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"Mit 18 Punkten können wir leben"

Almedin Civa ist mit der Bilanz des Regionalligisten zufrieden "Mit 18 Punkten können wir leben"

Almedin Civa, sportlicher Leiter von Babelsberg 03, absolvierte in achteinhalb Jahren 296 Pflichtspiele für den SV Babelsberg 03 in der 2.Bundesliga, Regionalliga und 3.Liga. Der 41-Jährige zeigt sich zufrieden - vor allem ist er positiv von dem Zuschauerzuspruch überrascht. Mit einem solchen Durchschnitt hat der Verein nicht kalkuliert.

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Almedin Civa

Quelle: Jan Kuppert

Potsdam. MAZ: Wie ist der Umstieg von der aktiven Laufbahn auf die neue Ebene gelungen?

Almedin Civa: Ich war 22 Jahre lang Profifußballer, habe 25 Trainer in neun Vereinen erlebt und gehörte immer zu den Führungsspielern. Ich kenne das Fußballgeschäft und habe stets hundert Prozent gegeben. Das gilt auch für den SVB. Ich habe vom Übungsleiter im Nachwuchs bis zum Vorstand und Aufsichtsrat einen guten Draht gefunden.

Nach dem Chaos um die Drittliga-Elf, wo sie noch als Trainer fungierten, ist der SVB in ruhiges Fahrwasser geraten. Wird der Anspruch nach vorzeigbarem Regionalliga-Fußball erfüllt?

Civa: Der Aufbau einer schlagkräftigen Truppe ist sehr gut gelungen. Das Team hat in vielen Auftritten Spaß vermittelt. Wir wollten in der Hinrunde 20 Punkte ergattern, mit 18 Zählern und Rang zehn können wir jetzt leben. Man darf den Anfang nicht vergessen. Für die erste Mannschaft stehen nur noch 260000 Euro zur Verfügung. Wir hatten mit mehreren Trainern gesprochen. Allen war das Gehalt zu wenig und sie hatten Zweifel beim Aufbau eines schlagkräftigen Teams. Cem Efe hat die Bedingungen sofort akzeptiert und zugesichert: "Das kriegen wir hin."

"Zu Hause pfui, auswärts hui", bescheinigte die MAZ dem Team. Was lief denn bei fünf Heimniederlagen schief?

Civa: Das war schon bitter. Ich verstehe die Fans, die sauer waren. Drei Niederlagen gab es gegen Mannschaften, die in der Tabelle hinter uns lagen. Wir hatten uns als spielerisch besseres Team überrumpeln lassen. Wir spielen in keiner Gurkenliga. Es hat mich überrascht, dass 2700 Zuschauer im Durchschnitt ins Karl-Liebknecht-Stadion kamen. 1500 waren kalkuliert.

Lagen die Schwankungen an der Unerfahrenheit vieler Akteure?

Civa: Höhen und Tiefen der Mannschaft waren einkalkuliert. Das Durchschnittsalter liegt gerade mal bei 22,5 Jahren. Ich schaue mir jedes Training an. Die Truppe besteht aus starken Charakteren. Aber wir haben keinen Schweinehund, der im Spiel mal dazwischenfährt. Julian Prochnow fehlte seit seiner Verletzung im Magdeburg-Spiel an allen Ecken und Enden.

In der Defensive wackelte hingegen so einiges.

Civa: Daran wird im Training gearbeitet. Es fiel auf, dass ein Leistungsträger wie Severin Mihm in der Offensive mehr Kopfbälle gewinnt als hinten. Wir haben sieben Kopfballtore erzielt, aber acht Treffer derart eingefangen.

Wie sieht die Perspektive aus?

Civa: Elf Aktive sind mit Zwei- oder Dreijahresverträgen ausgestattet. Den anderen elf werden neue Angebote unterbreitet. Kein Spieler hat bisher hier enttäuscht, einige besitzen noch Reserven.

Was wird nach dem Abgang von Süleyman Koc?

Civa: Koc spielte in einer anderen Liga, wir können ihn nicht ersetzen. Mit unserem Budget können wir keinen Spieler aus einem Vertrag rauskaufen. An den Zuwendungen von 1050 Euro pro Spieler im Durchschnitt wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern.Uns werden täglich von Beratern Akteure angeboten. Mit Glück können wir einen Außenbahnspieler ausleihen oder für zwei Jahre mit einem Vertrag ausstatten. Nebenbei bemerkt: Winterkäufe haben bei uns noch nie eingeschlagen.

Zum Kader gehören auch der Südkoreaner Dong Min Kim und der Israeli Daniel Mazar. Welche Rolle spielen beide?

Civa: Kim saß bisher dreimal auf der Bank. Der Außenstürmer schießt beidbeinig, verfügt über eine gute Grundschnelligkeit, hat aber körperlich Probleme. Das gilt auch für Mittelfeldspieler Mazar.

Was wird aus der zweiten Mannschaft, die am Tabellenende der Brandenburgliga herumkrebst?

Civa: Auch in der Zweiten mussten wir fast das komplette Team neu aufbauen. Hier fließt kein Cent mehr für Gehälter, die Trainer bekommen eine geringe Aufwandsentschädigung. Ein Leistungsaufschwung ist unverkennbar. Wir hatten das gleiche Problem wie bei der Ersten: Die Mannschaft ist offensivhungrig. Dagegen wird die Abwehr vernachlässigt.

Wer macht am Ende das Rennen?

Civa: Mein Top-Favorit ist der FC Carl Zeiss Jena.

Interview: Detlef Braune

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