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Der "Zauberfuß" drückt sich noch

Daniel Becker soll gegen Jena als Freistoßschütze ran Der "Zauberfuß" drückt sich noch

Im Regionalliga-Duell 1. FC Union II gegen den SV Babelsberg 03 (1:1) war am Sonntag im Jahn-Sportpark ein Freistoß für Nulldrei worden. Kapitän Christopher Blazynski, Süleyman Koc sowie Daniel Becker berieten über die Ausführung. Koc trat an und schoss weit über den Kasten. Der Mann, der mit seinem linken "Zauberfuß" prädestiniert ist für solche Situation, hatte wieder mal gekniffen...

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Potsdam. Der schmächtige Techniker Daniel Becker. "Ich bin beim Freistoß mit eingeteilt", sagt er schüchtern. Aber im Dress der Filmstädter verweigert er sich zumeist. SVB-Trainer Cem Efe fordert dagegen: "Er darf sich beim ruhenden Ball nicht einfach wegdrücken lassen, er muss sich die Kugel auch mal schnappen. 60 bis 70 Prozent seiner Versuche können im Kasten landen." Efe bezieht seine Eindrücle aus dem Training und aus Beckers Vergangenheit. 16 Tore erzielte der Mittelfeldspieler in der vergangenen Saison für den FSV Luckenwalde in der Oberliga, darunter waren vier Freistöße. In Babelsberg traf er bisher zweimal aus dem Spiel heraus.

Becker, der mit seiner Ballbehandlung an Dariusz Wosz erinnert, steckt noch zu wenig den Kopf heraus. "Er spielt zu nachdenklich und besitzt Luft nach oben", sagt Coach Efe über den Mann, der zusammen mit Koc fußballerisch aus der Mannschaft herausragt. Beide sind insgesamt auf einem guten Weg, was generell für die Mannschaft gilt. Unterstützt wird die Truppe im "Karli" und auch bei Auswärtsspielen von lautstarken Fans. "Es sind die besten Anhänger, die man sich vorstellen kann und die uns in einer schwierigen Phase in Babelsberg unterstützen", schwärmt der Trainer.

Ausgerechnet der Mannschaftsteil, der zu Saisonbeginn die größten Kopfschmerzen verursachte, fällt nicht unter eine große Manöverkritik. Die Abwehr hat sich mit Julian Prochnow und Zlatko Hebib stabilisiert. Auf den Außenbahnen lieferten Maximilian Zimmer und Severin Mihm bisher starke Partien ab. Und woher kommen die Aussetzer gegen Halberstadt und zuletzt zu Beginn in Berlin? "Das Abwehrverhalten der gesamten Elf stimmt noch nicht", sagt der erfahrene Prochnow. Außerdem leisten wir uns zu viele Ballverluste in der eigenen Hälfte." Die Ballzirkulation ist deshalb Schwerpunkt im Training. Der 27-Jährige lobt im gleichen Atemzug die Moral der Truppe, die sich auch nach Rückständen (siehe ebenfalls Pokalspiel in Eberswalde) nicht hängen lässt.

Die Ärmel hochkrempeln wollen die Nulldrei-er auch am Sonntag, wenn der FC Carl Zeiss Jena um 13.30 Uhr im Karl-Liebknecht-Stadion antritt. "Jena lag uns schon immer", so Prochnow. Erinnert sei an den 19. April 2011, als der SVB zu Hause vor 3800 Zuschauern die Thüringer in der 3. Liga mit 4:1 abfertigte und vielleicht das beste Spiel überhaupt in Liga drei ablieferte. Prochnow stand damals als Sechser in der Anfangsformation. Jenas Trainer Wolfgang Frank und der sportliche Leiter Lothar Kurbjuweit wurden nach der Partie in Babelsberg entlassen. Die Thüringer stiegen ab. Frank ist kürzlich verstorben.

Auch in der Regionalliga ist Jena schon wieder ins Schlingern geraten. Der selbst erklärte Aufstiegsfavorit ist mit neun Punkten nur Tabellensiebter, Babelsberg weist als Fünfter einen Zähler mehr auf. Nach Petrik Sander und Marco Kämpfe sitzt mit Andreas Zimmermann bereits der dritte Coach in dieser Saison auf der Bank. "Zimbo" Zimmermann gehörte einst als Rechtsverteidiger zu den Hertha-Bubis, die 1993 gegen Bayer Leverkusen sensationell ins DFB-Pokal-Finale eingezogen waren (0:1).

"Die neue Saison kann nur ganz klar zum Ziel haben: Aufstieg in die dritte Liga", hält Aufsichtsratschef Reinhardt Töpel am Vorhaben fest. Er betreibt in Nunsdorf, einem Ortsteil von Zossen, ein Fuhrunternehmen. "Sonst droht reiner Amateurfußball", sagt Töpel, der den Verein seit mehreren Jahren finanziell unterstützt. Die Jenenser suchen jetzt nach einem großen Investor und schließen auch eine Änderung des Vereinsnamens nicht aus. Das hat Präsident Reiner Zipfel angekündigt.

Trotz der Ambitionen der Gäste wollen die Babelsberger dem traditionsreichen Klub am Sonntag erneut die Suppe versalzen. Die Gäste werden sich vor allem auf Koc und Becker konzentrieren. Becker braucht Mut zur Freistoßausführung.

Von Detlef Braune

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Auch in Jena droht Daniel Becker die Reservistenrolle

Es ist zum Verzweifeln: "Ich kann im Training machen, was ich will. Ob im Passspiel oder beim Torschuss - nichts gelingt richtig", sagt Daniel Becker vom Regionalligisten SV Babelsberg 03. Das war in der Hinserie noch anders. Jetzt sieht es für den 26-Jährigen jedoch düster aus. Sein Platz ist auf der Bank - und die Ansage des Trainers verbessert seine Lage nicht.

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