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Der dritte Kopfballstreich

Babelsbergs Julian Prochnow mausert sich zum Torjäger Der dritte Kopfballstreich

Einen großen Tordrang verzeichnete Julian Prochnow bisher nicht. Als Abwehrspieler oder im defensiven Mittelfeld wird das vom dienstältesten Kicker im Team des Regionalligisten SV Babelsberg 03 (seit 2005) auch nicht verlangt. Am Sonntag kommt Nordhausen.

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Julian Prochnow.

Quelle: Jan Kuppert

Potsdam. Plötzlich mausert sich der 27-Jährige Julian Prochnow zum Torjäger. Er traf in Rathenow, zu Hause gegen Neustrelitz und am Sonntag in Plauen - jeweils per Kopf und stets nach Eckbällen von Daniel Becker. Ein Geheimnis dafür gibt es nicht. Prochnow lacht herzhaft: "Wir machen nichts anderes im Training." Dreimal traf der Deckungsstabilisator und Dauerläufer einst in der Regionalliga für den SVB, ebenfalls dreimal in drei Jahren in der dritten Liga. In dieser Saison drehte Becker die Bälle mit Schnitt Richtung Elfmeterpunkt, und "Jule" Prochnow wunderte sich jedes Mal, dass er fast unbedrängt vollenden konnte. "Mir kommt die Raumdeckung der Gegner zu Gute", staunte der neue Babelsberger Kopfballspezialist über die Sorglosigkeit bei den Kontrahenten. "Standards sind bisher unsere Stärke, die Hälfte der Tore erzielten wir bisher auf diese Art", so Prochnow. Per Kopf waren auch schon Severin Mihm (gegen Neustrelitz) und Zlatko Hebib beim 2:2 in Plauen (ebenfalls nach Becker-Ecke) erfolgreich.

Über die Kopfball-Domäne freute sich auch Trainer Cem Efe. "Wir haben in Plauen vor allem in der Abwehr besser als zuvor über die Lufthoheit verfügt. Wir schulen den Defensiv-Kopfball verstärkt im Training." Wenn dann die Abwehrspieler auch als Ausreißer in den gegnerischen Strafraum davon profitieren, dagegen hat Efe natürlich nichts einzuwenden.

Seine Lachfalten will der Coach nach dem ordentlichen Auftritt der Mannschaft im Vogtland endlich auch wieder zu Hause zeigen. Nach zwei Heimsiegen zu Saisonbeginn war Pumpe im Karl-Liebknecht-Stadion. Der letzte Heimerfolg datiert vom 18. August mit dem 2:1 gegen Zwickau. Auswärts agiert die Truppe ohne Druck, in heimischen Gefilden fehlt das Unbekümmerte. Gelegenheit, das "Auswärtsgesicht" zu zeigen, bietet sich am Sonntag um 13.30 Uhr im Karli, wenn die Nulldreier den FSV Wacker 90 Nordhausen empfangen. Der Aufsteiger belegt mit acht Punkten den 14. Tabellenplatz, Babelsberg als Siebter hat bisher 14 Zähler ergattert. Die Teams beider Vereine begegneten sich zuletzt in der Saison 1997/98. Die Filmstädter kamen in ihrer ersten Regionalliga-Saison zuhause über ein 1:1 nicht hinaus, gewannen aber in Nordhausen mit 1:0. Die Südharzer stiegen damals ab.

Im Babelsberger Gefüge sind für den aktuellen Vergleich gegenüber dem Plauen-Spiel kaum Änderungen zu erwarten. In der zentralen Abwehr hat sich Sascha Rode festgespielt. In den ersten Spielen oft für einen Klops gut, antizipiert der 25-Jährige inzwischen die Situationen besser und spielt klare Bälle nach vorn. Nach der Rückkehr von Hebib an seine Seite konnte Prochnow erstmals wieder auf seine angestammte Position als Sechser rücken.

Im Mittelfeld musste der Mann mit dem feinen Füßchen, Linksbeiner Becker, in Plauen eine Halbzeit auf seinen Einsatz warten. Ihm mangelt es am Defensivverhalten. Zum Glück erinnerte sich der Trainer seiner Künste, und Becker konnte zweimal auflegen. Um die zentrale Rolle im Mittelfeld ist ein Duell entbrannt. Der Spanier Manuel Moral Fuster ist auch ein Anwärter geworden. Ihm bescheinigt Cem Efe den größten Sprung im Team. "Manchmal spielt er zu risikoreich", so Efe.

Von Detlef Braune

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