den Stadiontribünen der Region die Daumen, zuletzt beim Freundschaftsspiel der Babelsberger gegen den 1. FC Union Berlin. "Und sie weiß mittlerweile besser über manche Spielertransfers Bescheid als ich", erzählt Gladrow stolz.

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