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Löschke will auf eigene Faust nach Rio

Triathlon Löschke will auf eigene Faust nach Rio

Hinter dem Potsdamer Triathleten Franz Löschke liegt ein schwieriges Jahr: Nach enttäuschenden Ergebnissen in der WM-Serie strich ihm die Deutsche Triathlon Union die Kaderzugehörigkeit bei der Nationalmannschaft. Nach gut einem Jahr in Saarbrücken kehrte der 26-Jährige nun wieder zurück nach Potsdam – hier will er den Sprung zu Olympia schaffen.

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Tag des größten Triumphs: 2013 gewann Franz Löschke als Schlussläufer der Mixed-Team-Staffel den WM-Titel in Hamburg.

Quelle: dpa

Potsdam. Viele Worte will Franz Löschke nicht mehr über das abgelaufene Jahr verlieren. „Abhaken“, sagt er nach kurzem Zögern – mehr nicht. Beim Blick auf die Ereignisse seiner vergangenen zwölf Karriere-Monate ist das nicht ganz unverständlich. Nach einem regelrechten Seuchenjahr mit Verletzungen und Krankheiten verlor der 26-Jährige Ende Oktober auch noch seinen Kaderstatus in der Nationalmannschaft – der Tiefpunkt war erreicht. Vor gut einem Monat zog er vom Olympiastützpunkt in Saarbrücken, wo er knapp eineinhalb Jahre trainierte, zurück nach Potsdam. Sein großes Ziel Olympia 2016 in Rio schien in schier aussichtsloser Ferne.

„Jetzt-erst-recht“-Stimmung nach Nationalmannschafts-Aus

Doch bei Löschke hat sich inzwischen eine „Jetzt-erst-recht“-Stimmung breitgemacht. Sein Ziel heißt trotz der vielen Rückschläge weiter Olympische Spiele. Auf eigene Faust trainiert er im Luftschiffhafen, im Dezember war er mit dem Potsdamer Team um Junioren-Weltmeisterin Laura Lindemann auf eigene Kosten im Trainingslager auf Fuerteventura. Über verschiedene Kontinental- und Weltcup-Rennen will er sich noch einmal für die Weltmeisterschaftsrennen (WTS) qualifizieren, um sich dort dann im deutschen Ausscheid einen Platz in Rio zu sichern.

Ein ambitioniertes Projekt, viel Zeit bleibt ihm nicht, um die nötigen Punkte zu sammeln. Ab Februar wird Löschke in fünf Wochen vier Rennen in Australien und Neuseeland bestreiten. Sein Heimtrainer Ron Schmidt hat seinen ehemaligen Schützling wieder unter die Fittiche genommen. „Es ist ein bisschen wie ein Himmelfahrtskommando, bei dem viel Glück und Fleiß zusammenkommen müssen“, sagt Schmidt über das Ziel des U23-Weltmeisters von 2009.

Lindemann und Lührs neu im B-Kader

Im Gegensatz zu Löschke schafften mit Junioren-Welt- und Europameisterin Laura Lindemann und Junioren-Europameister Lasse Lührs zwei Potsdamer erstmals den Sprung in den B-Kader der Nationalmannschaft.

Lindemann hatte im vergangenen Jahr bereits vier Einsätze in WTS-Rennen und schaffte beim Heimrennen in Hamburg einen sensationellen 7. Platz. Im Gesamtranking lag sie schließlich auf Rang 24.

Der ehemalige Potsdamer Gregor Buchholz, wie Lindemann im vergangenen Jahr deutscher Meister, steht ebenfalls im B-Kader.

Das Potsdamer Talent Moritz Horn schaffte erstmals den Sprung in den C-Kader.

Damals galt Löschke als großes Talent, 2013 gewann er als Schlussläufer der Mixed-Team-Staffel WM-Gold in Hamburg und lief mehrere Male in die Top 15 der Weltelite. Doch schon im Jahr darauf häuften sich die schlechteren Ergebnisse in der WTS-Serie, 2015 war schließlich der Tiefpunkt. Zweimal stieg er aus, beim Wettkampf an der Gold Coast im April war er 28. – es sollte das beste Saisonergebnis bleiben, im Gesamtranking belegte er Platz 110.

Verletzungsmisere warf Löschke zurück

Ergebnisse, die der Deutschen Triathlon Union (DTU) nicht gefielen. Weil er die Vorgaben nicht erreichte, verlor er seinen Status. Und im Gegensatz zu anderen Jahren wurde auf den sonst üblichen S-Kader – einen Sonderkader – verzichtet. Den Sonderstatus hätte der Sporttherapie- und Präventionsstudent durch seine Verletzungsmisere wohl durchaus gehabt.

Das gewohnte Terrain in Potsdam soll nun helfen, den Olympia-Traum doch noch zu erfüllen. „Ich fokussiere mich komplett auf das Ziel. Ich bin in meinem alten Umfeld wieder aufgenommen worden und bin sehr dankbar dafür“, sagt der 1,92-Meter-Mann, der 2005 von Finsterwalde (Elbe-Elster) an die Potsdamer Sportschule wechselte.

Im Luftschiffhafen feilt er mit Schmidt nun an den Voraussetzungen: „Der Schwerpunkt lag in den letzten Wochen auf der Gesamtkonstitution. Wir mussten mehr Struktur in die ,Maschine’ bringen und seine absolut vorhandenen Grundlagen noch ausbauen. Und er muss noch unter 80 Kilogramm kommen, da sind wir auf einem guten Weg“, sagt der Trainer.

Von Stephan Henke

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