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Wiedersehen im Kiez

Der FSV Zwickau baut gleich auf sechs Ex-Nulldrei-Spieler Wiedersehen im Kiez

Am Sonntag empfängt Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 den FSV Zwickau. Der Verein aus Sachsen setzt gleich auf sechs ehemalige Babelsberger. Darunter auch Torhüter Marian Unger, der von 2008 bis 2012 für die Filmstädter spielte.

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Torhüter Marian Unger, 2009 noch im Babelsberg-Trikot.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Zwickau. In der Fußball-Regionalliga Nordost kommt es am Sonntag, 13.30 Uhr, im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion nicht nur zum Spitzenspiel zwischen dem Drittliga-Absteiger SV Babelsberg 03 und dem FSV Zwickau, sondern auch zu einem Wiedersehen alter Bekannter. Denn die Westsachsen setzen gleich auf sechs Spieler, die in Potsdam mit dem Fußballspielen begonnen haben und/oder einst stolz das Trikot der Nulldreier trugen: Marian Unger, Robert Paul, Florian Grossert, Manuel Stiefel, Nicolas Hebisch und Sebastian Doro.

Torhüter Unger (29) kickte von 2008 bis 2012 für die Filmstädter, war unter Trainer Dietmar Demuth lange Zeit deren Mannschaftskapitän und bestritt 120 Punktspiele. Zwickaus Abwehrchef Robert Paul (28) brachte es in der Saison 2010/11 auf 28 Drittligaeinsätze für Babelsberg, Florian Grossert (28) in der Spielzeit 2011/12 auf 16. Zwickaus Mannschaftskapitän Manuel Stiefel (28) begann mit sechs Jahren bei Fortuna Babelsberg, ehe er als 14-Jähriger zur Sportschule nach Cottbus wechselte. 2007 kehrte der Mittelfeldspieler zum SV Babelsberg zurück, kam zu 30 Einsätzen in der Regionalliga Nord, konnte sich aber keinen Stammplatz erkämpfen und schloss sich dem VfB Auerbach an. Angreifer Nicolas Hebisch (23) kickte seit 2009 für Nulldrei, wurde allerdings Anfang 2013 von Trainer Christian Benbennek aussortiert. Der Teltower Sebastian Doro (21) spielte in der Jugend für Nulldrei, ging nach Cottbus und spielte für die TSG Hoffenheim in der Junioren-Bundesliga. Vor einem Jahr kam der Mittelfeldspieler nach Zwickau, wartet aber noch auf den Durchbruch.

„Man kann schon von einer Potsdamer Fraktion sprechen“, bestätigt Marian Unger. Er verließ 2012 Babelsberg, nachdem ihm nur noch ein Vertrag mit stark verminderten Bezügen angeboten worden war. In Zwickau erhielt der Keeper einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Option auf eine zweijährige Verlängerung. Zugleich arbeitet er in der Geschäftsstelle des ostdeutschen Traditionsvereins und absolviert eine Ausbildung zum Marketing- und Kommunikationskaufmann. „Von acht bis 16 Uhr gehe ich meinem Job nach, ab 17 Uhr wird täglich trainiert. Einmal pro Woche kommt ein spezielles Torwarttraining mit dem Chemnitzer Steffen Süßner hinzu“, beschreibt der einstige Potsdamer Publikumsliebling sein neues Leben.

„Am Anfang war für meine Freundin Annett und mich die Umstellung zur Kleinstadt nicht einfach, denn Potsdam ist der schönste Arbeitsort, in dem ich gelebt habe. Doch Zwickau hat eine große Fußballtradition und wir sind eine gestandene Truppe“, erzählt Unger. „In der vergangenen Saison waren wir Dritter, diesen Platz wollen wir verbessern. In Babelsberg werden wir voll auf Sieg spielen, auch wenn die Gastgeber nach den zwei Auftaktsiegen selbstbewusst auftreten werden“, verspricht der Torhüter, der einst sogar beim FC Bayern München vortrainieren durfte.

Im ersten Punktspiel konnten die Westsachsen die Talente von Hertha BSC mit 5:3 niederringen. Kapitän Stiefel erzielte zwei Treffer, Neuzugang Hebisch war an fast allen Toren beteiligt, holte einen Strafstoß heraus. „Er ist der neue Hoffnungsträger im Angriff, hatte einen tollen Einstand“, lobt Unger.

Der gebürtige Markranstädter, der in Berlin aufwuchs, hat natürlich auch die Entwicklung am Babelsberger Park aufmerksam verfolgt. Sein Urteil über die vergangene Saison fällt wenig schmeichelhaft aus: „In den vier Jahren, in denen ich dabei war, haben wir trotz bescheidener finanzieller Möglichkeiten sehr viel erreicht. Wir sind in die 3. Liga aufgestiegen und haben zweimal die Klasse gehalten. Leider wurde in der vergangenen Saison mit Füßen getreten, wofür wir Blut und Schweiß investiert haben.“

„Der SV Babelsberg 03 wird sich in der Regionalliga behaupten“, glaubt Unger. Doch im Kampf um die 3. Liga werde der Verein mittelfristig keine Rolle spielen. Dies ist – zumindest in dieser Saison – auch gar nicht das Ziel der Potsdamer. Am Sonntag gilt es für die Mannschaft von Trainer Cem Efe, sich so wacker wie möglich zu verkaufen. „Zwickau gehört wie der Berliner AK zu den Aufstiegsfavoriten. Wir müssen aufpassen, dürfen nicht zu ängstlich spielen, dürfen aber auch nicht zu euphorisch an die Sache herangehen“, erklärt der 35-Jährige. Wie viele Babelsberger bei Zwickau am Sonntag letztlich mitmischen, ist dem Nulldrei-Coach egal. „Wenn es gegen den Ex-Verein geht, kann ein Spieler auch zu viel wollen und verkrampfen. Wir müssen auf uns schauen.“

Von Jens Trommer

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