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Vertauschte Chefrollen

Cem Efe wurde von seinem jetzigen Assistenten entdeckt Vertauschte Chefrollen

Sie wirken wie ein unzertrennliches Paar. Trainer Cem Efe und Co-Coach Manuel Hartmann haben seit dem Sommer beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 das Sagen im Karl-Liebknecht-Stadion.

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Manchmal auch unterschiedlicher Meinung: Babelsbergs Trainer Cem Efe (rechts) und Co-Trainer Manuel Hartmann.

Quelle: Jan Kuppert

Potsdam. Laute Töne gab es während der Spiele nicht allzu oft von der Trainerbank, die Atmosphäre schien ungetrübt. Vor einer Woche haben alle den Urlaub angetreten. Erster Treffpunkt nach den Weihnachtsferien ist im neuen Jahr am 12. Januar.

Efe hat sich mit seinem Assistenten Manuel Hartmann durch Höhen und Tiefen in der ersten Halbserie geschlagen. Vereinschef Archibald Horlitz attestierte beiden sowie dem Sportlichen Leiter Almedin Civa beim Aufbau eines jungen Teams einen "ordentlichen Job".

Beide in Berlin geborenen Trainer hatten schon vor Jahren einen Draht zueinander gefunden. Hartmann hatte 1991 als Trainer der A-Junioren von Tasmania den 14-jährigen Deutsch-Türken Efe beim Kicken in der Schüler-Elf beobachtet. Das flinke Kerlchen imponierte ihm. Bald darauf zog der Coach den jungen Burschen sogar hoch in die A-Junioren. "Cem war trainingsfleißig und konnte mit Kritik umgehen", erinnert sich der 57-jährige Hartmann. 1995 wäre ihnen, nun bei Tennis Borussia am Wirken, beinahe ein Clou geglückt. Doch die A-Junioren schieden im Achtelfinale der deutschen Meisterschaft gegen den FC Carl Zeiss Jena durch ein 2:2 zu Hause und ein 1:1 auswärts aus. Efe schob auf Rechtsaußen an und traf in Jena kurz vor Schluss den Innenpfosten. "Das Ausscheiden war die größte Enttäuschung in meinem Leben", sagt Hartmann. Bei Jena spielten damals Robert Enke und Torsten Ziegner, für die Berliner waren auch Ersan Parlatan, heute Co-Trainer des Berliner AK, Manuel Benthin sowie Markus Kaya dabei. Benthin spielte später zwei Jahre für den Hamburger SV in der Bundesliga und von 2003 bis 2005 für den SV Babelsberg 03. Kaya trat für Rot-Weiß Oberhausen in der 2. Bundesliga an.

Hartmann und der 35-jährige Efe haben sich seitdem nie aus den Augen verloren. Hartmann war im Sommer ein Fußballjob im Libanon angeboten worden. Doch nicht zuletzt wegen seiner Freundin Carola und seines West-Highland-Terriers "Buddy" entschied er sich für den kürzeren Arbeitsweg nach Babelsberg. Die Chefrollen haben sie nun vertauscht. "Die Abstimmung hat bisher bestens geklappt", sagt Efe. Beide verbindet das Geschick, mit jungen Spielern umzugehen. "Es muss doch endlich in Babelsberg gelingen, auch aus dem eigenen Nachwuchs veranlagte Akteure hochzuziehen", hofft Efe. Mit Jonas Schmidt schien das bereits zu Saisonbeginn zu glücken. Der Innenverteidiger rutschte in die Anfangself, konnte die Leistungen aber nicht bestätigen und nimmt nun über die Brandenburg-Liga einen erneuten Anlauf. Gute Aussichten auf einen Stammplatz besitzt jetzt Laurin von Piechowski. Der gebürtige Berliner kam in der A-Jugend an den Babelsberger Park, bot sich im Herbst im Training und als Einwechsler für die Erste an und stand zuletzt zweimal bei Anpfiff in der Innenverteidigung.

Fordern und Mut zusprechen, so lautet die Devise der beiden Trainer, die auch immer wieder talentierte A-Junioren in das Training einbinden. Fast könnte man meinen, Efe und sein "Co." seien ein Herz und eine Seele. "Manuel ist kein Abnicker", meint der Chef. "Er gibt immer wieder auch eine andere Meinung von sich." Während des Spiels wird Efe sogar ausgebremst. "Ich will bei Auswechslungen oft einen offensiven Mann bringen. Manuel will dann lieber die Schotten dicht machen."

Von Detlef Braune

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