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Potsdams OB Jakobs überrascht den SVB

Spielbetrieb im Karl-Liebknecht-Stadion gefährdet Potsdams OB Jakobs überrascht den SVB

Im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion droht wegen Sicherheitsmängeln die Einstellung des Spielbetriebs. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs stellt gegenüber MAZonline ( Video ) klar, dass es keine zusätzliche Finanzspritze für Stadion-Betreiber SV Babelsberg 03 gibt - macht aber ein anderes Angebot. SVB-Chef Archibald Horlitz zeigt sich im MAZ-Interview überrascht ( Video ).

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Quelle: Jan Kuppert

Potsdam. Weil ihm zwischen 90.000 und 100.000 Euro für die Beseitigung von Sicherheitsmängeln im Karl-Liebknecht-Stadion fehlen, droht laut Sportverein Babelsberg 03 (SVB) die Einstellung des Spielbetriebs dort. Wenn bis Ende Februar nicht alle Mängel beseitigt sind, könne das Stadion von der Bauaufsicht nicht für den Spielbetrieb 2015 freigegeben werden, ließ der Vorstand am Donnerstag wissen. Davon wäre neben dem Regionalligisten auch der Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam betroffen, der ebenfalls im „Karli“ spielt.

Die Mängel bemerkte der SVB laut Mitgliederbrief im September, nachdem er sich von einem Mitarbeiter trennte, der für die Stadionsicherheit verantwortlich war. Worin sie genau bestehen, verriet der Verein weder in seinem Schreiben noch gegenüber der Bauaufsicht. In einem MAZ-Interview im November hatte SVB-Vorstandschef Archibald Horlitz allerdings bereits gesagt, es gehe unter anderem „um die Hydraulik der Flutlichtanlage, um den Notstrom und bis zu einem gewissen Grad um den Brandschutz“.

Um eine Lösung zu finden, berief der Vorstand Donnerstagabend zudem eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein. Die Zeit drängt, denn schließlich steht in acht Wochen das nächste Punktspiel an.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte indes der MAZ, eine weitere Finanzspritze werde es für den SVB aus der Stadtkasse nicht geben.

In den vergangenen Jahren waren mehrfach sechsstellige Summen zur Rettung des Vereins aufgewandt worden. Da die Stadt dem Verein ohnehin 305.000 Euro im Jahr für den Betrieb und Unterhalt des Stadions zahlt, bot Jakobs an, einen Teil dieser Summe für 2015 vorzuziehen, damit der Verein schnell an die Beseitigung der Mängel gehen kann. Die Stadt erwarte aber, dass der SVB mit diesem Geld auskomme und dessen Verwendung zugunsten des Betriebs und der Wartung des Stadions nachweise. Finanzielle Probleme des Vereins, die nicht das Stadion beträfen, könnten vom Stadtzuschuss nicht gelöst werden, das widerspreche dem Erbbaurechtsvertrag. Laut Stadtsprecher Jan Brunzlow wurde dem Verein auf dessen Wunsch hin zudem eine Fristverlängerung „zur Beseitigung der noch unbekannten Mängel bis 28. März 2015 gewährt“.

Bernd Schröder warnt Nulldrei
Bernd Schröder, Cheftrainer von Turbine Potsdam, warnte den SVB davor, der Stadt erneut den „Schwarzen Peter“ unterzuschieben. Babelsberg 03 habe ein 8,5 Millionen Euro teures Stadion bekommen, zahllose Einmalzahlungen und einen großzügigen Unterhaltszuschuss von der Stadt. Wenn ein Verein trotz so großzügiger Ausstattung nicht in der Lage sei, das Stadion zu betreiben, müsse man sich fragen, was mit den Millionen für das „Karli“ und all den anderen Zahlungen geschehen sei, so Schröder. Der SVB dürfe sich nicht zum Faß ohne Boden entwickeln. Er müsse wirtschaftlich sein – oder aufgeben. Ultimaten an die Stadt brächten jedenfalls wenig, so Schröder. Das Rathaus zu beschuldigen und zu erpressen sei eine „Frechheit“.

Auf einer Pressekonferenz Donnerstagabend freute sich SVB-Chef Archibald Horlitz über das Angebot der Stadt, Geld aus 2015 vorzuziehen.

Man wolle ja kein zusätzliches Geld, die Misere sei nur entstanden, weil der jährliche Zuschuss bislang  im Voraus gezahlt wurde, die Stadt aber im Oktober ohne Vorwarnung umschwenkte, erklärte er: Seither muss der Verein in Vorleistung gehen und kann die Kosten erst nachträglich von der Stadt zurückholen. Das setze aber ein Finanzpolster voraus, das der Verein, der ansonsten auf gutem Wege sei, nicht habe.

Von Jan Bosschaart und Mirko Jablonowski

» Alles rund um den SV Babelsberg 03 im MAZ-Sportbuzzer

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Partei hält Babelsberg 03 als Stadionbetreiber für "nicht stabil“

Der SV Babelsberg 03 hat am Donnerstag Alarm geschlagen. Die Kosten für die Behebung von Sicherheitsmängeln im Stadion wären derzeit kaum zu tragen. Die Stadt Potsdam bot dem Verein daraufhin eine Lösung an, damit die akuten Mängel behoben werden können und der Spielbetrieb nicht gefährdet ist. Die Linke hat da einen ganz anderen Lösungsvorschlag.

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