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Randale vor und während des Spiels

SV Babelsberg 03 gegen 1. FC Lokomotive Leipzig Randale vor und während des Spiels

Der Regionalliga-Saisonauftakt des SV Babelsberg 03 gegen Lok Leipzig war zwar sportlich erfreulich, das Geschehen rund um das Spiel war dagegen mehr als unerfreulich. Die Polizei hatte allerhand damit zu tun, die beiden Fanlager zu trennen und musste sich zudem heftiger Attacken erwehren.

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Vor dem SPiel am S-Bahnhof Babelsberg.

Quelle: MAZonline

Potsdam. Schon lange vor dem Spiel war das Polizeiaufgebot rund um das Stadion und den Bahnhof in Babelsberg nicht zu übersehen. Mit "1.000 Fans aus Leipzig", davon eine Menge der "Kategorie C", also gewaltsuchende Fans, rechne man, so ein Polizist vor dem Spiel. Dementsprechend groß war das Polizeiaufgebot.

Die Befürchtungen schienen sich zu bewahrheiten, denn bereits während der Anreise der Fans aus Leipzig kam es zu Auseinandersetzungen zwischen teils stark alkoholisierten Fans und der Polizei. In Potsdam angekommen, wurden die Lok-Fans mit Polizeibegleitung vom S-Bahnhof Babelsberg in Richtung Karl-Liebknecht-Stadion geleitet. Hierbei kam es zu Sachbeschädigungen, berichtete die Polizei. Zudem wurde Pyrotechnik gezündet. Ein Fanmarsch der Babelsberg Fans verlief dagegen störungsfrei.

In der 67. Spielminute eskalierte die Situation, einige Chaoten sprangen auf den Rasen. Schiedsrichter Steffen Hösel aus Magdeburg unterbrach die Partie für acht Minuten.

Quelle: Jan Kuppert

Am Stadion angekommen, durchbrachen rund 50 Leipziger Fans eine Vorkontrollstelle und kamen so unkontrolliert ins Stadion. Polizei und Ordner setzten daraufhin Reizgas und Schlagstöcke ein, um der eskalierenden Situation Herr zu werden.

Im Stadion spitze sich die Situation noch vor dem Anpfiff zu. Fans aus beiden Lagern versuchten die Fantrenngitter zu überwinden und in den gegnerischen Block zu gelangen. Erst spät tauchten Polizeikräfte auf und brachten die Lage wieder unter Kontrolle. Beide Seiten bewarfen sich aber weiter mit teils gefährlichen Gegenständen. Die Stimmung schaukelte sich hoch. Im Leipziger Block brüllten sie "Wir sind die Krieger, wir sind die Fans, Lokomotive ‒ Hooligans". Die Babelsberger riefen immer wieder "Nazis raus".

In der 67. Spielminute eskalierte die Situation, einige Chaoten sprangen auf den Rasen. Schiedsrichter Steffen Hösel aus Magdeburg unterbrach die Partie für acht Minuten. Die Nordkurve hob ein Spruchband hoch: "Raus aus der Sonne, ihr seid braun genug." Erst ein massives Polizeiaufgebot konnte die erhitzten Gemüter beruhigen. Zwei Personen wurden festgenommen.
Später behaupteten Vertreter beider Fan-Lager, die andere Seite hätte provoziert und angefangen. Nulldrei-Trainer Cem Efe fand klare Worte: "Es ist einfach nur traurig, das hat mit Fußball nicht zu tun." Lok-Coach Carsten Hänsel meinte zur Schuldfrage: "50:50."

Während die angereisten Gästefans nach dem Spiel von der Polizei bis zum Hauptbahnhof geleitet wurden, bewarfen Babelsberger Fans die abziehenden Lok-Fans mit Steinen. Verletzt wurde aber zum Glück niemand. Rund 50 Lok-Fans konnten aber offenbar dem Polizeischutz entkommen und randalierten in einem Regionalexpress Richtung Dessau. Bei einem Zwangstop am Bahnhof Wiesenburg (Mark) demolierten sie einen Streifenwagen der zur Hilfe gerufenen Polizei.

An dem Polizeieinsatz waren über 300 Einsatzkräfte aus dem gesamten Land Brandenburg sowie der Bundespolizei beteiligt.  Die Polizei stellte sechs Strafanzeigen, hauptsächlich wegen Sachbeschädigungen und wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, und sprach 15 Platzverweise aus. 300 Einsatzkräfte aus dem Land Brandenburg sowie der Bundespolizei waren im Einsatz. Ein Polizeibeamter wurde dabei leicht verletzt.

MAZ

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