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SV Babelsberg 03 kalt erwischt

Nulldrei verliert bei der zweiten Mannschaft von Hertha BSC SV Babelsberg 03 kalt erwischt

Regionalligist SV Babelsberg 03 verhalf am Sonntag dem neuen Trainer von Hertha BSC II Ante Covic zu einem Traumstart. Mit 5:2 (3:1) seifte der Hertha-Nachwuchs vor 1512 Zuschauern, darunter 400 Babelsberger Fans, im Amateurstadion des Olympiaparks die Gäste ein.

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"Wir haben das Spiel zu einfach hergegeben", sagte Nulldrei-Trainer Cem Efe nach dem Spiel

Quelle: Jan Kuppert (Archiv)

Berlin. Einen Sieg und drei Remis hatte der bisherige Tabellenletzte zustande gebracht. Dank freundlicher Unterstützung der Gäste wich die Resignation bei den Hertha-Bubis urplötzlich einer besseren Aussicht.

Die Babelsberger wurden kalt erwischt. 2:0 stand es nach sechs Minuten, die Efe-Elf schien noch gar nicht auf dem Platz zu sein. Fabian Holland zog aus 27 Metern mit dem linken Fuß ab, die Kugel schlug flach im rechten Eck ein (4.). Zwei Minuten später bediente Marcel Ndjeng per Freistoß Kevin Stephan, der ungehindert einköpfte. Die Nulldreier, die ohne Heiko Schwarz (Adduktoren), Julian Prochnow (Platzwunde) und Maximilian Zimmer (Rot-Sperre) antraten, schluckten die bitteren Pillen, liefen allmählich warm. Christopher Blazynski scheiterte an Hertha-Keeper Philip Sprint (11.) ebenso wie Süleyman Koc, der von einem Missverständnis in der Abwehr des Gegners profitierte (23.). Die Gastgeber hatten sich längst zurückgezogen. Die Babelsberger nutzten das Übergewicht im Mittelfeld, kombinierten fleißig und wurden belohnt. Nach Flanke von Koc erzielte Lucas Albrecht seinen vierten Saisontreffer (34.). Doch wie gewonnen, so zerronnen: Statt die Kugel bei einem Abwehrversuch ins Aus zu köpfen, bediente Abwehrmann Severin Mihm den Herthaner Maximilian Obst, der einschoss (37.).

Das 3:1 leuchtete auf der Anzeigetafel brutal für die Gäste auf. Erstaunen auf der Tribüne über den Paukenschlag der Platzherren. "Ich möchte mal wissen, wie die Berliner bisher gespielt haben", wunderte sich nicht nur Heiko Scholz, Trainer des 1. FC Lok Leipzig, zur Pause über die Hertha-Reserve. Zum großen Aufbäumen der Filmstädter kam es im zweiten Abschnitt, der auf beiden Seiten zerfahren verlief, nicht. Die Herthaner, die mit den Profis Ndjeng, Holland und Anthony Brooks angetreten waren, schlugen noch zweimal zu. Brooks köpfte das Team nach einem Standard (Freistoß von Holland) endgültig ins Glück (77.), der eingewechselte Nils Fiegen machte die Pleite des SVB perfekt (84.). Zwischendurch hatte der ebenfalls eingewechselte Joaquim Makangu, der von Koc bedient wurde, verkürzt (81.).

Im Gäste-Lager blieben lange Gesichter zurück. "Deprimierend, Hertha kommt viermal vor unser Tor und schlägt dreimal zu. Bei uns kam der letzte Pass nicht an", sagte Daniel Becker. "Jeder wollte den Maradona-Pass auspacken, anstatt einfach zu spielen", ärgerte sich Torschütze Albrecht. "Wenn man keinen Druck aufbaut, kriegt man die Dinger selbst rein." Als wenn er es geahnt hätte: "Mit den A-Junioren von Hansa Rostock habe ich hier auch zweimal hoch verloren." SVB-Trainer Cem Efe erklärte: "Wir haben das Spiel zu einfach hergegeben. Die Mannschaft hat keinen schlechten Fußball gezeigt. Aber die Angriffszüge waren nicht abgesichert."

Auf Seiten des Siegers freute sich ein Fußballer-"Veteran" diebisch. "Ich hoffe, wir haben jetzt den Bock umgestoßen", grinste "Zecke" Neuendorf, der eingewechselt worden war. "Wir haben mit dem Rücken zur Wand gestanden. Die schnelle Führung hat alle gegen einen spielerisch starken Gegner ins Laufen gebracht", sagte der 38-jährige ehemalige Profi.

Bisher waren die Herthaner immer wieder an sich selbst gescheitert. Einen Zauberstab hatte auch der neue Coach nicht. "Was soll ich in drei Tagen geändert haben", fragte Covic rhetorisch. "Ich habe versucht, viele Handbremsen zu lösen", lachte der Ex-Profi.

Von Detlef Braune

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