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Zlatko Hebib spielt wieder in Babelsberg

Innenverteidiger hatte Angebote aus der Zweiten Liga Zlatko Hebib spielt wieder in Babelsberg

Verteidiger Zlatko Hebib war eigentlich schon weg. Er trainierte schon beim Zweitligisten, sollte dort für verletzte Abwehrspieler einspringen. Doch die wurden wieder gesund und Hebib in Aue nicht mehr gebraucht. Also kehrte der 22-Jährige zum SV Babelsberg zurück. Ein sportlicher Rückschritt zwar, aber Hebib fühlt sich in Potsdam wohl und gebraucht.

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Innenverteidiger Zlatko Hebib.

Quelle: Jan Kuppert

Potsdam. Wochenlang hing Zlatko Hebib zwischen Baum und Borke. Cem Efe, neuer Trainer des SVB, wollte ihn nach dem Abstieg für die Regionalligaelf gewinnen. Erst ein Anruf von Mittelfeldspieler Süleyman Koc klärte die Fronten. Hebib kam zurück, gab seinen (Wieder-)Einstand im Spiel beim Berliner AK (1:3) und steht auch am Freitag zu Hause gegen Germania Halberstadt (19 Uhr) im Aufgebot.

„Bei uns gibt es weniger Geld als in anderen Vereinen, dafür zahlen wir pünktlich.“ Das verlautbarte einst der ehemalige Geschäftsführer Ralf Hechel vom SV Babelsberg 03 (SVB). Auch nach seinem Abgang hielten sich die Nachfolger trotz der finanziellen Schieflage beim Drittligisten daran. „Das Gehalt kam stets pünktlich, auch die im Abstiegskampf mündlich ausgelobten Prämien wurden bezahlt“, bestätigte Innenverteidiger Zlatko Hebib. Die Filmstädter stiegen ab, doch der finanzielle Hunger bei den Akteuren blieb.

Die meisten Spieler suchten woanders Brotkörbe, auch Hebib wurde durch seinen Berater Appetit gemacht. Wochenlang hing der aus Dubrovnik stammende Kroate mit Schweizer Pass zwischen Baum und Borke. Cem Efe, neuer Trainer des SVB, wollte ihn für die Regionalligaelf gewinnen, klingelte mehrmals bei ihm an und verzweifelte: „Er hat weder ja noch nein gesagt.“ Erst ein Anruf von Mittelfeldspieler Süleyman Koc klärte die Fronten. Hebib kam zurück, gab seinen (Wieder-)Einstand im Spiel beim Berliner AK (1:3) und steht auch am Freitag zu Hause gegen Germania Halberstadt (19 Uhr) im Aufgebot.

Im Sommer hatte der vielseitig verwendbare Abwehrmann, der im November 2011 nach Babelsberg gekommen war und es auf 47 Drittligaspiele gebracht hatte, wochenlang auf die Fortsetzung der Profikarriere gehofft. Über seinen Berater bestanden Kontakte zu mehreren Zweit- und Drittligateams. Schließlich trainierte der Braunschopf mit dem Brilli im linken Ohr beim FC Erzgebirge Aue vor. Trainer Falko Götz lobte den Probanden nach fünf Tagen Übungseinheiten und zwei Testspielen bei der Rückfahrt im Bus. Hebib sollte für die verletzten Abwehrleute Kevin Pezzoni und Tobias Nickenig einspringen. Doch beide gesundeten schneller als voraus zu sehen war, zum Vertrag der Erzgebirgler mit dem Eidgenossen kam es nicht. Hebib war frustriert und schickte seinen Berater in die Wüste. „Aue war für ihn ein Alibi, sonst hatte er nichts für mich gemacht.“

Schon einmal war eine vielversprechende Liaison nicht zustande gekommen. Mit 19 Jahren wollte Hebib von seinem Heimatverein Grashopper Zürich zum damaligen englischen Zweitligisten Hull City wechseln. „Der Vertrag war unterschriftsreif. Doch als Zürich eine Ausbildungsentschädigung verlangte, machte Hull einen Rückzieher“, so der enttäuschte Spieler.

Hebib hatte sich auch jetzt in den Schmollwinkel verzogen. Er trainierte zu Hause in Zürich zeitweilig bei seinem Heimatverein, für den er einst zwölf Jahre lang die Töppen geschnürt hatte, oder er lief allein durch den Wald. Eine ähnliche Situation hatte er monatelang schon einmal durchlebt, bevor die Verpflichtung nach Babelsberg zustande gekommen war.

Einen Tag nach der Hochzeit seiner Schwester kam der Koc-Anruf, und Hebib sagte zu. „Ich wollte endlich wieder auf dem Rasen stehen, auch wenn die Regionalliga ein Schritt zurück ist für mich und beim SVB nur noch ein Viertel des ehemaligen Gehalts gezahlt wird.“ Hebib sagte einem griechischen Erstligisten ab sowie zwei anderen deutschen Regionalliga-Vereinen, die ihm viel mehr Geld als Babelsberg angeboten hatten.

Trotz des 1:3 beim BAK waren die SVB-Kicker nach Abpfiff in die Fankurve geeilt. „Schön, dass du wieder da bist“, hörte Hebib von einem Anhänger. Der Rückkehrer sagt: „Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht irgend ein Spieler bin, sondern dass ich schon etwas für den Verein geleistet habe.“

Von Detlef Braune

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