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"Wir sind verpflichtet, den Landespokal zu gewinnen"

Nulldrei-Präsident Archibald Horlitz über die finanzielle Situation des Regionalligisten "Wir sind verpflichtet, den Landespokal zu gewinnen"

Archibald Horlitz ist als Bergmann unter Tage in Essen eingefahren. Er studierte Bergbauwissenschaften in Aachen und Berlin. Bis Ende 2012 war er mit Firmen in der IT-Branche tätig. Nach dem Verkauf wurde der 55-Jährige Unternehmensberater. Er hat Positionen in Beiräten und Aufsichtsräten inne. Seit April 2013 ist Horlitz Vereins-Chef des SV Babelsberg 03.

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Archibald Horlitz

Quelle: Jan Kuppert

Potsdam. MAZ: Die Regionalliga-Elf steht in der Tabelle jenseits von Gut und Böse. Befriedigt Sie diese Position?
Archibald Horlitz: Ich muss damit zufrieden sein. Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Nach gutem Start gab es einige Rückschläge. Stammtorwart Marvin Gladrow fiel mehrwöchig aus und teilweise wurden einige Niederlagen fahrlässig kassiert.

Wie ist es finanziell um den Verein bestellt?
Horlitz: Aus der mit Ach und Krach überstandenen Insolvenz 2003 hat der Verein Altschulden. Diese wurden kontinuierlich auf 800000 Euro abgebaut. In der Ära von Geschäftsführer Klaus Brüggemann, der von 2011 bis März 2013 amtierte, erhöhte sich der Schuldenstand auf 3,3 Millionen Euro. Unter den Finanzzwängen war uns die Deutsche Kreditbank (DKB) im Dezember 2012 entgegengekommen. Die DKB hatte ein Darlehen über 1,3 Millionen Euro in Genussscheine umgewandelt mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2017. Bisheriges Fremdkapital wurde dadurch bilanziell in Eigenkapital umgewandelt. Dadurch wurde die Insolvenz vermieden. Für Tilgung und Zinsen werden jährlich 140000 Euro fällig. Die DKB war bereit, diese Summe bis Mitte 2014 zu stunden.

Was wurde aus dem Vertrag mit der Sportrechte- und Sportmarketingagentur "The Sportsman Media Group" aus München, der über zehn Jahre laufen sollte?
Horlitz: Wir haben die Vereinbarung gekündigt. Mehr als eine Million Euro sollten uns pro Saison über Sponsorenverträge zufließen. Bis zur Kündigung waren es nur knapp 30.000. Stattdessen hat uns die Media Group Rechnungen über 150000 Euro vorgelegt. Das sind Knebelverträge. Media Group wollte aus Altverträgen partizipieren.

Wie sieht es aktuell mit dem Etat aus?
Horlitz: Wir sind bei einem Etat von 1,2 Millionen Euro ‒ davon knapp ein Viertel für die erste Mannschaft ‒ extrem knapp bei Kasse und müssen jeden Cent dreimal umdrehen. 120000 Euro fehlen noch, um die Saison ausgeglichen zu gestalten. Der Spielbetrieb ist abgesichert, aber wir sind dazu verpflichtet, den Klassenerhalt zu schaffen und den Landespokal zu gewinnen.

Träumen Sie von einem Großsponsor?
Horlitz: Nein. Berlin ist ein Riesenstaubsauger für Sponsoren. In Potsdam fehlen uns Mittelständler als Gönner. Wir haben zahlreiche Sponsoren zurückgewonnen, die vom ehemaligen Geschäftsführer Brüggemann verprellt worden waren. Uns hilft jeder Euro. Wir werden noch in dieser Saison den Antrag für die Gründung eines DFB-Leistungszentrums stellen. Würde dem stattgegeben, wäre es leichter, zusätzliche Sponsoren für die Jugendarbeit zu finden.

Am 23. Februar geht der Punktspielalltag in der Regionalliga weiter. Was bedeutet der Abgang von Süleyman Koc für die Mannschaft?
Horlitz: Der Verlust ist nicht leicht zu verkraften. Mannschaft und Trainer sind noch mehr gefordert. Wir haben einige sehr gute Spieler wie Daniel Becker, Severin Mihm, Maximilian Zimmer oder Kai Druschky. Sie haben nun die Chance, sich zu beweisen, da unser Spiel bisher stark auf Koc zugeschnitten war.

Interview: Detlef Braune

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