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Nulldrei übernimmt die Tabellenspitze

Babelsberg schlägt favorisierte Gäste aus Zwickau mit 2:1 Nulldrei übernimmt die Tabellenspitze

So macht die Regionalliga Spaß! Mit einem 2:1 (1:1)-Erfolg über die favorisierten Gäste vom FSV Zwickau stürmten die Fußballer des SV Babelsberg 03 am Sonntag an die Tabellenspitze der vierten Liga.

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Potsdam. Vor der ansehnlichen Kulisse von 2676 Zuschauer gingen die Westsachsen zwar durch einen Treffer von Davy Frick in der 36. Minute in Führung, doch die Hausherren drehten mit Traumtoren von Daniel Becker (41.) und Severin Mihm (67.) den Spieß um. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht", freute sich Nulldrei-Coach Cem Efe. "Babelsberg hat völlig zurecht gewonnen, definitiv", sagte Zwickaus Trainer Torsten Ziegner. "Meine Mannschaft hat nicht auf den Platz gebracht, wozu sie in der Lage ist."

Dabei hatten die Gäste, bei denen mit Torhüter Marian Unger, Abwehrchef Robert Paul, Kapitän Manuel Stiefel und Angreifer Nicolas Hebisch vier Ex-Babelsberger in der Anfangsformation standen, stark begonnen und sofort das Heft des Handelns übernommen. Frick konnte unbedrängt köpfen, verfehlte aber das Tor (16.). Dann kam Christoph Göbel nach einer Flanke von Martin Ullmann frei zum Schuss, traf aber den Ball nicht richtig (29.). Erst im Gegenzug bot sich den Hausherren die erste Gelegenheit, doch Heiko Schwarz konnte Unger aus halbrechter Position nicht überwinden (30.). Vier Minuten später hatte Mihm die Potsdamer Führung auf dem Fuß, doch der Gäste-Keeper war erneut zur Stelle.

Mit einem Arbeitssieg hat sich der SV Babelsberg 03 auf den ersten Tabellenplatz der Regionalliga katapultiert. Die Filmstädter gewannen 2:1 (1:1) im Karl-Liebknecht-Stadion gegen Zwickau. Mann des Tages war Abwehrspieler Severin Mihm, der den entscheidenden Treffer erzielte.

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Schließlich gelang den Gästen das nicht ganz unverdiente 1:0. Nach einer missglückten Kopfball-Abwehr von Sascha Rode, der später mit einer Muskelzerrung im Oberschenkel passen musste, zog Ullmann auf der linken Seite auf und davon und bediente im Zentrum Frick. Der musste nur noch den Fuß hinhalten. Die Babelsberger blieben jedoch gelassen und konnten bereits fünf Minuten später den Ausgleich bejubeln. Nach einem langen Pass des starken Christopher Blazynski hob Becker den Ball gekonnt über Unger ins Tor der Gäste.

Nach dem Seitenwechsel drehten die Zwickauer noch einmal auf, doch SVB-Keeper Marvin Gladrow parierte einen Kopfball von Frick glänzend (57.). Auf der anderen Seite köpfte Süleyman Koc das Leder nach einer Mihm-Flanke aus Nahdistanz vorbei (65.). Von den Gästen war fortan nicht mehr viel zu sehen, nahezu folgerichtig fiel der Siegtreffer der Filmstädter. Nach einem Zuspiel von Blazynski hämmerte Mihm den Ball mit dem rechten Fuß ins rechte obere Eck ‒ ein Traumtor (67.). "Ich habe einfach draufgehauen", verriet der Blondschopf. "Dass wir oben stehen, ist nicht schlecht. Ich wusste, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben. Aber damit konnte niemand rechnen. Unser Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt", so der Ex-Cottbuser. Nulldrei-Sportdirektor Almedin Civa meinte: "Hut ab vor dieser Truppe! Aber wir müssen weiter hart arbeiten." Der erste Tabellenplatz ist schließlich nur eine Momentaufnahme: Am kommenden Samstag (13.30 Uhr) steht für Babelsberg 03 bereits das nächste Spitzenspiel an. Dann geht es zum ambitionierten Tabellenzweiten Berliner AK.

Von Jens Trommer


  

Und immer wieder Qualm im Stadion

Die Zuschauer werden akribisch kontrolliert, doch immer wieder schaffen es sogenannte Fußballfans, Pyrotechnik ins Stadion zu schmuggeln.

Vor Anpfiff ließen Babelsberger Anhänger in der Nordkurve blau-weißen Rauch aufsteigen.

In der 77. Minute zog der Zwickauer Block mit weißem Qualm nach. Schiedsrichter Lossius (Sondershausen) unterbrach die Partie für eine reichliche Minute.

 

„Wir sind kein Geheimfavorit“

FSV-Kapitän Stiefel lehnt Vorschusslorbeer ab
 
  MAZ: Macht die Niederlage einen langen Hals?
  Manuel Stiefel : Nein, aber ärgerlich war diese schon. Wenn wir auswärts 1:0 in Führung gehen, müssen wir die Aktionen besser ausspielen. Wir haben zwei dumme Tore geschluckt, darunter den Sonntagsschuss von Severin Mihm. Babelsberg hat ansonsten fast nur hinten drin gestanden.
 
 Sie waren als Kapitän und Sechser ein auffälliger Antreiber. Warum hat es nicht gereicht?
  Stiefel : Es fehlte der letzte Tick. Wir hatten es nicht verdient zu gewinnen.
 
  Was fiel Ihnen bei Babelsberg auf?
  Stiefel : Die Mannschaft will Fußball spielen. Der Gegner hat auf unsere Fehler gewartet und sich stark bei Kontern gezeigt. Da gibt es einige gute Fußballer – Christopher Blazynski und Maximilian Zimmer fielen mir auf. Süleyman Koc hatten wir gut im Griff.
 
 Kann Zwickau die Rolle als Geheimfavorit ausfüllen?
  Stiefel : Wir wollen oben mitspielen. Den Anspruch aufzusteigen, haben andere Teams.
 
  Als gebürtiger Potsdamer haben Sie nur ein Jahr für Babelsberg 03 gespielt. Warum sind Sie in der Fremde erfolgreicher?
  Stiefel : Ich habe in der Regionalliga-Saison 2007/08 immerhin 31 Partien für Nulldrei bestritten. Ich besaß einen Einjahresvertrag, Trainer Dietmar Demuth wollte mich behalten. Dann kam vor Einführung der dritten Liga das Angebot aus Erfurt. Doch Rot-Weiß hat das Versprechen nicht gehalten. Ich war vereinslos und bin dann beim Oberligisten Auerbach gelandet.
 
  Wie sieht Ihr Alltag aus?
  Stiefel : Der Wecker klingelt um 5.45 Uhr. Dann beginnt der Job. Ich bin als Sachbearbeiter für die Optimierung von Prozessabläufen bei VW tätig. Das Training folgt um 17 Uhr. Bis auf zwei Studenten arbeiten alle Mitspieler. Der Fußball in der Regionalliga hat sich gewandelt. Mit Profitum schaffen es die meisten Vereine nicht mehr.
 
  Auf dem Feld fallen Sie auch mit neongelben Tretern auf.
  Stiefel : Auch Franck Ribery und Mario Götze bevorzugen die Schuhe. Ich habe bisher weiße Töppen getragen. Die neuen sind leicht, und die Passform stimmt.
 
  Wie oft sind Sie noch in der alten Heimat?
  Stiefel : Ich schaffe es nur drei-, viermal im Jahr. Meine Eltern und viele Freunde leben hier.
  Interview: Detlef Braune
 

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