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Nulldrei eine Runde weiter

Babelsberg siegt im Landespokal in Wildau Nulldrei eine Runde weiter

Fußball-Regionalligist Babelsberg 03 steht in der zweiten Runde des Landespokals. Die Mannschaft von Trainer Cem Efe setzte sich am Samstag beim Landesliga-Aufsteiger Phönix Wildau mit 3:1 (0:0) durch. Das war kein leichtes Spiel und Cem Efe war trotz des Sieges nicht rundum glücklich.

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Severin Mihm (Mitte) gehörte zu den auffälligsten Spielern auf dem Platz und erzielte auch die Führung für Nulldrei. Hier versuchen dieWildauer Tom Franke (links) und Marco Hämmerling, den Babelsberger Verteidiger zu bremsen.

Quelle: GERLINDE IRMSCHER

Wildau. Staunen, Anerkennung und Respekt: Landesliga-Aufsteiger Phönix Wildau zog am Sonnabend in der 1. Landespokalrunde gegen den hoch favorisierten Regionalligisten SV Babelsberg 03 mit 1:3 den Kürzeren und hielt so das Ergebnis in noch engeren Grenzen als selbst Optimisten erwartet hatten.

„Ein Erlebnis für die Jungs. Bei solchem Klassenunterschied muss man das Herz schon in die Hände nehmen“, freute sich Trainer Uli Prüfke. Der Babelsberger Kollege Cem Efe, der von seiner Mannschaft Genauigkeit, Schnelligkeit und Tempo erwartet hatte, sah die 90 Pokalminuten verständlicherweise wesentlich kritischer: „Wenn ein Regionalligist gegen einen Landesligisten Probleme hat, gilt es, hochzuschalten. Das hat gefehlt. Was wir geboten haben, war von der Spielweise her zu ruhig.“

Prüfke dagegen mahnte von der Seitenlinie immer wieder Ruhe an. Der Außenseiter baute verständlicherweise auf eine massierte Abwehr, und hatte dabei das Handikap zu verkraften, dass sowohl in der Hintermannschaft als auch im Angriff potenzielle Stammspieler zu ersetzen waren. In der Deckung gelang das ohne Abstriche. Mannschaftskapitän Müller, der die zentrale Position übernahm, organisierte, dirigierte und schloss die Lücken.

Zwangsläufig aber wurde Müller in Angriff vermisst, wo zudem noch Lucke fehlte, und Neumann nach gerade auskurierter Verletzung erst in der zweiten Halbzeit kam. Kurtisevic, der als Spitze aufgeboten wurde, wirkte zwar einsatzfreudig, doch fehlte ihm einfach die Trainingsfitness, um eine Regionalliga-Abwehr in Bedrängnis zu bringen. Bemerkenswert war aber auf jeden Fall, wie sich die drei Nachwuchs-Spieler Hämmerling, Reimer und Kuhl, die gerade erst in den Männerbereich aufgerückt sind, bei dieser Bewährungsprobe aus der Affäre zogen.

Bei den Babelsbergern setzten zwar Verteidiger Mihm und Zimmer im Zusammenwirken auf dem linken Flügel gleich Akzente, doch mehr als ein Distanzschuss, der am Phönix-Kasten vorbei strich und einige Ecken sprangen in der ersten Viertelstunde nicht heraus. Bei einem 25-m-Freistoß hielten dann die meisten der gut 700 Zuschauer den Atem an, doch pfiff der Ball knapp über die Latte (17.). Die erste nennenswerte Wildauer Angriffsaktion gab es Mitte der ersten Halbzeit, wobei sich Kurtisevic beherzt gegen drei Gegenspieler behauptete, der Ball aber ins Aus ging.

Als Makangu sich im Phönix-Strafraum fast schon in Schlussposition gebracht hatte, traf Müller mit einem riskanten, aber gekonnten und sauberen Tackling den Ball, so dass der Schiedsrichter das Spiel auch weiter laufen ließ, obwohl der 03-Stürmer zu Fall kam (33.). Kurz vor der Pause geriet das Wildauer Tor noch mehrfach in den Brennpunkt, wobei Torwart Bonkowski einen kapitalen 30-m-Freistoß von Sindik zur Ecke faustete (45.).

Bis zur 56. Minute konnte der Außenseiter den Rückstand verhindert. Dann erzielte Severin Mihm nach abgewehrter Ecke mit einem Schuss ins rechte untere Eck doch das 0:1. Als die Phönix-Abwehr allzu große Lücken bot, gelang Albrecht das 0:2 (63.). Nach einer Szene, in der 03-Schlussmann Feber den Ball hatte fallen, die Babelsberger aber gleich zum Gegenzug starteten, traf Soine die Latte (75.). Kurz darauf erhöhte Rafael Makangu mit Kopfball aus Nahdistanz auf 0:3 (77.).

Die Gastgeber konnten aber schließlich auch noch jubeln. Beim ersten Wildauer Eckstoß, getreten von Babinowsky, tauchte Abwehrchef Müller am hinteren Pfosten auf und köpfte ein zum 1:3-Endstand (78.).

Cem Efe war nach dem Spiel etwas angekratzt: "Das war ein schwieriges Spiel“, sagte Efe. „Der Gegner hat gemauert. Aber wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht.“ Denn sein Team habe die klaren Vorteile im Ballbesitz lange nicht umgesetzt. „Das Tempo hat gefehlt, wir waren nicht zwingend genug.“ Allerdings hatte Efe auch Verständnis. Denn mehreren Akteuren fehlte die Spielpraxis. Dennoch wechselte er in der Pause Bilal Cubukcu und Lucas Albrecht ein. „Sie haben mehr Schwung reingebracht. Außerdem haben wir im letzten Drittel die richtigen Entscheidungen getroffen.“

Bei Babelsberg gab Neuzugang Oliver Traeder sein Pflichtspieldebüt. „Er ist ein guter Fußballer, wir sind froh, dass er bei uns ist“, sagte Efe über den 17-Jährigen.

Von Rainer Rosenthal

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